Tragische Konsequenz - Was passieren kann!

 

Abschied von Max

 

Es war Frühling und draußen wurden die Bäume im großen Garten wieder grün. Die Sonne strahlte wieder mit mehr Energie und sandte ihre wohlige Wärme aus. War das schön, nach draußen zu schauen. Das Leben erwachte wieder und ich hörte die Vögel singen, welche nach ihrer langen Reise aus dem Süden wieder hier in Dresden eintrafen. Natürlich wollte ich auch wieder auf dem Fensterbrett herumlaufen, auch wenn Jens mir dieses immer verbat. Bin mal ehrlich, er schaute ja nicht immer dahin und da hab ich mich leise nach draußen geschlichen. Wie es ist, in dem jugendlichen Leichtsinn. Die Großen können doch sagen was se wollen, wir wissen es doch besser.

Dass schauen allein reichte mir nicht, ich wollte einfach wieder draußen auf dem Fensterbrett rumlaufen. Ich schaute mich um und sah, dass Jens am Rechner war. Tja, welche eine Möglichkeit, wusste ja, dass ich nun unbeobachtet war. Da hörte ich Kim zu mir rufen "Miau, Miauuuuuu, Miauuuuuuuuuuuuu". Für die Leser, welche kein katzanisch können, übersetz ich es mal: "Maxi, komm rein und mach nich solch einen Quatsch. Du weist genau, dass dann Jens wieder meckert und wir wollen ihn nicht ärgern". Was nimmt sich denn diese junge Göre raus. Erst seit kurzem hier und mir als Stubenältesten Anweisungen geben, das kann ich leiden. Lass se doch schwatzen, besser miauen. Zum Glück kannte Jens zu diesem Zeitpunkt Kim noch nicht  so genau, also konnte er ihre Sprache noch nicht verstehen. Wenn er sie verstanden hätte, hätt er sich ja zu mir umgedreht. Also ich raus aufs Fensterbrett, bin doch ein mutiger Kater. Geht doch, iss doