"Der
Abschied von meinem Liebling" - Erzählungen
Vielen Menschen geht es einfach besser, wenn sie die Geschichte, wie sie ihren
Liebling verloren haben aufschreiben. Und anderen, die sich vielleicht gerade
in der Situation befinden, Abschied nehmen zu müssen tut es gut zu lesen, das
sie mit ihren Gefühlen nicht alleine sind. Deshalb werden hier Geschichten
zu lesen sein, die dem einen gut tun und dem anderen helfen. Wenn auch Eure
Abschiedsgeschichte hier erscheinen soll, sendet sie mir einfach per Mail.
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Püppi | ||||
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Gina (mein Leben) |
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Bezaubernde Jeanny | ||
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Darringer |
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Mietzi | ||
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Charly und Micky |
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Pauli | ||
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Micky |
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Dicky | ||
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Julius und Jule |
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Panther | ||
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Jessy |
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Wieboldt | ||
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Mienz Mienz |
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Muhle |
Püppi
Du kamst zu uns, da warst du 5 Monate alt, du musstest weg, weil deine
Mutter schon wieder schwanger war. Die ersten 2 Tage hast du den ganzen Tag nur
gemaunzt. In der 3. Nacht habe ich dich unter dem Schrank hervorgeholt und mit
ins Bett genommen, von da an warst du zu Hause.
Du hast sehr viel Freude in unser Leben gebracht, auch wenn du am Anfang nachts
in unsere Zehen gebissen hast oder uns 2 mal mitten in der Nacht eine lebendige
Maus ins Bett gelegt hast. Als unsere Tochter
geboren
wurde, hast du dich von Anfang an als ihre Beschützerin und Spielkameradin
bereit gestellt. Du hast Puppenkleider getragen und wurdest im Puppenwagen herum
gefahren, dabei hast du noch geschnurrt. Von da an, wo du dürftest, hast du jede
Nacht bei ihr geschlafen. Du hast in deinem Leben niemals jemand gebissen oder
gekratzt. Du warst die verschmuste Katze auf dieser Welt.
Unser Umzug ins neue Haus hat dir gar nicht gepasst, du hast 6 Wochen lang
protestiert, dann hast du Haus und Garten akzeptiert und wurdest zur Herrscherin
über das Gebiet. Du warst eine Einzelgängerin, keine andere Katze durfte unseren
Garten betreten.
Leider hast du uns deine Krankheit zu spät gezeigt. Als du aufgehört hast zu
fressen, sind wir sofort mit dir zum Tierarzt. Die Blutwerte verhießen nichts
Gutes, der Tierarzt gab uns sehr wenig Hoffnung. Mit Infusionen und Medikamenten
konnten wir noch 3 Monate miteinander verbringen. Die letzten 4 Wochen hast du
dich nur noch im Erdgeschoss aufgehalten, Treppensteigen war dir zu viel. Du
hast fast alles verschmäht, selbst Rinderhackfleisch oder Kalbsleberwurst hast
du nur, wenn überhaupt, in geringen Mengen zu dir genommen. Du konntest den Urin
kaum noch halten.
Als du Montagabend zu mir auf das Sofa kommen wolltest und du den Sprung nicht
mehr geschafft hast und auch beim Runterspringen hingefallen bist, wusste ich,
das es Zeit war Abschied zu nehmen. Am Dienstagabend, bist du gegen 19.17 Uhr
beim Tierarzt in meinen Armen friedlich eingeschlafen. Du wurdest 17 Jahre und 3
Monate alt.
Du fehlst uns!!!
Geschrieben von Rabea Werner
Gina (mein Leben)
geb. 20.05.1994 gest. 23.02.2009
Ich wurde am 20. Mai 1994 auf einem Bauernhof in Kundl geboren. Als ich mit ca.
7 ½ Wochen wieder mal so einen Spaziergang über den Hof machte, war da plötzlich
ein junger, fremder Mann, der sich meine Geschwister ansah.
Meine
Geschwisterchen saßen auf einer Gartenbank
vor dem Haus und ich kam gerade ums Eck und blieb zuerst stehen.
Der junge Mann sah mich und ging einige Schritte auf mich zu. Er bückte sich und
begann mit mir zu reden. „Was bist du denn für ein süßes Kätzchen?“ Seine Stimme
war so warm und freundlich, dass ich zu ihm hinging und ihm gleich um die Beine
strich. Vorsichtig hob er mich hoch und ich begann sogleich zu schnurren.
Dann streichelte er mich und fragte den Bauern,
der gerade aus dem Haus kam, ob er mich denn mitnehmen dürfte. Eigentlich
wollten mich der Bauer und seine Frau ja selber behalten, aber dann durfte ich
mit dem jungen Mann mit fahren. Das war meine erste Autofahrt in einem
Transportkäfig. Ein bisschen fürchtete ich mich ja schon im Auto, aber der junge
Mann beruhigte mich mit seiner warmen Stimme und zum Glück dauerte die Fahrt
nicht lange und ich landete in Wörgl. Zu Hause angekommen, wartete bereits eine
junge Frau auf mich. Ich wurde so freundlich begrüßt und zärtlich gestreichelt
und fühlte mich sofort sehr wohl bei ihnen.
Sie hatten auch einen Namen für mich ausgesucht: GINA LOLO. Dieser Name gefiel
mir sehr gut und er passte zu mir.
Alles war schon für mich bereitgestellt: Eine Futterschüssel die ich gleich
hungrig beschnupperte und eine Schüssel mit Wasser. Auch ein Bettchen, liebevoll
hergerichtet mit einer kuscheligen Decke und tollen Spielsachen stand in der
Küche und natürlich zeigte mir mein neues
Frauchen auch meine Katzentoilette, die ich dann gleich brav benützte, denn man
möchte ja gleich einen guten Eindruck hinterlassen.
Liebevoll sahen mir Frauchen und Herrchen zu, wie ich alles erkundete, denn ich
war von Natur aus sehr neugierig. Sie ließen mir alle Zeit der Welt um meine
neue Umgebung zu erkunden. Schließlich wurde ich müde. Auch Frauchen und
Herrchen gingen schlafen. Plötzlich wurde ich irgendwann in der Nacht munter und
begann ganz laut zu jammern und dann viel auch noch eine Vase um, die ich
umgestoßen hatte.
Schnell kamen Frauchen und Herrchen in die Küche und ich dachte: „Jetzt werde
ich sicher geschimpft!“, aber von wegen! Sie trösteten und kraulten mich und ich
durfte sogar zu ihnen ins Bett. Dort kuschelte ich mich an die beiden und
schlief wieder ein.
Nun, ich glaube, es war Liebe auf den ersten Blick. Ich war immer im Mittelpunkt
und genoss jeden Augenblick sehr. Die Tage und Monate vergingen und ich wurde
immer größer. Später zogen wir dann von der Innenstadt zum Stadtrand in ein Haus
mit großem Garten. Dort fühlte ich mich noch wohler, denn nun durfte ich nun
auch ins Freie. Endlich Mäusejagen und im Garten herumtollen! Es war das
Katzenparadies auf Erden. Schließlich bekamen Frauchen und Herrchen ein Baby.
Nun ja, was soll ich sagen: Ich war schon ein bisschen eifersüchtig auf das
Kleine! Aber das legte sich zum Glück sehr schnell, denn Frauchen und Herrchen
hatten mich ja noch genauso lieb, wie vorher. Simone, das Baby wurde größer und
größer und schon bald spielten
wir
zusammen. Es war toll! Immer wieder fielen uns neue Spiele ein. Natürlich habe
ich auch immer schön auf Simone aufgepasst. Einmal musste ich Simone auch gegen
den Kater Moritz verteidigen, als er mein „Frauli Simone“ anfauchte, ich
verpasste ihm eine Ohrfeige mit meiner Pfote. Nun war ich eine „Wachmieze“, eine
Heldin und wurde noch mehr mit Leckerlis und Streicheleinheiten verwöhnt!
Und ich hatte auch einen großen Verehrer aus der Nachbarschaft, einen Kater. Mit
ihm habe ich auch viele Abenteuer erlebt. Es war herrlich!
Die Jahre vergingen mit Stunden des Kuschelns und Schmusens, des Streichelns und
voller Liebe zu meinem Frauchen, meinem Herrchen und „klein Frauli Simone“. Fast
jede Nacht schlief ich bei meinem Frauchen im Bett, dort war es immer so schön
kuschelig und warm. Wenn Frauchen in ihrem Buch las, wurde ich gestreichelt und
konnte es mir so richtig gemütlich machen.
Es waren wundervolle Jahre, die wir zusammen verbrachten. Natürlich machte ich
dann und wann mal Unsinn, aber ich wurde immer geliebt. Dann merkte ich auf
einmal, dass mit mir etwas nicht in Ordnung war. Ich konnte nichts mehr fressen
und trinken und ich fühlte mich so schlapp. Ich wurde zum Tierarzt gebracht. Er
hat mich untersucht und nichts gefunden. Nach 2 Tagen aber bekam ich dann so
schlecht Luft, dass mich Frauchen, Herrchen und Frauli Simone in die Tierklinik
brachten. Dort wurde mir dann Blut abgenommen und meine Lunge geröntgt. Der Arzt
sagte, ich habe „FIP“! Was soll ich
sagen, es sah gar nicht gut aus für mich. Meine Dosis weinten fürchterlich, denn
ich würde nicht mehr lange leben.
Sie brachten mich wieder nach Hause und als ich aus dem Transportkäfig klettern
wollte, konnte ich kaum gehen. Was war plötzlich los mit mir? Was ist das für
eine Krankheit? Traurig sahen sie mich an und weinend brachten sie mich wieder
zum Tierarzt um mich von meinem Leiden zu erlösen. Sie begleiteten mich auf
meinem letzten Weg und in ihren Armen schlief ich friedlich ein. Dann ging ich
über die Regenbogenbrücke. Es geht mir jetzt zwar wieder gut, ich bin wieder
jung und habe keine Schmerzen mehr, aber ich vermisse mein Frauchen, mein
Herrchen und „klein Frauli Simone“ schon sehr.
Ich weiß, dass sie sehr um mich trauern und sehr viel weinen, aber ich weiß
auch, dass wir uns alle eines Tages wieder sehen. Und seit ich gestorben bin,
leuchtet oben am Himmel jede Nacht ein ganz heller Stern! Dieser Stern bin ich,
so sehen sie mich jede Nacht vorm Schlafengehen und wir sagen uns leise „gute
Nacht“! Gerne denke ich an die schönen Jahre zurück, die wir gemeinsam
verbrachten und ich weiß, dass sie mich niemals vergessen werden.
Geschrieben von Rena Schachner
Für
meine bezaubernde Jeanny
Du
bist als kleines Fellknäuel im Sommer 1989 zu mir gekommen, auf tapsigen
Beinchen warst Du die Einzige aus dem Wurf, die geradewegs auf mich zumarschiert
ist … das war für mich das eindeutige Zeichen, dass wir zusammen nach Hause
gehen würden …
Wir hatten eine schöne, manchmal auch turbulente Zeit und Du bist mit mir durch
Dick und Dünn gegangen, warst schnurrend und kuschelnd an meiner Seite, wann
immer ich Trost und Zuspruch gebraucht habe. Geliebte Jeanny – der Psychiater …
Du hast alle Deine Rollen mit Bravour gespielt, das unschuldige Lämmchen, wenn
im Haushalt etwas kaputt gegangen war – Tapeten und Korbmöbel bearbeitet,
Blumenvasen umgekippt … kein Thema, Du wusstest schon, wie Du es anstellen
musst, dass ich auf Dich niemals böse sein konnte!
Die Grande Dame, die genau weiß, wie hübsch sie ist und die alle Aufmerksamkeit
auf sich ziehen konnte … Du bist so wunderhübsch und ich bin mächtig stolz auf
Dich!
Aber nun musste ich Dich nach 17 gemeinsamen Jahren weiterziehen lassen. Du bist
Anfang Mai 2006 sehr, sehr krank geworden und
hast Dich trotzdem bemerkenswert bemüht, einen guten Eindruck zu machen. Aber am
Ende hattest Du auch dafür keine Kraft mehr und ich bin froh, dass Du nun erlöst
bist! Heute vor einer Woche habe ich Deinen letzten Weg auf Erden begleitet. Und
wie friedlich Du einschlafen durftest … ich danke Dr. Guido K. dafür, dass er zu
uns nach Hause gekommen ist und Dir geholfen hat. Du hattest 17 Jahre lang keine
Beschwerden, warst immer gesund und auch dafür sei dem Universum gedankt! Ich
weiß es wohl zu schätzen!
Auch nach Deinem Tod – am Tag der Beerdigung in einem wunderschönen Garten
voller Frieden und Ruhe – hast Du noch ein kleines Wunder bewerkstelligt. Wir
sind überzeugt, dass Du uns vier kleine Kätzchen durch die Thuja-Hecken
geschickt hast, die just in dem Moment zu Deiner Beerdigung gekommen sind, als
wir Deine Ruhestätte wieder mit Erde bedeckt hatten. Die vier kleinen Racker
haben sich um Dein Grab geschart, sind an uns hochgeklettert, ließen sich
streicheln und später auch noch füttern. Jeanny, das alles kommt uns
so
vor, als ob Du uns die Gesellschaft geschickt hast, damit wir nicht mehr so arg
traurig sind … in diesem Moment kam auch eine gelöste Stimmung auf und wir haben
uns so über den Besuch der kleinen Mietzen gefreut! So musste es sein und es hat
uns gezeigt, wie eng Leben und Sterben beieinander liegen!
Wir wünschen uns, dass Du, wo immer du jetzt sein magst, auch Dein Brüderchen
Füchsle wieder findest, der schon vor 15 Jahren über die Regenbogenbrücke gehen
musste und auch Deine Mama und den Baatzi und alle anderen tierischen Kameraden,
die Du im Laufe Deines Lebens kennen gelernt hast! Und vielleicht sehen wir uns
dann irgendwann auch einmal wieder … ich werde Dich erkennen und Du mich, Du
liebe, zarte Jeanny!
Sei lieb gekrault und gestreichelt von Deiner Dich liebenden Katzenmama Margot
und lieb gegrüßt von den Katzenpapas Bruno und Roger und von den besonderen
Menschen, die sich all die Jahre liebevoll in der Urlaubszeit um Dich gekümmert
haben: Oma Gisela und Tini
Geschrieben von Margot Nistl
Darringer
schenkt uns Tilly
Der
erste Advent war kein schöner Tag für uns. Darringer war unser ein und alles ,
es gibt keinen besseren für uns und ihn gehen zu lassen , war mehr, als wir
ertragen konnten. Darringer bekam einen Platz unter seinem Lieblingsbaum , wo er
immer im Schatten lag.
Am nächsten Tag ging Micha mit Sandy in den Wald
und kam wieder mit der Nachricht: "Ich hab da so ein Wimmern gehört". Naja,
dachte ich, er hat grad seinen Hund verloren, ist wohl normal. Ich sagte, Micha,
das ist schon in Ordnung.... "Nein" sagte er, "ich hab wirklich was gehört, ich
bin doch nicht blöd!" Also haben wir noch mal im Wald geschaut, aber es hatte
geschneit und wir haben auch nichts mehr gehört.
Am nächsten Morgen vor der Arbeit (um 5.00 Uhr) ging Micha wieder mit Sandy in
den Wald und kam dann und sagte: "Jetzt reicht es mir, gib mir mal eine
Taschenlampe, ich höre wieder dieses Wimmern". Als er dann wiederkam, traute ich
meinen Augen nicht, eine kleine pechschwarze Babykatze. Sie war mehr tot als
lebendig, sie war noch ganz klein und wurde wohl ausgesetzt. Micha sagt, er hat
sie in einer hohlen Baumwurzel gefunden, wo das Laub schon ganz plattgelegen
war. Sie muss dort also schon länger gelegen haben, die Arme...
Sie hat dann erstmal gefressen und geschlafen und geschnurrt... Am nächsten
morgen hat sie mit Sandy und den Anderen gespielt und alles war
gut, aber am dritten Tag stand sie nicht mehr auf. Wir sind sofort zum Tierarzt
und sie sagte, dass die Kleine 40 Fieber hat und dann bewegen sie sich
nicht bei so hohem Fieber und sie hätte wohl eine Lungenentzündung und da sie so
mager ist und grad mal 3 Monate, wird sie es wohl nicht schaffen.
Vier Tage hat sie um ihr Leben gekämpft und hatte die ganze Zeit hohes Fieber
und am fünften Tag stand sie auf, hat gefressen und fing an zu spielen!
Inzwischen hat klein Tilly auch schon an Gewicht zugenommen und ist der ganze
Stolz von Chayenne und Dakota . Gina ist nicht so begeistert aber die beiden
haben einen Waffenstillstand geschlossen.
Wir hatten das Gefühl, das Darringer uns diese
kleine Katze gegeben hat, nach dem Motto, "Hier habt ihr was um euch
abzulenken". Die kleine ist wirklich süß, lieb und dankbar - aber Darringer
fehlt einfach überall. Der Garten ist so einsam aus ohne Ihn und sein Bellen
fehlt natürlich auch...
Darringer wir vermissen Dich sehr
Eva , Micha , Chayenne , Dakota , Gina , Sandy und.... TILLY
Geschrieben von Eva , Micha , Chayenne , Dakota , Gina , Sandy und.... TILLY
Mietzi
Im Sommer 1998 viel uns eine kleine schwarz-weiße Katze auf, die immer um unser
Haus stromerte, wir begannen sie zu füttern, Tagein tagaus, leider ließ sie sich
nicht anfassen aber sie brauchte unsere Hilfe. Es wurde Winter und die Kleine
lag bei uns bei Minus 10 Grad im Beet, eingerollt in den Bodendeckern, ein
elendes Bild, aber was sollten wir tun?
Langsam
wurde das Wetter besser, Mietzi war noch immer da, ihr Auge war trüb und leckte
etwas und sie zog ihr Beinchen etwas hoch, also fingen wir an Mietzi an uns zu
gewöhnen. Es klappte, im Sommer konnten wir sie auf dem Rasen mit einer Armlänge
Abstand schon richtig durchkraulen, sie genoss es und wurde immer zutraulicher.
Doch nun wurde es wieder kalt wie bekommen wir Mietzi ins Haus? Wir stellten Ihr
Futter bei geöffneter Tür ins Zimmer und locken sie so immer weiter ins Haus,
irgendwann, es war schon sehr kalt, schlossen wir die Tür nach ihr und sie
rastete sofort aus, aber was sollten wir tun?
Wir lockten sie wieder rein und führten sie mit dem Futter zur Haustüre wo wir
bereits eine Katzenklappe von dem ehemaligen Kater meines Mannes hatten. Wir
stellten die klappe auf und Mietzi hüpfte durch! Von jetzt an reichte die auf
gestellte Katzenklappe und Mietzi kam herein! Wir hatten es geschafft! Nach ein
paar Wochen öffnete Mietzi die Klappe alleine.
Mietzi wurde uns gegenüber immer zutraulicher, jeden Abend beim Fernsehen lag
sie zwischen uns und ließ sich den Bauch kraulen. Das Auge hörte auf zu lecken
und das Beinchen war auch wieder gut. Die Tierärztin meinte Mietzi sei OK und
die Trübung des Auges nicht so schlimm.
Drei Jahre war alles in Ordnung, doch dann im Herbst 2003 lief Mietzi Eiter aus
dem Ohr. Wir gingen mit ihr zum Arzt, dort bekam sie Tropfen ins Ohr und die
Vereiterung heilte ab. Doch was war nun, Mietzi lief nicht mehr vor dem
Staubsauger weg! Sie war taub!

Wir gingen wieder zum Arzt zur Nachkontrolle, nur leider konnte der uns über den
Zustand der Ohren nichts sagen! Dem Arzt fiel auf, das an Mietzies trüben Auge
eine Stelle wieder klar wurde, die Hornhaut wurde dünner! Wir fuhren auf dem
schnellsten Weg zur Spezialklinik für Augen und Ohren! Notoperation, zwei Tage
später wurde Mietzi aus dem Oberlied Haut abgetrennt und auf den Augapfel
genäht, damit das Auge nicht ausläuft! Und dann noch die Nachricht, das Mietzi
in dem einen Ohr kein Trommelfell hat und das andere Trommelfell durch die
Entzündung total vernarbt sei und sie daher wohl nie wieder hören wird. Arme
kleine Maus, taub und auf einem Auge fast blind!
Die OP verlief gut, Mietzi schaffte es jedoch nicht mit dem Trichter zu laufen,
sie hörte ja nichts und sehen konnte sie auch schlecht. Nun kamen 10 harte Tage,
wir trugen sie zum Futter und ins Klo, da sie sofort an das Auge ging wenn wir
den Trichter abnahmen. Wir schafften die Zeit, alles sah gut aus doch nach ein
paar Wochen zog sich Mietzi immer mehr zurück da sie genügend fraß machten wir
uns zunächst keine Gedanken.
Anfang Januar schien sie wieder die alte zu sein, außer das sie viel getrunken
hat, aber leider kannten wir das Warnzeichen damals nicht. Es verging noch der
Februar und es wurde Frühling, leider nicht für Mietzi. Am Freitag dem 12. März
2004 fraß Mietzi nichts, nun das ist ja noch nicht so schlimm, das Wochenende
verging Mietzi fraß nicht und wurde immer apathischer. Uns war irgendwie klar
das wir abschied nehmen müssen und fuhren am 15.3 erneut zum Tierarzt!
Mietzi hatte die Narkose im Herbst nicht verkraftet und ihr Immunsystem war
dadurch zusammen gebrochen, alle Krankheiten die Katze kriegen konnte brachen
aus und ihre Nieren hatten versagt. Die eine Niere war schon zusammengefallen
und die andere war voller Geschwüre. Es
gab keine Rettung! Wir hatten Mietzies Bettchen dabei, dort bekam sie die
Spritzen und ich kraulte die Kleine fast eine halbe Stunde bis Ihr Körper ganz
kalt wurde. Durch ihren schwachen Kreislauf dauerte es so lange bis sie für
immer schlief.
Das Haus war so leer ohne die Kleine, da wusste
ich um die Trauer leichter zu überwinden muss eine neue Katze her. Mein Mann
wollte nicht, zu sehr hing er an Mietzi. Doch dann Ende April sah ich auf der
Homepage des Franziskustierheim die kleine Schiwa, die sollte es sein.
Gesagt getan, wir fuhren ins Tierheim und holten die Kleine. Sie war genauso
scheu wie Mietzi und etwa 10 Monate alt. Schiwa hat eine Weile gebraucht um
aufzutauen, aber das kannten wir ja schon. Jetzt ist sie so lieb und anhänglich
das wir sie nie wieder hergeben wollen! Und an Mietzi können wir nun mit Freude
zurückdenken und ihr für die schöne Zeit danken. Wir werden sie nie vergessen.
Diese Geschichte wurde von Silke Simon geschrieben
Charly und Micky
Kater Charly, grau-rot getigert mit einer schwarzen Nase war der Sohn, der Katze meiner Eltern. Sie hatten ihn zuerst
behalten wollen, da
aber die Susi eifersüchtig war, bekam ich Charly.
Er war noch kein Jahr als er über die Regenbogenbrücke ging. Er ist von seinem letzten Ausgang nicht wieder gekommen. Ich habe gesucht und gesucht. Am 01.04.2003 bekam ich die Mitteilung, das er so unglücklich gesprungen ist, dass er sich dabei in den Sträuchern (ohne Halsband) erhängt hat.
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Im Mai 2003 lief mir der Kater Micky zu. Micky sah so ähnlich wie Charly aus, nur hatte er einen kleinen schwarzen Fleck auf der Nase. Nach ca. 4 Wochen erfuhr ich, dass er auf einen Bauernhof gehört. Die vorherigen Besitzer aber teilten mir mit folgende Worte mit: "Bei 15 Katzen fällt es nicht auf, ob einer fehlt oder nicht." Ich durfte ihn behalten! Er hieß vorher Tommy, aber auf diesen Namen hat überhaupt nicht reagiert, da habe ich ihn Micky getauft und er kam sofort gesprungen wenn ich ihn rief. Ich war fast Stammgast beim Tierarzt mit ihm. Im Juni 2004 hatte er einen Autounfall, den er überlebt hatte. Er war 4 Wochen in der Box bevor er wieder laufen konnte. Er hat mir meine Fürsorge gedankt. Erst ein halbes Jahr später (ca. Januar 2004) ist er das erste mal wieder raus gegangen. Im Juni 2003 hatte er wieder einen Unfall, diesen hatte er nicht überlebt. Er wurde nur 2 Jahre.
Seit September 2004 habe ich eine kleine Katze,
sie hat schwarzes Fell mit weißen Pfoten und einer weißen Halskrause, das
Mäulchen ist weis und sie hat eine rosa Nase. Sie kam als Kitten zu mir und
heckt nur Streiche aus. Ihr Name ist Lilly und sie ist wirklich ein kleiner Kobold. Durch
ihre Streiche hat sie mir sehr geholfen über diesen Verlust hinweg zu kommen.
Ich möchte sie nicht mehr missen.
Diese Geschichte wurde von Marie-Claire (Mary) geschrieben
Pauli
Katzenmutti „Miez“ hat Pauli am 26.07.2004 zur Welt gebracht. Als ich das
Katzenbaby sah, sagte ich zu meiner Familie:
„Das ist meiner !!!“ Ich habe mich sofort in den Kleinen verliebt und ihn in
mein Herz geschlossen. Aber wir brauchten noch einen schönen Namen für ihn, der
seinem Charakter würdig war und irgendwie kamen wir dann auf den Namen „Pauli“…
Schon als kleiner Junge war er eine starke Persönlichkeit. Pauli konnte so laut
schnurren, dass es für uns eine wahre Freude war ihm zuzuhören. Und wenn wir ihn
gerufen haben hat er immer mit „mau“ geantwortet. Immer hat er auf meinem Schoß
geschlafen und viel gekuschelt.
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Als Pauli dann größer wurde durfte er auch nach draußen auf dem Hof. Dort hat er
ganz schnell einen Kumpel gefunden
(Nachbars Kater „Leo“), mit dem er sich gerne ausgetobt hat. Aber irgendwann
wurden seine Streifzüge größer. Pauli liebte uns sehr, aber auch seine Freiheit…
Pauli´s größte Leidenschaft war das Wasser. Lag ich in der Badewanne, saß Pauli
auf dem Rand und hat den Badeschaum getestet. Natürlich war
„Pfötchenwaschen“
angesagt. Erst ging die eine Pfote in den Schaum und wurde ausgiebig geputzt und
dann die andere. Wenn er mal keine Lust auf Katzenwäsche hatte, dann lag er auf
dem Rand und hat geschlafen. Aber die ganze Prozedur hat er auch in der Küche in
der Abwäsche gemacht. Nur dann unter fließendem Wasser. So etwas hatte ich
vorher noch nie gesehen, denn eigentlich sollen Katzen doch wasserscheu sein??
Mein Pauli hat es mit seiner Leidenschaft sogar soweit getrieben, dass er von
einem Nachbarn ein Goldfisch aus dem Teich geklaut hat.
Manchmal
war Pauli einfach nur verrückt. Wenn ihn sein Spieltrieb packte, dann sprang er
einfach mal auf seine Mutter, die dann ganz erschrocken weglief oder ihm eine
langte. Kam er
von einer Wanderschaft nach hause und bog um die Hausecke, hat er
sich immer mit „mau-mau-mau“ angemeldet. So, als wenn er sagen will, ich bin
wieder da und jetzt liebt und streichelt mich (was wir natürlich immer getan
haben). Ich könnte noch so viele Geschichten über Pauli erzählen…
Alles war in bester Ordnung bis der 08.11.2005 kam. Wir sind morgens zusammen
aufgestanden, denn er hatte ja wieder in meinem Bett
geschlafen.
Wie jeden Morgen wollte Pauli raus an die Luft. Weil ich ja ständig Angst um ihn
hatte, schickte ich ein kleines Stoßgebet zum Himmel, Pauli möchte doch heil
wieder nach hause kommen. (Seit seiner eitrigen Entzündung, die er im Sommer
nach
einem Kampf hatte, und Pauli kurzfristig der Lebensmut gesunken war, kam so
ein Stoßgebet von mir öfter vor.)
Aber Pauli kam den Tag nicht mehr nach hause… Wir haben ihn gerufen und gesucht,
aber Pauli war nirgends zu sehen oder zu hören. Ich dachte mir, na ja, er war
schon einmal eine Nacht weg und saß dann nächsten Morgen wieder vor der Tür.
Vielleicht ist er
morgen früh wieder da. Die halbe Nacht lag ich wach und hab öfter nachgesehen ob
Pauli endlich zu hause war. Er war es nicht….
Am 09.11.2005 bekam ich langsam Panik. Meine Kinder haben ihn gesucht und ich
bin die Straßen abgelaufen. Aber wir haben Pauli wieder nicht gefunden….
Abends gegen 22:00 Uhr sitze ich in der Küche und werde total unruhig. Es
stürzen Gefühle auf mich ein die ich mir nicht erklären kann. Angst, Wut,
Hilflosigkeit, Trauer und die Gewissheit das mit Pauli
etwas passiert sein muss.
Pauli hat mich gerufen, nicht mit Worten aber durch unsere intensive Bindung.
Ich geh raus, ruf nach Pauli, geh noch einmal zur Straße, aber es ist dunkel und
ich kann nicht viel sehen. Ich fange an zu weinen und geh notgedrungen wieder
ins Haus. Dann habe ich mir Bilder von Pauli angesehen und geweint, geweint,
geweint….
Am nächsten Morgen, am 10.11.2005 hatte ich dann die Gewissheit. Ich fand mein
Pauli auf dem Hof, nur ein paar Meter von der Stelle entfernt, an der ich den
Abend vorher noch einmal lang ging…. - Pauli ging am 09.11.2005 über die
Regenbogenbrücke.
Aber
was ist passiert???? Ich weiß es bis heute nicht. Mein Mann sagte mir das Pauli
aus der Nase geblutet hatte. Aber warum?? Vergiftet, angefahren oder stark
getreten? Wir werden nie erfahren was wirklich geschehen ist, denn ich habe es
nicht übers Herz gebracht Pauli noch einmal untersuchen zu lassen.
Trotz der Trauer sind wir auch sehr stolz auf unser Katerchen, denn er hat in
seiner letzten Qual den Weg nach Hause gefunden….
Diese Geschichte wurde von Liane geschrieben
Futter zu mir
genommen hatte und meine Dosis das Katzenklo fast täglich komplett neu
machen durften.
Dicky
Ich habe letzte Woche Donnerstag meinen geliebten Kater Dicky tot am Straßenrand
im Gras gefunden. Er wurde angefahren. Sein kleines Köpfchen war durch den
Aufprall eingedrückt, er muss wohl sofort tot gewesen sein. Ich kann es einfach
nicht glauben, er wurde doch gerade am Montag vor seinem Tod erst 2 Jahre alt.
Dicky war ganz besonders. Ich war bei seiner Geburt dabei und habe mich sofort
in den kleinen Kerl verliebt. Er hat uns in der kurzen Zeit, in der er bei uns
sein durfte, soviel Liebe und Freude g
eschenkt.
Ich vermisse ihn so sehr und fühle mich nur noch traurig. Auf jeden Fall habe
ich ihn mit nach Hause gebracht, mein Mann hat ihm einen Sarg gezimmert und
jetzt hält er seinen letzten Schlaf in seinem so geliebten Garten unter der
Kastanie.
Ein klitzekleiner Trost ist für mich die Gewissheit, dass er bei uns glücklich
war und wir ihn und er uns so sehr geliebt hat. Er brachte mir so oft Blumen von
seinen Streifzügen durch die Nachbargärten mit und rief schon von weitem nach
mir, sodass ich ihn streicheln und liebkosen durfte. Dann erzählte er mir von
seinen Streifzügen. Auch wenn es manche Leute nicht glauben, Dicky hatte eine
eigene Sprache. Solche Töne habe ich noch von keiner anderen Katze gehört. Aber
er liebte auch seine Freiheit, stundenlang streifte er durch unser Wohngebiet in
den Gärten umher. Er war zu allen Nachbarn lieb und besuchte sie gern. Auch die
vermissen meinen kleinen Schatz sehr. Deshalb ist es mir unerklärlich, wie er zu
der stark befahrenen Ringstraße kommen konnte.
Unser Haus hat er für sich vereinnahmt, deshalb ist unser Kummer so groß, in
jedem Raum erinnert alles an ihn. Er hat mich so oft morgens geweckt und hat
sich dann liebevoll auf meinen Arm gekuschelt und ist dann so eingeschlafen.
Doch letzte Woche habe ich ihn seit Dienstag nicht mehr gesehen und am
Donnerstag morgen schreckte ich um halb sechs aus dem Schlaf auf. Er hat mich
zum letzten Mal gerufen, damit ich ihn nach Hause bringe. Auch seine Mutter Luna
versteht die Welt nicht mehr, sie sucht ihren geliebten Sohn. Nun kann sie nie
mehr ihr Futter mit ihm teilen und ihn dabei ablecken, als wenn er noch ein Baby
wäre. Es tut gut, darüber zu schreiben, denn viele Menschen können es nicht
verstehen, dass man um ein Tier so sehr trauern kann. Doch ich kann sagen: Ich
habe Dicky mehr geliebt, als manche Menschen aus meiner Umgebung.
Diese Geschichte wurde von Felicia geschrieben
Julius und Jule oder Trauer und Freude
Alles begann damit, dass meine Mutter und mein Vater streit hatten. Immer öfter!
Und irgendwann stand ich, das 5 jährige blonde Mädchen, vor meiner Mutter und
fragte: "Nimmst du mich mit, wenn du weg gehst?" Der Einzug in die neue Wohnung
verlief schnell. Unsere Küche bestand aus einem Camping-Kocher, einer
Spül-Plastikschüssel und einer Garnitur Gartenmöbel.
Wir waren direkt mit dem neuen Lebensgefährten meiner
Mutter zusammen gezogen. Ich mag ihn sehr, darum war es für mich kein Problem.
Aber ich vermisste erstens meinen Vater rund zweitens Oskar, der fette, freche
Rauhaardackel der
mir als Baby die Schnuller geklaut hatte. Mit dem ich mir
alles, egal ob Bett, Steak oder Schokolade, geteilt hatte. Ja er fehlte mir.
Also musste ein neues Haustier her. Ein Hase sollte es sein. Doch meine neue
Schwester riet mir schnell davon ab, ihr war der Hase nämlich eines Sonntag
mittags als "komisches" Hühnchen vorgesetzt worden. Sie hat ihrem Vater bis
heute noch nicht verziehen. Nun ja, ein Hase also doch nicht. Ein neuer Hund war
unmöglich, da mein neuer, zweiter Papa Angst vor Hunden hat! Also sollte es eine
Katze sein. Ich hatte sogar schon genaue Vorstellungen! Sie sollte so aussehen
wie das Kätzchen was bei uns im Haus wohnte und mir eines Tages
hinterhergelaufen war, das Kätzchen was so süß schwarz war! Mit weißen Pfötchen.
Ohne Namen. Aber MEINE Katze sollte ein Weiblein sein, kein Kater! Und den Namen
hatte ich auch schon! JULE! Weil die beste Freundin meiner neuen Schwester hieß
so. Und die fand ich damals so toll.
An einem Wochenende war ich dann bei meinem Papa, und
sah eeendlich meinen frechen, fetten Dackel Oskar wieder. Als meine Mama mich
abholte viel es mir schwer meinen Dackel wieder alleine zu lassen. Doch das
musste ja sein. Im Auto schwafelte meine Mutter irgendwas von "Überraschung" und
"du wirst dich freuen". Die Freude war eher gering als ich
aus dem Auto stieg.
Wie soll man sich freuen wenn man seinen Bruder und besten Freund nicht mehr bei
sich hat? Doch als ich das Wohnzimmer betrat schlug meine Laune schlagartig um.
Auf dem Sofa saß eine wunderschöne Katze. Entsprach zwar nicht meinen
Vorstellungen aber egal. Sie war dunkelgrau-braun getigert, hatte weiße Pfoten
und ein weißes Lätzchen. MEINE JULE! Es war Herbst, und "Jule" war ein
Frühjahrskätzchen gewesen. Vom Bauernhof. Die Herbstkätzchen waren nämlich alle
vom Kater tot gebissen worden. Meine "Jule" war aber immer noch recht klein.
Beim Essen dann betrachtete mein Stiefvater die Katze noch mal sehr genau. Auf
dem Bauernhof hatte man uns "Jule" als weibliche Katze gegeben. Dort hieß "sie"
ehemals Schnäuzchen oder so. Plötzlich meinte mein Stiefpapa:" Unsere Jule ist
wohl eher ein Julius!" So kam Julius zu seinem Namen. Es war nämlich doch ein
Kater!
Wir fuhren bald zum Tierarzt, wo sich heraus stellte
dass Julius Katzen-Leukose hat! Das ist so ähnlich wie HIV beim Menschen. Aber
der Arzt meinte zu MIR das muss nicht ausbrechen. Später erfuhr ich, dass meine
Mutter wusste, dass es
bei den meisten Katzen mit 3 oder 4 Jahren ausbricht und zum Tode führt! Wir
zogen um als Julius 1 Jahr alt war. Endlich war er keine Wohnungskatze mehr,
sondern durfte auch nach draußen. Alles verlief gut, bis er 3 Jahre alt war!
Mein Stiefvater saß am Computer, Julius lag auf dem Bett. Ich habe schon da
gemerkt, dass irgendwas mit ihm nicht stimmt. Dass er krank ist. Doch keiner hat
es mir geglaubt. Und 2 Monate später lag mein Julius nur noch im Katzenkorb.
Konnte nicht mehr laufen. Mein starker Julius, der so schön schlank und
geschmeidig war,
er war jetzt nur noch dürr und bewegte sich wenig. Mein starker
Julius der selbst einen schweren Autounfall überstanden hatte, und die
Halskrause ertragen hat. Der Julius war jetzt krank- tot-krank.
Wir fuhren oft zum Tierarzt. Er bekam Spritzen um ihn
wieder aufzupäppeln. Doch nichts half mehr! Mein Stiefvater ging an diesem Tag
mit mir in die Stadt. Als Ablenkung, denn wenn ich gewusst hätte was sie
vorhaben, hätte ich sie nicht gehen lassen. Er erklärte mir beim spazieren, dass
mein Julius sehr krank ist. Und dass es ihm nicht gut geht. Der Tierarzt würde
alles versuchen. Doch meine Mutter kam nach Hause, heulend, mit dem leerem
Transportkorb. "Julius ist über die Regenbogenbrücke gegangen!", sagte sie und
lächelte. Ich war furchtbar traurig. Mein Julius! Mein geliebter Julius! Mein
starker Kater! Meine Mutter erklärte mir, dass "Warum". Der Arzt hätte ihm noch
Spritzen geben können, dann hätte er es bis morgen, Freitag geschafft. Doch in
der Nacht von Freitag auf Samstag wäre er wohl jämmerlich erstickt. Darum wurde
er eingeschläfert, ganz ruhig. Meine Mutter sagte er hätte leise geschnurrt. Ich
finde SO ein Tierarzt ist ein wahrer Held. Die Katze lieber jetzt schon zu
erlösen, als zu sagen mit den Spritzen überlebt er,
was er doch nicht tut, und
dafür noch ein heiden Geld zu kassieren.
Später an diesem traurigem Tag jedoch wusste ich dann warum mein starker Julius
gehen musste. Es war alles so geplant,
von IHM da oben. Meine Schwester kam zu
uns und war auch traurig. Sie hatte Julius auch sehr gemocht. Aber dann sagte
sie zu uns: "Wisst ihr was, ich glaub ich werd nicht mehr! Heute hat mich eine
Arbeitskollegin gefragt ob ich jemanden kenne, der ein 11 Wochen altes
Katzenbaby möchte!" Die Geschichte dieses Katzenbabys ist sehr traurig! Die
Kollegin war eines Nachts eine Landstraße entlang gefahren und plötzlich sah sie
im Scheinwerferlicht auf einem weißen Streifen auf der Straße einen kleinen,
grau-schwarzen Knäuel liegen. Der Knäuel entpuppte sich als winziges,
abgemagertes Kätzchen, dass gerade erst die Augen geöffnet hatte. Die Frau
wickelte es in ihre Jacke und sauste zum Tierarzt. Dieser gab dem Kätzchen ein
paar Spritzen, wodurch es ihm besser ging. Da es noch ein Säugling war, hatten
sie es besonders schwer. Doch dieses Problem wurde schnell gelöst, denn die
Katze der Frau hatte erst vor einem Tag Babys bekommen. So durfte also das
Kätzchen bei der Katze der Frau trinken. Doch als das Kätzchen älter wurde,
wollte es mit seinen Ersatzgeschwisterchen spielen. Also vermöbelte es, im
Spiel, die kleinen Katzen mit noch geschlossenen Augen, so konnte das nicht
weiter gehen. Die Frau hatte die Suche nach einem neuen Herrchen schon fast
aufgegeben. Im Büro wollte es keiner. Also sollte das Kätzchen ins Tierheim.
Aber an diesem Donnerstagabend, da fuhr meine Schwester sofort wieder weg, sie
rief die Frau an und sagte ihr, sie solle das Kätzchen noch behalten und warten.
Meine Eltern hatten zwar weder JA noch NEIN gesagt, sie waren immer noch
unstimmig. Am Freitagmittag hatten wir Besuch. Plötzlich klingelte es. Meine
Mutter ging in den Windfang und plötzlich hörte man ihre Stimme:" Och ist die süüß!"
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Und heute, drei Jahre später, liegt meine süße, immer noch recht kleine JULE auf meinem Bett!
Diese Geschichte wurde von Christine geschrieben
Es ist schon traurig, aber wahr! Meine letzten
Stunden sind im Anmarsch.
Ich
habe mich eine ganze Zeitlang nicht wirklich wohl gefühlt! Mir ist letzten
Sommer das Fell ausgefallen und ich hatte ganz viele Schuppen. Mein Gewicht habe
ich von 7 kg auf 5,5 kg in 2 Wochen reduziert. Meine Dosenöffner haben erst
geglaubt, das könnte die enorme Hitze sein, da ich schon immer sehr sensibel
war. Aber sie sind dann doch mit mir zum Tierarzt gefahren. Der meinte erst ich
könnte Würmer haben, also Wurmkur (pfui deibel). Des weiteren sagte er ich hätte
eine Hautentzündung und er verschrieb mir so ein komisches Öl, das unter mein
Futter gemischt wurde. Aber es half nicht wirklich!
Irgendwie ging es mir dann aber etwas besser. Mein Fell wurde wieder voller,
allerdings veränderte
sich
die Farbe. Ich bin jetzt nicht mehr schwarz, sonder dunkelgrau-braun-schwarz.
Sieht nicht mehr so vornehm aus wie früher.
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Im Dezember dann wieder die Wende. Ich war nur noch darauf aus was Fressbares zu
ergattern. Ich fresse seit dem alles. Dinge die meine Dosenöffner immer essen,
fand
ich früher abscheulich, aber jetzt sind sie ein wichtiger Bestandteil meines
Daseins. Ich trinke seit Dezember Unmengen an Wasser und bringe das auch direkt
wieder weg.
Als ich anfing mein "Geschäft" in jeder x-beliebigen Ecke zu verrichten,
überraschte Frauchen mich als ich Wasser lassen wollte und ich musste in ein
Glas pillern. Mein Urin brachten sie zur Untersuchung zum Tierarzt. Das Ergebnis
ließ auf Diabetes schließen. Meine Dosis waren erst mal richtig erleichtert.
Aber ich musste noch zum Arzt um eine Blutprobe abzugeben, nur um Folgeschäden
auszuschließen. Als
die Werte feststanden, waren meine Dosis am Boden zerstört.
Ich habe BLUTKREBS!
Frauchen nahm mich in ihrem Arm und war bitterlich am weinen. Sie flüsterte mir
in mein Ohr:"
Meine
Schönheit (so nennt sie mich immer), ich werde alles was in meiner Macht steht
tun, um Dir noch ein schönes Leben zu bereiten. Ich weiß nicht wann Du über die
Regenbogenbrücke gehen wirst, aber ich bin dann bei Dir. Ich liebe Dich von
ganzen Herzen
und es tut mir in der Seele weh, das ich Dir nicht helfen kann, um
diese Krankheit wieder los zu werden."
Für meine Krankheit gibt es zwar Behandlungsmöglichkeiten, aber die würden mein
Ableben nur hinaus zögern und nicht verhindern. Meine Dosis haben sich gegen
weitere Behandlungen entschieden, sie wollen mein Leiden nicht unnütz hinaus
zögern.
Mal könnte man meinen ich bin kerngesund, dann wieder der Rückschlag!
Der Doc hat mir zwei Infusionen gesetzt, um die Giftstoffe, die meine Leber und
die Nieren produzieren etwas zu verdünnen. Seitdem geht es mir etwas besser.
Morgens und abends bekomme ich eine Tablette
unter
mein Futter gemischt, die dafür sorgen soll, das meine Leber es etwas einfacher
hat. Meine Organe arbeiten alle nicht mehr wirklich gut.
Mittlerweile fresse ich alles was in erreichbarer Nähe für mich ist. Selbst
Abfälle ignoriere ich nicht mehr. Mein Verbrauch an Wasser liegt mittlerweile
bei 2 Litern am Tag, nicht dazugerechnet, das was ich aus den Blumenvasen
trinke. Das Ergebnis ist klar, überall setze ich Pfützen von mir hin, und die
Feste Nahrung kommt breiig nach einer halben Stunde auch wieder raus. Mein
Gewicht liegt mittlerweile nur
noch bei 2,5 kg. Nachdem was ich alles so fresse,
müsste ich mindestens 15 kg wiegen. Aber mein Körper verarbeitet nichts mehr.
Leider!
Es geht mir jetzt sehr SCHLECHT! Ich fresse viel, trinke viel! Den Rest der Zeit
verbringe ich mit schlafen. Ich liege nur noch lethargisch neben meinen
Futternapf und warte darauf das jemand ihn füllt. Meine Gedärme rumoren so laut,
das es sich anhört, als würden sie mich zerreißen.
Mein Bauch ist jetzt geschwollen wie ein kleiner Ballon und meine liebe Dosi
glaubt das es mich schmerzt, wenn sie Ihn berührt. Ich kann ihr das leider nicht
sagen, aber ich fürchte sie hat recht.
Heute
hat sie mich auf den Arm genommen und zu mir gesagt: "Meine Schönheit! Was
hältst Du davon, wenn ich Dich erlöse?" Ich habe sie angesehen und meinen Kopf
an Ihre Wange gelegt. Sie meinte dann zu
mir:" Ich hätte eigentlich gehofft das
Du von meinem Arm springst und mir damit zeigen würdest, NOCH NICHT! Ich liebe
Dich mein Süßer, und ich werde Dir bei Deinem letzten Gang beistehen!
Ich merke das mein Frauchen sehr leidet! Immer wenn sie mich anschaut, fängt sie
an zu weinen. Ich versuch sie zu trösten indem ich um ihre Beine streiche, aber
das hilft nichts.
Herrchen nimmt mich auf seinen Arm und kuschelt mit mir. Ich merke das er
Abschied nimmt und schmiege mich an ihn. Auch bei ihm kullern die Tränen. Ich
weiß er liebt mich.
Eigentlich
wollte mein Doc zu uns nach Hause kommen, aber wie würden Felidae und Tiger
darauf reagieren. Sie wissen das ich sehr krank bin, aber wäre es gut, wenn Sie
bei meinem letzten Gang dabei wären. Sie sitzen auf der Treppe und schauen mich
an. Ich versuche zu ihnen hin zu gehen, aber der Weg ist schwer und ich komme
nicht so weit. Tiger kommt zu mir und stupst mich an, so als wolle er sagen:
"Mach es gut mein kleiner Bruder, wir sehen uns irgendwann wieder. Selbst als
Herrchen die Transportbox holt, laufen sie nicht weg. Sie schnuppern noch einmal
an mir. Ich mauze und sie gehen beide weg. Macht es gut meine Freunde!
Jetzt spricht Dosi!
Wer jetzt glaubt das habe ich mir ausgedacht irrt. Ich selbst war leicht
irritiert, als ich das Verhalten meiner anderen beiden Katzen beobachtet habe.
Es war wirklich so, als ob sie wüssten, das sie Panther
nie wieder sehen würden.
Sie haben in meinen Augen richtig Abschied genommen.
Als wir dann beim Tierarzt waren, habe ich meine Schönheit auf den Arm genommen.
Der Doc meinte auch,
das
unsere Entscheidung richtig wäre. Er gab meiner Schönheit eine Spritze, damit er
sanft einschlafen konnte. Er hat sich in meinen Arm gekuschelt wie zum schmusen.
Als er schlief gab der Doc ihm dann die erlösende Spritze. Ich dachte nein, tue
ich das wirklich! Wie soll es ohne meine Schönheit den bloß sein? Mir schossen
tausend Erinnerungen durch den Kopf! Ich flüsterte in sein Öhrchen: Schlaf schön
mein Süßer! Du wirst dort schon erwartet. Dein erstes Herrchen, das Dich viel zu
früh verlassen musste, wartet schon auf Dich. Du wirst immer in meinem Herzen
sein. Ich liebe Dich und bin froh, das so etwas wie Du bei mir leben durfte.
Als die Spritze bei Panther wirkte, fing er ganz leise an zu schnurren, das war
für mich das Zeichen, das meine Entscheidung richtig war.
Wer mehr über die Weggefährten "Felidae und Tiger"
von Panther erfahren möchte, der sollte doch einfach mal die Seite
http://home.arcor.de/tipafe/tipafe.html besuchen.
Erst mal möchte ich mit
einer kleinen Vorgeschichte anfangen. Als ich im Februar 2002
in meine erste
eigene
Wohnung
gezogen bin, wollte ich meine 9 Jahre alte Katze Stubsi mit zu
mir nehmen. Ich habe auch schon
alles vorbereitet (schöne
neue Katzenmöbel
gekauft, die Wohnung „Katzensicher“ gemacht …). Doch als ich sah, wie sehr meine
Mutti unter dem Verlust von Stubsi gelitten hat, konnte ich es einfach nicht
übers Herz bringen sie bei mir zu lassen. Also habe ich schweren Herzens
entschieden die Kleine bei meiner Mutti zu lassen. Mein Freund André hat gesehen
wie sehr ich unter dieser Situation leiden musste, aus diesem Grund hat er mir
versprochen, dass wir eine neue Katze holen.
Doch es war wie verhext. Gerade in dem Jahr wo wir eine Katze suchen, gibt es bei uns in der Region keine. (nicht in Zeitungsanzeigen, nicht bei Bekannten, nicht bei dem Aushang vom Tierarzt …. Einfach nirgendwo) Ich war so unglücklich. Doch dann habe ich erfahren, dass es ganz in unsere Nähe Mietzen geben soll. Als wir eine holen wollten ging das Pech aber weiter. Die Katzen waren auf einmal verschwunden. Wahrscheinlich schon ausgeflogen. Ich saß im Auto und habe nur geheult, doch dann sagte mein Freund, dass wir mal auf die „Dörfer“ fahren wollen. Denn wo ein Bauernhof ist, sind meistens auch Katzen. Wir machten uns auf den Weg.
Nach vielen
Enttäuschungen kamen wir dann zu einer Fischerei. Ich wollte dort eigentlich gar
nicht fragen (was will schon ne Fischerei mit Katzen, die Katzen fressen doch
nur den ganzen Fisch weg), aber mein Freund ging einfach hin. Und dann
war Sie da, die erlösende Nachricht.
Die Fischer bekommen Katzennachwuchs und
zwar so ca. 30
Junge.
Man 30, da hab
ich ja die Qual der Wahl. Wir mussten noch eine Weile warten, doch dann konnten wir zum ersten Mal hinfahren und uns eine Katze
aussuchen. Als wir da waren, erfuhren wir, dass sie dieses Jahr erst vier Junge
haben. (Komisch) Naja, ich schaute mir die vier an. Zwei Graugetigerte (diese
Farbe wollte ich nicht haben, weil meine Stubsi auch so aussieht, und Stubsi
bleibt einmalig) und zwei Schwarze. Außerdem wollten wir ja noch ein Mädchen.
Die zwei schwarzen waren ein Mädchen und ein Junge. Da fiel die Entscheidung ja
nicht schwer. Ich sagte, das schwarze Mädchen nehmen wir. Und sie war sooooooo
süß. Wir mussten aber noch ein paar Wochen warten, bis wir Sie nach Hause holen
konnten.
Der Tag X kam.
Ich freute mich so. Wir fuhren zu den Fischern, doch dort (wie sollte es auch anders sein) erfuhren wir, dass die Mama mit den vier Rackern den ersten Ausflug in die Wildnis gemacht hat, und niemand wusste wohin. Wir suchten alles ab. Doch leider vergebens. Den ganzen Tag haben wir dort verbracht, wir mussten die Kleine einfach finden. (doch alles lief schief, ich bekam eine Zecke am Bein, und mein Freund und ich bekamen auch noch nen kräftigen Heuschnupfen). Spät abends sind wir dann Heim. Ich habe die ganze Nacht kaum geschlafen. Ich machte mir große Sorgen, dass etwas passieren könnte. Am nächsten Tag schrieb ich dann meine Gedanken und Gefühle auf (so Tagebuch-mäßig, das mache ich öfters). Mitten im Text klingelte das Telefon.
Ich konnte es kaum glauben, es waren die Fischer, Sie hatten die Kleinen gefunden. Wir sind gleich hingefahren und haben Sie abgeholt. Die Kleine soll Jessy heißen. Man war die süß. Sie hat sich auch sehr schnell bei uns eingelebt, schon am ersten Tag hat Sie ganz wild mit uns geschmust.
Die folgenden Tage
waren einfach nur toll. Dann ging es zum ersten Tierarztbesuch. Große
Untersuchung und
Impfung.
Naja, und beim Tierarzt erfuhren wir gleich zwei
Dinge. Wie soll ich es sagen, unsere kleine süße Jessy ist ein KLEINER SÜßER
JESSY.
Also ein Kater. Und
ich hatte mich schon gewundert warum es
hintenrum bei ihm
immer dicker wird.
Erstmal
Schock, wir wollten ja
eigentlich
eine Katze.
Doch das war uns
wenige
Minuten
später völlig egal.
Die Tierärztin
testete
Jessy
auf
Leukose (weil nur
negative Tiere geimpft werden).
Und das Testergebnis
war positiv.
Wir wussten nicht
was wir machen sollten. Leukose? – Katzenkrebs? Wir
waren erstmal total fertig. Die Tierärztin haute uns erstmal die wichtigsten
Informationen vor den Kopf (aber eindeutig zu wenig). Außerdem sagte Sie,
dass
er in vier Wochen nachgetestet werden muss um eine 100 % Sicherheit zu haben.
Zuhause war das heulen erstmal groß. Soviel Aufwand um den Kater zu bekommen und
jetzt das. Wir überlegten alle Möglichkeiten durch. Auch die Möglichkeit ihn
wieder abzugeben. Am Ende haben wir uns aber für unseren Jessy entschieden und
gegen unsere Angst. Was kann den der kleine Wurm dafür.
Für den zweiten Test gingen wir dann zu einer anderen Tierärztin (die mehr Erfahrungen mit leukosekranken Katzen hat). Der zweite Test war auch kein Schnelltest wie beim ersten Mal. Er wurde ins Labor eingeschickt. Nach Qualvollen Stunden Zuhause, haben wir dann per Telefon von der Tierärztin erfahren, dass der Test positiv war. Wieder ein seelischer Zusammenbruch. Doch die Tierärztin war sehr freundlich. Sie sagte wir sollen mal zu Ihr in die Praxis kommen, wegen einem Gespräch. In der Praxis haben wir von ihr erfahren, dass es ein Mittel gibt, das das Immunsystem stärkt. Und das schlimmste an der Leukose ist ja, dass das Immunsystem sehr geschwächt ist und die Katzen dadurch sehr anfällig für Krankheiten sind. Außerdem könnten „Leukosekatzen“ nicht mal einen Schnupfen selbstständig bekämpfen. Sie sterben oft an den Folgen. Die Tierärztin hatte mit dem Mittel schon eine Katze bei der Leukose ausgebrochen war (bei Jessy ist die Krankheit noch nicht ausgebrochen) geimpft und diese Katze wurde wieder gesund. Diese Information macht ja eine große Hoffnung, also nahmen wir den Vorschlag der Tierärztin ohne Wenn und Aber an (auch wenn es bei uns mit dem finanziellen Mitteln gar nicht gut stand, ich war arbeitslos und bekam sehr sehr wenig Geld). Jessy bekam dann 5 Tage hintereinander je eine Spritze. Ohh, das war gar nicht schön für ihn. Dann sagte die Tierärztin noch, dass wir es in einem Jahr wiederholen, aber dann nur noch eine Spritze.
Nach dem Tierarztbesuch habe ich mich noch ausführlich über Leukose erkundigt. Alles was ich an Informationen fand, saugte ich in mich rein. Doch je mehr ich las, je mehr verzweifelte ich auch. Der Gedanke, dass es keine Heilung gibt wenn die Leukose ausbricht, machte mich einfach nur krank.
Doch Jessy nahm mir
jede Angst. Er fühlte sich einfach pudelwohl. Auch die Tierärztin war sehr
zuversichtlich, dass die Leukose bei ihm nie ausbricht. (Vielleicht habe ich
mich zu sehr an diesen Gedanken geklammert). Ende Mai diesen Jahres fing es dann
bei Jessy an. Er fraß nicht mehr so viel (doch ich machte mir da keine großen
Sorgen, es war ja so warm
draußen und da ist klar, das man weniger frist). Doch aus dem wenigen fressen
wurde noch weniger (das ging ganz schnell, innerhalb von einer Woche). Außerdem
bewegte sich Jessy kaum noch. Wir machten uns nun große Sorgen. Komisch war aber
auch, dass sein Fell noch wunderschön geglänzt hat und das er auch noch gespielt
hat (zwar nicht ausdauernd aber er hat). An dem
Wochenende vom 31. Mai zum 1. Juni war es dann noch schlimmer. Am Samstag haben
wir die Tierärztin angerufen. Sie hat gesagt, dass wir es beobachten sollen und
wenn es nicht besser wird, sollen wir gleich Montag zu ihr kommen. Das taten wir
dann auch am Montag den 2 Juni. Dort bekamen wir fast einen Schock. Die
Tierärztin wies uns darauf hin, dass Jessy ganz gelbe Bindehäute hat und auch
der Kopf schon ganz gelb ist. Man wie konnten wir das nur
nicht sehen. Im
Nachhinein war es so auffällig. Die Tierärztin sagte uns, dass die gelbe Färbung
nach und nach kommt und dadurch für die Menschen, die tagtäglich mit dem Tier
zusammen sind, sehr schwer zu entdecken ist. Diese Information war uns aber
egal, hätte es der Papst gesagt, hätten wir uns trotzdem Vorwürfe gemacht. Naja,
bei der Untersuchung beim Tierarzt stellte man also fest, das die Haut gelb ist.
Diese Tatsache deutet auf ein Leberproblem hin. Da ein Leberproblem aber
verschieden stark sein kann und auch verschiedene Ursachen haben kann (muss
nicht unbedingt Leukose sein) haben wir noch einen Labortest machen lassen. Das
Ergebnis sollten wir am 3. Juni 2003 um 18.00 Uhr erfahren. Die nächsten 24
Stunden waren einfach unerträglich. Ich glaube wir haben die ganze Zeit
durchgeheult. Obwohl wir innerlich Beide wussten, dass es nur Leukose
sein kann, haben wir uns gegenseitig noch etwas Hoffnung gemacht. Auch wenn es
nicht viel gebracht hat. Der 3. Juni sollte eigentlich für meinen Freund ein
Glückstag sein, er hatte ja Geburtstag. Ein gutes Testergebnis wäre das schönste
Geschenk für ihn gewesen. Um 18.00 Uhr hat mein Freund dann angerufen. Ich
saß in der Zeit in der Küche und habe das Radio ganz laut gemacht. Ich wollte es
einfach nicht hören. Mein Freund redete etwa eine halbe Stunde mit der Ärztin.
So lange redet man doch eigentlich nur, wenn es eine Heilungsmethode gibt über
die gesprochen werden muss. Ich hatte wieder Hoffung. Je länger das Gespräch
dauerte je mehr Hoffnung hatte ich. Nachdem mein Freund fertig war mit
telefonieren kam er in die Küche. Ich fragte mit hoffnungsvollen Gesicht „Und
was ist nun?“ .......
...... Er fing an zu weinen.
Nein, ich glaubte es einfach nicht. Das kann doch nicht wahr sein. Warum unser kleiner Jessy. Warum.
Dann sagte er mir was die Tierärztin so lange erzählt hatte.
Jessys Leber war total
kaputt. Sie konnte gar nicht mehr arbeiten. Jessy ist sozusagen von innen
vergiftet. Die Tierärztin konnte uns keine Heilungsmethode geben (eine Leber
kann man nicht wieder reparieren). Sie meinte nur, dass
man es mit einer Diät
versuchen kann. Aber wir wollten unseren Jessy nicht weiter quälen (an diesem
Tag war sein Leiden schlimmer als je zuvor, ich dachte er stirbt jeden Moment).
Wenn der
Körper sich selbst vergiftet, was müssen das für Schmerzen sein. Die
Tierärztin konnte uns auch nicht versichern, dass Jessy die Nacht überlebt. Also
haben wir die SCHLIMMSTE Entscheidung unseres Lebens getroffen. Wir riefen die
Tierärztin noch mal an und fragten ob sie zu uns nach Hause kommt und unserem
Jessy die letzte Ehre erweist. Das tat Sie dann auch. Als Jessy von seinem
Leiden erlöst wurde, war er Zuhause in seiner gewohnten Umgebung, er saß auf dem
Schoß meines Freundes und ich „kusselte“ ihn in den Schlaf. Er fand es immer
wunderschön wenn ich ihn viele tausend Küsse auf die Stirn gab. Jessy war bei
dem Einschlafen ganz ruhig. Außerdem hatte er früher immer Angst vor der
Tierärztin, er fauchte wenn er nur ihre Stimme hörte. An diesem Tag war er ganz
ruhig. Die Tierärztin durfte ihn sogar streicheln. Jessy ist 19.15 Uhr über die
Regenbogenbrücke gegangen, seinen Körper haben wir in unserem Garten vergraben
(er hat ein wunderschönes Grab, so wie er es verdient hat) doch seine Seele ist
immer bei uns. Jessy, wir lieben Dich so sehr und vermissen Dich ganz
schrecklich.
Deine Mama Anja und Dein Papa André.
PS. Bitte denkt immer daran, Tiere zeigen ihr Leiden erst in letzter Minute. Sie vertuschen es, sonst werden Sie in der freien Natur von ihren Artgenossen verstoßen und das will kein Tier.
Bei Fragen oder anderen Dingen habe ich immer ein offenes Ohr. Einfach eine E-Mail an mich schreiben.
jessy_ich_vermisse_dich@yahoo.de
Es war ein Abend in Chicago (1981),
wir fuhren eine 4-spurige Autostraße entlang, als ich aus dem Augenwinkel
etwas tief im Liefereingang eines Kaufhauses hocken sah. Da würde eine Katze
niemals freiwillig sein. Ich musste zurück um nachzusehen ob ich helfen konnte
und da fand ich ihn! Ganz vorsichtig, bereit Kratzen und Beißen hinzunehmen
falls er an mir vorbei wollte, bewegte ich mich auf ihn zu; aber er rührte
sich nicht von der Stelle sondern starrte mit Panik im Blick auf die vorbeirasenden
Autos. Als ich ihn fest im Griff hatte, tastete ich erst mal nach gebrochenen
Knochen ab - alles schien heil. Dann, als ich meine Hand unterschob um ihn
hochzunehmen, stieß er sich von selbst ab und krallte sich zitternd an meiner
Schulter fest. Im Auto sah ich erst richtig in welchem Zustand er war! Total
abgemagert, ein Gerippe mit dreckig-schwarzem Fell und so ausgetrocknet!
Seine großen Augen lagen zu tief in den Höhlen und starrten mich an, dass
mir die Tränen kamen.
In Chicago gibt es ein Katzenasyl "Treehouse" genannt. Das ist ein
2-Etagen-Haus wo heimatlose Katzen bis zur Adoption gepflegt und betreut werden,
kastriert und (wenn nötig) operiert werden. Das obere Stockwerk, für die gesunden
Tiere, ist käfigfrei. Sie laufen da alle fröhlich durcheinander, oder sitzen
und hängen auf den vielen Kletterbäumen herum. Da wollte ich dieses arme Katzentier
hinbringen, weil ich doch schon 4 andere in meiner Wohnung hatte. Aber es kam
anders - Treehouse war übervoll - "sorry, no more!" Also mussten
wir ihn mitnehmen, ich hatte noch keine Ahnung wie diese Entscheidung mein
Leben bereichern sollte!
Zuhause fiel er um, als ich ihn runtersetzte und fressen konnte er nicht mehr;
er war offensichtlich bereit zu sterben. Ich machte ihm ein Körbchen im Badezimmer
zurecht, die anderen Katzenklos wurden auf den Flur gestellt und ich habe ihm
die ganze Nacht lang, alle halbe Stunde, eine kleine Eierlöffelspitze voll
vitaminangereichertes Futter an den Gaumen gewischt und ihn zum Schlucken gebracht,
zwischendurch immer wieder Wasser. Gegen morgen schlief er endlich fest ein.
Wir brachten ihn an dem Tag noch zum Tierarzt, wo er Wasser unter die Haut
bekam, aber der Arzt gab uns wenig Hoffnung, dass wir ihn durchbringen würden.
Wir schätzten ihn auf ca. ein Jahr und dachten uns, dass er wohl irgendwie
in die Lagerräume des Kaufhauses eingeschlossen wurde, eine Weile von Mäusen
lebte und als man ihn 3/4 tot fand - einfach vor die Tür setzte.
Er blieb 14 Tage in Badezimmer-Quarantäne, er fraß, wurde kräftiger und rundete
langsam aus. Als wir endlich die Tür aufmachten, dauerte es noch tagelang bevor
er freiwillig rauskam. Von da ab bekamen wir
seine
Dankbarkeit zu spüren! Wenn wir abends zur Ruhe kamen, legte er sich bäuchlings
auf meinen Schoß, langte mit gespreizter Pfote nach meinem Gesicht und patschte
immerzu sanft dagegen, während seine grünlich-goldenen Augen an meinen hingen.
Ganz plötzlich stand er dann auf und ging zu meinem Mann rüber, wo er sich
einen Augenblick schnurrend anlehnte um dann wieder zu mir zu kommen. So verbrachten
wir die Abende vor dem Fernseher - ich streichelte ihn und er mich. Rechts
und links quetschte sich je ein Katerchen in den Sessel, "Leela" die
kleine Hexe hing meinem Sohn Tymme um den Hals drapiert und Pauli lag bei meinem
Mann.
Aus dem traurigen Skelett war ein schöner, glatter, schwarzer Panther geworden!
Der einzige Schaden den er davongetragen hatte war eine Art Nervensache an
der Schwanzwurzel, wenn man ihn da anfasste biss er zu und er konnte den Schwanz
nicht richtig aufrichten, sondern schlug und wedelte damit hin und her wie
ein kleiner Hund was seine Körpersprache ziemlich durcheinander brachte. Ich
lernte seinen verdrehten Dialekt schnell zu verstehen und er schien immer zu
wissen was ich wollte.
Es dauerte ziemlich lange bis ich einen Namen für ihn fand. Bei all den anderen
ging es immer ziemlich schnell: Dojan (der Silberlöwe), Katerle, Company, Old
Smokey, Bentley, Minka, Pauli, Leela, Peterle, Freddy, Pixie - alle hörten
bald auf ihre neuen Namen nur er schien sich für nichts zu interessieren. Endlich
sagte ich:" Wenn Du Dich nicht entscheiden kannst, werde ich Dich "Wieboldt" nach
dem Kaufhaus benennen - und siehe da, sein Wackelschwanz kam hoch und er hatte
offensichtlich seinen Namen gefunden!
Wenn
ich ihn hochhob machte er sich immer total schlaff, wie ein Steiff-Schlaftier,
so dass ich ihn mir über die Schulter schmeißen konnte wie ein Handtuch, wo
er selig schnurrend hängen blieb und Krallepfötchen in die Luft machte; oder
er thronte oben auf dem Kühlschrank um die Welt von da zu beobachten. Wenn
ich staubsaugte und die anderen respektvoll die Höhen suchten, kam Wieboldt
und legte sich in den Weg um abgesaugt zu werden. Keinen Zentimeter durfte
ich vergessen, er drehte und verdrehte sich bis er genug hatte.
Inzwischen war "Company" mit 21 Jahren in den Katzenhimmel gegangen
und bald darauf folgte "Minka", als ich mich entschloss wieder in
meine Heimat (Hamburg) zurückzukehren (1990).Ich buchte mit einer Fluglinie
die Kleintiere in der Kabine erlaubten und nahm Wieboldt mit. Pauli und Leela
blieben bei meinem Sohn Tymme. Bevor meine Hamburger Wohnung frei wurde, musste
ich einige Monate im Hause meiner gerade verstorbenen Schwester bleiben, wo
ich außer einem Graupapagei "Jonas" noch zwei Mittelschnauzer betreuen
sollte. Die beiden waren bekannt dafür, dass sie Katzen jagten und sogar eine
getötet hatten; man kann sich also vorstellen mit welchen Sorgen und Ängsten
ich da mit meinem Wieboldt einzog! Ich schlief unter'm Dach und hielt die Tür
sorgfältig geschlossen. Wieboldt versteckte sich ein paar
Tage
und war zuerst etwas verstört über das Hundegebell und die fremden Gerüche
und - überhaupt - Umzugstrauma! Aber nachts in meinem Bett schien er seine
Batterien immer wieder voll aufzuladen und dann kam der Tag wo die Fensterbank
ihm nicht mehr reichte, er wollte die Tür aufhaben. Ich kann was dann kam immer
nur wieder mit Erstaunen beschreiben: Wieboldt stand oben an der Treppe und
beobachtete die beiden Hunde eine lange Zeit, ich stand da mit der dicken Leine
in der Hand und bedrohte sie mit leiser Stimme: "Plaaatz! Pfuiii! Neiiin!" -
und die beiden lagen da in ihren Körben, zitternd vor Anspannung starrten sie
das fremde Katzentier an - und gehorchten! Mir saß das Herz in der Kehle als
Wieboldt langsam die Treppe runterkam. Alle zwei-drei Stufen blieb er stehen
und steckte den Kopf durch's Geländer um die Hunde zu betrachten - dann war
er unten! Sein Wedelschwanz kam so gut es ging in die Höhe, sein Kopf hoch
erhoben, seine Haltung lässig-herausfordernd - so ging er an den Hunden vorbei
ohne sie eines Blickes zu würdigen - und die ließen es zitternd geschehen!
Auch wenn Wieboldt sich von da ab frei im Haus bewegen konnte, habe ich ihn
nie aus den Augen gelassen, wenn die Hunde drinnen waren. - Einmal, als er
nach oben wollte, versperrte Tillus der Rüde ihm den Weg. Die beiden starrten
sich einen Augenblick an und plötzlich landete Wieboldt mit ein paar leichten
Sätzen direkt unter Tillus' Kopf und hob drohend die Pfote, aber bevor ich
reagieren konnte kniff der Hund die Augen zu, drehte den Kopf zur Seite und
Wieboldt ging seelenruhig die Treppe rauf.
Eines abends saßen wir auf dem Sofa, als unter dem abgedeckten Vogelkäfig eine
Stimme ertönte: "Na mein Schaaatz?
Schlaaaf
man schön". Wieboldt schob vorsichtig die Nase unters Tuch... dann hörte
ich nur noch einen etwas erstickten kleinen Schrei und wo Wieboldt eben noch
war - war er nicht mehr - als hätte ein Spaceship ihn hochgebeamt! Ich weiß heute
noch nicht wie er so schnell aus dem Zimmer verschwinden konnte. In der hintersten
Ecke unter meinem Bett fand ich ihn wieder, mit erschrockenen Augen und weißem
Papageienpuder auf seiner schwarzen Nase, unten aber - stand "Jonas" mit
gesenktem Kopf und angehobenen Flügeln - ein wahres Bild des Überlegenen. Von
da ab, wenn der Papagei frei im Haus herumlief, war von Wieboldt nichts zu
sehen.
Als ich dann in meine Wohnung einzog, sie war 2 1/2 Stockwerke hoch mit einer
riesigen Dachterrasse, hatte ich große Sorge, dass Wieboldt wohlmöglich einem
Schmetterling hinterher über die Seite springen könnte. Aber er war klug und
hatte schon einiges gelernt, wie z.B. - wenn die Tür aufging und ich dableiben
sagte, er einen Schritt rückwärts ging und sich hinsetzte wie ein gehorsames
Hündchen, oder "runter da" hatte immer sofort die gewünschte Wirkung.
Ich klemmte ihn mir also unter den Arm, beide Vorderbeine fest im Griff, die
andere Hand im Nackenfell- und mit einer schnellen Bewegung und einem scharfen
NEIN hielt ich ihn über den Abgrund! Er schrak förmlich in sich zusammen, beim
dritten mal wehrte er sich und hat niemals , in den 9 Jahren danach auch nur
versucht einen Blick über die Einfriedigung zu tun! Auch nicht als ich später
eine Gartenbank daneben stellte.
Morgens, egal ob Sonne, Regen oder Schnee, wollte er als erstes die Terrassentür
geöffnet haben. Da
saß er
und sog die frische Luft ein, wenn aber ein Vogel auf den Blumenkübeln landete,
dann schlängelte er sich gaaanz vorsichtig rückwärts, bis er einen halben Fuß tiefer
im Wohnzimmer landete von wo aus er nur die Augen über die Schwelle hob um
den Vogel zu sehen, auch wenn der nur einen Meter entfernt war. Vögel sind
tabu, das hatte ich ihm klar gemacht! Im Wohnzimmer hatte ich einen großen
6 eckigen Hydro-Container als Goldfischteich auf dem Boden stehen - da saß er
oft, mit dem Kopf über'm Wasserspiegel und wartete bis die Fische mal Platz
machten um dann schnell ein paar Zungen voll zu trinken. Er zuckte immer ganz
schön zurück wenn sie ihn berührten, aber er machte ein regelrechtes Spiel
daraus indem er rundherum immer versuchte die Fische zu überlisten.
Mit zunehmenden Alter konnte er nicht mehr so gut hochspringen, also stellte
ich ihm überall kleine Stühle und Hocker hin, auch nachts vor meine Schlafzimmertür.
Da ich im ungeheizten Raum schlief, blieb er im warmen Wohnzimmer. Dann sprang
er so um 6 Uhr herum auf den Hocker und machte sich die Tür auf um mich dann
schnurrend und sabbernd zu nerven. Er zog immer wieder die Decke weg, oder
legte sich schwer oben auf mich drauf, bis ich ihn mit einem Ruck unter die
Bettdecke zog und so schliefen wir dann Kopf an Kopf noch eine Weile weiter.
1999
entschied ich mich dann doch wieder in die Staaten zurückzukehren, denn nun
waren da Enkelkinder. Wieder einmal packte ich meinen Wieboldt ein und wir
traten die große Reise zum letzten mal gemeinsam an. Dieses mal ging es in
ein kleines Haus auf einem großen Eckgrundstück, wo der hintere Teil hoch eingezäunt
war. Inzwischen war Wieboldt 19 Jahre alt und ließ all das mit unglaublicher
Gelassenheit über sich ergehen. Solange ich bei ihm war schien ihn nichts aus
der Fassung zu bringen. Ich hatte ihn in seinem ganzen Leben nur einmal allein
lassen müssen, das waren drei Wochen als ich in Hamburg ins Krankenhaus musste.
Eine sehr liebe Freundin hatte ihn aber so betreut wie er es von mir gewohnt
war.
Dann - Weihnachten 2000 fiel mir eine Schwellung unter dem Auge auf. Es war
Krebs! Das Geschwür wuchs mit schrecklicher Geschwindigkeit! Er fing an nur
noch auf meinem Bett zu bleiben und immer weniger zu essen. Mehrere male am
Tag trug ich ihn zum Klo und abends wartete er schon immer auf meinem Kopfkissen
auf mich. Dann wickelte er sich förmlich um meinen Kopf und während ich im
erzählte wie lieb ich ihn hatte, schnurrte er mir sein Lied vom Katzenglück
ins Ohr - bis der Abend kam wo ich ihn nicht mehr zum Schnurren bringen konnte
und am nächsten Morgen verweigerte er das Futter, er wollte nicht mehr, ich
konnte es sehen! Noch am selben Tag haben meine beiden Söhne uns zum Arzt gefahren
und sie blieben mit im Raum, als ich Wieboldt immer wieder versicherte, dass
nun alles gut wird - bis er mich nicht mehr hören konnte.
Es war im Januar und der Boden war hart gefroren, als meine Jungs da das Grab
aushoben wo Wieboldt immer so gerne unter den Farnen lag. Ich glaubte vorbereitet
zu sein, hatte ich doch schon so viele Lieblinge begraben, aber dieses mal
war es ganz anders! Mein Herz zog sich zusammen, da war dieses schrecklich
wehe Loch in meiner Mitte, dass es mir fast die Luft abdrückte.... Oh mein
Wieboldt , mein geliebter Freund, wie unerträglich ist es ohne Dich! Wo immer
Deine kleine Seele auch sein mag- ich wünsche ihr ewige, warme, schnurrige
Zufriedenheit!
Diese Geschichte schrieb Hilke
garden-omi@comcast.net
Mienz Mienz ist mir vor ca. 12 Jahren
zugelaufen, sie war wohl auch eine Streunerkatze, sie ließ sich nicht anfassen,
ich habe sie dann immer gerufen... Mienz Mienz na komm doch mal her..., habe
ihr Wasser und Futter hingestellt, aber es war nix zu machen sie kam nie
in meine Nähe. Das ihr gebotene Futter fraß sie immer, wenn wir nicht zu
sehen waren.
Eines
Tages war alles anders, Mienz Mienz saß auf der Terrasse und ließ sich anfassen
und ich dachte noch, hm was ist denn nu los? So wie ich bin, habe ich sie auf
den Arm genommen und in diesem Moment wusste ich warum sie sich anfassen ließ,
sie war verletzt. Sie hatte ein Loch im Bauch und ihre Innereien waren zu sehen.
Nun was tun?? Für mich war es keine Frage, kosten hin oder her, sie muss zum
Tierarzt. Die OP dauerte 1,5 Stunden und alles in allem habe ich 150.- DM bezahlt
was mir sehr fair von dem Tierarzt vorkam. Mienz Mienz musst nun ca. 3 Wochen
im Haus bleiben und eine Halskrause tragen, für eine Katze die nur ihre Freiheit
gewohnt war bestimmt nicht so einfach, aber sie ertrug alles mit unheimlicher
Geduld.
Mienz
Mienz hat mich seit dem nie mehr verlassen, es war eine wundervolle Katze.
Sie sprang auf keinen Tisch und ich hätte in der Küche alles auf der Arbeitsplatte
liegen lassen können, sogar ihre Leibspeise "Kalbsleberwurst",
sie hätte es nicht geklaut. Wir hatten sehr schöne Jahre zusammen, sie wartete
immer auf mich wenn ich vom Arbeiten kam, ging dann mit mir rein und wollte
schmusen und fressen. Ihren Lieblingsplatz hatte sie auf einer Gartenbank
von dort konnte sie alles sehen.
Eines Tages fing sie an überall hinzupinkeln, sie hatte ständig Durst und sie
wurde immer weniger. Der Tierarzt nahm ihr Blut ab und es stellte sich heraus
das ihre Nieren nicht mehr arbeiteten wie sie sollten. Also Nierendiätfutter
musste her! Aber ihr Zustand besserte sich nicht, Infusionen jeden Tag eine
- nix! Den Gedanken an Erlösung kam automatisch, aber wie das so ist
man hängt an seinem Tier und hofft doch immer das es wieder wird. Aber es wurde
immer schlimmer...
Montags
hatte ich einen Termin beim Arzt um ihr die erlösende Spritze geben zu lassen.
Freitags ging es ihr sehr schlecht, Samstag unverändert! Sonntagsabends kam
sie rein und legte sich unter den Tisch, sie wollte nicht mehr raus, was nie
vorkam. Ich habe bei ihr gesessen und sie schlief. Montagsmorgens mit dem Gedanken
aufgewacht - hoffentlich lebt sie noch... - sie lebte... - wollte
sogar raus und lief ganz normal! Hoffnung kommt auf. Montags nach der Arbeit,
keine Katze an der Garage - ein Blick in den Garten, keine Katze auf
der Gartenbank! Oh jeee wo ist sie jetzt? Hat sie sich irgendwo verkrochen
zum Sterben - schreckliche Bilder jagen durch den Kopf - Tür zum Garten auf
und da lag sie, sie lebte, sie konnte nicht mehr aufstehen und ich nahm sie
in meinen Arm. Ein Freund fuhr uns zum Tierarzt... die erlösende Spritze...
ich war bei ihr und sie war ganz ruhig.
Worüber ich mir aber heute noch Vorwürfe mache ist, warum bin ich nicht schon
am Freitag mit ihr zum Arzt. Ich hätte ihr gerne den Sonntag und den Montag
erspart! Sie war so schwach am letzten Tag das sie nicht einmal die Fliegen
abwehren konnte, sie legten ihre Eier in das Mäulchen von Mienz Mienz, ich
sah es wie ich sie beim Tierarzt auf den Tisch legte, das war das Schrecklichste
was ich ihr antun konnte. Noch heute weine ich darüber das ich "meine
Hoffnung" über das Leid von Mienz Mienz gestellt habe. Nur weil ich sie
nicht gehen lassen wollte!
Diese Geschichte schrieb Sabine
Muhle
Ich wohne ja erst seit letztem Jahr hier in Kiel, in einer schönen Wohnanlage
mit viel Grün rundherum. Hier leben auch sehr viele alte Leute und hier gibt
es auch etwas besonderes, nämlich Muhle! Muhle ist eine sehr alte Katze, man
weiß nicht genau wie alt, die Angaben reichen von 18 – 20 Jahren und so genau
weiß eigentlich auch keiner mehr, wie Muhle hier herkam. Aber sie gehört einfach
hier zu der Wohnanlage, sie hat hier vor unserem Haus ein kleines Schutzhäuschen
umgeben von Grün und dort ist auch der Platz wo sie gefüttert wird. Sie wird
von meiner direkten Nachbarin gefüttert, aber auch viele andere Leute hier
stellen immer wieder irgendwas an Futter für Muhle hin, sie gehört ja schließlich
dazu und jeder mag sie, auch wenn sie sich nicht anfassen lässt, sie ist eben
eine richtige Streunerin. Sie entwickelt so ihre ganz eigenen Beziehungen zu
den Menschen hier, so begleitet sie einen alten Herren jeden Tag auf seinem
Spaziergang, ein Bild für die Götter wie der alte Mann da jeden Tag mit der
Katze an seiner Seite spazieren geht und sich dabei angeregt mit ihr unterhält.
Nun ja vor ein paar Wochen fing das Drama an, Muhle begann zu kränkeln, sie
war nicht mehr so agil und sah jämmerlich aus und oft schleppte sie sich mehr
als sie lief. Ich sprach meine Nachbarin darauf an und sie meinte dann: „Och
das hat die manchmal, das gibt sich wieder, sie frisst doch gut“. Ich stellte
dann entsetzt fest dass man sie zwar die ganzen Jahre gut gefüttert hatte,
doch Wasser hat man ihr nie hingestellt! Lediglich ein Gefäß unter den Hecken
in dem sich Regenwasser fing, diente ihr als Wasserquelle. Das Wasser war brackig
und in den heißen Tagen schwand auch noch dieses bisschen recht schnell. Als
ich meiner Nachbarin erklärte, das eine Katze tagtäglich auch frisches Wasser
braucht, sah sie mich ganz entsetzt an und erklärte mir das sei ihr nie klar
gewesen. Sie hat auch zwei Wellensittiche, ob die wohl auch kein Wasser brauchen???
Wasser bekam die Muhle nun aber ihr Gesundheitszustand verbesserte sich überhaupt
nicht, diese Katze tat mir so leid, weil es offensichtlich war das sie litt
und ich rechnete eigentlich täglich mit ihrem Tod. Die alten Leute wurden nun
auch langsam aufmerksam und überlegten was man denn tun könne. Allerdings wollte
wohl keiner so recht etwas unternehmen, denn schließlich gehörte ja niemandem
die Katze, man habe sie ja schließlich nur gefüttert und wenn man sie jetzt
zum Arzt brächte würde das ja Geld kosten und Geld wolle keiner aufbringen,
es war ja schließlich eine Streunerkatze. Meine Nachbarin fragte mich um Rat
was sie denn machen könne, aber es dürfe ja nichts kosten!!! Ich suchte ihr
alle Telefonnummern und Adressen raus, die ich finden konnte und von denen
ich mir vorstellte, das sie dort vielleicht Hilfe bekommt und sie erzählte
mir auch, dass sie überall angerufen habe und alle Hilfe abgesagt wurde oder
aber erst Garniemand zu erreichen gewesen sei.
Zwischenzeitlich hatte sich ein junges Pärchen der Katze angenommen und brachte
sie zum Tierarzt um sie untersuchen zu lassen und wenn nötig auch erlösen zu
lassen. Dieses Pärchen hatte beim Tierheim angerufen und von diesem die Zusage
für die Übernahme der Behandlungskosten bekommen. Komisch nach Angaben meiner
Nachbarin war da nie jemand telefonisch erreichbar gewesen!
Muhle wurde dem Tierarzt vorgestellt und dieser diagnostizierte das sie Diabetis
hat und auch nur noch eine Niere funktioniert. Aber er meinte dass sie eine
Chance hat und behandelte sie mit Antibiotikum und Aufbauspritzen. Das Pärchen
behielt Muhle erst mal bei sich, aber das war keine Dauerlösung, denn sie hatten
selbst auch zwei Wohnungskatzen. Sie hielten Muhle in einem separaten Zimmer,
päppelten die Katze auf und es ging ihr nach ein paar Tagen tatsächlich wieder
besser, aber nach wie vor war sie weiterhin eine wilde Katze, die sich von
niemandem anfassen ließ. Nach neun Tagen schien sie so gut erholt, das sie
wieder in ihre gewohnte Umgebung (in ihr Revier) entlassen wurde und meine
Nachbarin war überglücklich das IHRE Muhle wieder da war und es kehrte wieder
die altgewohnte Routine ein.
Aber so wie die Tage vergingen verging auch die gute Verfassung von Muhle und
sie wurde wieder langsamer, zeigte kaum noch Interesse an dem was um sie herum
geschah und sie lief irgendwann nichteinmal mehr weg, wenn Leute mit Fahrrädern
oder lärmende Kinder kamen, die sie früher immer zu sofortiger Flucht veranlassten.
Aber meine Nachbarin meinte wieder: „ Ne ne, der geht es gut, die frisst und
trinkt, sie ist halt alt und kann nicht mehr so schnell.“
Diesmal wollte ich nicht mehr warten und mich darauf verlassen das die Leute
etwas unternehmen, die sich eigentlich immer um sie gekümmert hatten, denn
irgendwie hatte ich auch das Gefühl, das da zwar viel geredet wurde, aber sich
keiner traute etwas zu unternehmen, weil ja Kosten entstehen könnten. Ich nahm
Kontakt zu einer Webmasterin auf, von der ich wusste, dass sie sich im Tierschutz
organisiert und schilderte ihr den desolaten Zustand der Katze, die nun meist
nur noch apathisch dalag und auch schon wieder ziemlich schlimm aussah.
Das war am Samstag letzter Woche. Die nette Webmasterin antwortete mir noch
in der Nacht per E-Mail, denn sie war den ganzen Tag unterwegs und sie versprach
mir etwas zu unternehmen. Sie war am nächsten Tag im Tierheim, das Jubiläum
und Tag der offenen Tür hatte und sie nahm gleich wie sie es mir versprochen
hatte Kontakt auf und konnte mir dann am Sonntagvormittag mitteilen das am
Montagmorgen jemand kommen würde um die Katze mitzunehmen damit ihr endlich
kompetent geholfen werden sollte.
Sonntagmittag überschlugen sich dann die Ereignisse, eine gute Bekannte, die
auch hier wohnt und selbst auch zwei Katzen hat klingelte bei mir und sagte
mir die Muhle liege im Gras völlig fertig und würde nichtmal mehr weglaufen,
man könne sie sogar anfassen und überall waren Fliegen! Ich ging raus und sah
was mir das Herz zerriss, da lag diese stolze und
unabhängige
Katze, im Gras, sah mich an und versuchte zu miauen, aber kein Ton kam mehr
raus. Sie schrie stumm! Und entsetzt musste ich feststellen das sie übersäht
war von Fliegen und das ihr schon Sekret aus dem After lief. Sie lag im Sterben
das war mir sofort klar und wir konnten nicht mehr warten bis zum nächsten
Tag es musste sofort was geschehen, sie musste einfach erlöst werden von ihren
Qualen. Da weder ich noch meine Nachbarin ein Auto besitzen musste erst mal
jemand angerufen werden der kommt um uns mit der Katze zum Tierheim zu fahren.
Meine Bekannte rief jemanden an, der überhaupt keine großen Fragen stellte
sondern sofort da war und half. In den Minuten die wir auf das Auto warteten
saß ich bei der Katze und weinte, denn so etwas qualvolles hatte ich noch nicht
erlebt, diese wilde Katze die nie jemanden an sich rangelassen hatte legte
ihren Kopf in meine Hand und ließ sich von mir streicheln. Und während ich
dasaß, weinte und hoffte das ihr Kampf doch zu Ende gehen möge schnurrte sie
wie verrückt.
Wir legten Muhle in einen Kennel und verließen ihr Revier, nicht ohne von sämtlichen
alten Leuten beobachtet zu werden. Nein nicht offensichtlich, sie hingen hinter
ihren Gardienen damit man sie ja nicht sieht und irgendjemand schrie uns sogar
hinterher dass wir Tierquäler seien. Muhle war ganz ruhig, sie lag einfach
nur da und ich glaube sie merkte, dass wir es einfach nur gut mit ihr meinten
und ihr helfen wollten.
Wir kamen dann mit der Katze im Tierheim an, wo die Hölle los war, es war ja
schließlich Tag der offenen Tür, weil das Tierheim Jubiläum hatte. Doch das
war uns ziemlich egal, auch an so einem Tag mussten sie ja damit rechnen das
irgend ein Notfall kommt, denn schließlich haben Tiere mit Jubiläen, Sonntagen
und sonstigen menschlichen Feiertagen nichts am Hut. Wir kamen da am Büro an
und erklärten was los ist. „Ach ja das ist die Katze, wegen der wir morgen
rauskommen wollten“, hieß es dann „aber warum bringen sie uns die denn jetzt
hierher, was sollen wir denn jetzt hier mit dem Tier, unser Tierarzt ist Sonntag
nicht zu erreichen, da können wir auch nix machen.“ Mir stockte der Atem, war
ich wirklich im Tierheim? Ich erklärte noch mal und auch mit etwas mehr Nachdruck,
das diese Katze stirbt und man nun nicht mehr bis zum nächsten Tag warten könne.
Was ich nicht wusste und auch nicht bemerkt hatte, war die Tatsache, dass wir
wohl gerade in dem Augenblick da aufgetaucht waren, als es eine Pressekonferenz
zum Jubiläum geben sollte und die Journalisten der hiesigen Zeitung dort in
unmittelbarer Nähe standen. Auf jeden Fall wurde man dann kooperativer und
freundlicher und meinte dann es wäre gut das wir die Katze gebracht hätten
und nach einem Blick auf die arme Muhle und auch nachdem man den Geruch der
Katze wahrgenommen hatte, war den Leuten vom Tierheim auch klar das Dringlichkeit
bestand.
Doch man wusste auch nicht so recht wie nun weiter zu verfahren sei, denn wie
gesagt, hatte der Tierarzt mit dem das Tierheim zusammenarbeitet keinen Wochenenddienst.
Aber es gibt doch noch den notdiensthabenden Tierarzt, der könne doch helfen.
Und es gab sogar eine nette Dame die sich gleich anbot mit der Katze zu diesem
Arzt zu fahren. Doch die Leute im Tierheim die wohl dort die Entscheidungen
treffen meinten zu der freundlichen Damen (das war übrigens die Webmasterin
zu der ich Kontakt aufgenommen hatte): „Nein nicht zu dem!“
Man sagte uns das man sich der Sache annehmen würde und sich kümmern würde
und für uns sei dann alles erledigt was wir tun könnten. Die Katze sei nicht
mehr zu retten und würde die erlösende Spritze bekommen. Wir verließen uns
darauf, dass alles schon seinen richtigen Weg gehen würde, denn schließlich
waren wir ja im Tierheim, wo man zum Wohle des Tieres handelt, auch wenn dieses
Tier im Sterben liegt. Wir verabschiedeten uns von Muhle die vielen Menschen
so viele Jahre Freude gemacht hatte und fuhren ziemlich deprimiert wieder nach
Hause.
Am nächsten Tag, also Montagmorgen, rief ich noch mal im Tierheim an, um mich
zu erkundigen, wie man denn nun verfahren sei, nachdem wir weg waren. Und was
ich dann hören musste, ließ mich schier verzweifeln, denn man sagte mir, dass
der Mann, der die Katze zum Tierarzt gebracht hatte gerade zurück sei und die
Katze nun ihren Frieden habe. Es war 11.30 Uhr und wir hatten die Katze am
Tag zuvor gegen etwa 17.30 Uhr im Tierheim abgegeben. Da hat man dieses sterbende
Tier doch tatsächlich noch die ganze Nacht leiden lassen und das nur weil die
leitenden Personen des Tierheims den tierärztlichen Notdienst nicht in Anspruch
nehmen wollten. Da wurden also menschliche (finanzielle?) Belange über das
Wohl des Tieres gestellt, ist das die richtige Vorgehensweise für ein Tierheim?
Es ist wohl deshalb nicht der tierärztliche Notdienst eingeschaltet worden,
weil man mit dem keine finanziellen Sonderkonditionen ausgehandelt hat, wie
man es mit dem Tierarzt hat der das Tierheim sonst betreut. Der Muhle wäre
das mit Sicherheit ziemlich egal gewesen!!!!!!!!!!!
Wie sehr diese arme Katze noch die ganze Nacht gelitten haben muss wurde mir
spätestens dann klar als mir die Dame vom Tierheim erklärte, dass der Tierarzt
gesagt habe, dass die Katze keinerlei Chance mehr gehabt hätte, weil sie schon
innerlich zerfressen war. Ich selbst mache mir jetzt natürlich Vorwürfe warum
ich nicht schon viel früher gehandelt habe und warum ich mich darauf verlassen
habe was andere Leute mir gesagt haben. Aber was mich noch mehr beschäftigt
ist die Tatsache, dass in dieser Situation auch das Tierheim versagt hat. Ist
das die herkömmliche Vorgehensweise bei Notfällen die am Wochenende im Tierheim
landen? Lässt man einen schwer blutenden Hund der vom Auto angefahren wurde
im Tierheim auch bis montags vor sich hinbluten nur weil man den tierärztlichen
Notdienst nicht einschalten will?
Und die netten alten Leute hier in der Wohnanlage schimpfen und zetern, das
meine Bekannte und ich dafür gesorgt haben das die Katze nun tot ist, der ging
es doch gut, sie hat ja noch gefressen!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Ich bin auf jeden Fall ziemlich enttäuscht, vom Tierheim, von den Leuten hier
und nicht zuletzt auch von mir selbst und würde mir doch wünschen, das wir
alle mit etwas aufgeschlossenerem Blick für die Tiere um uns herum durchs Leben
gehen, ob das wohl möglich ist????????????
Diese Geschichte schrieb Nordsternchen
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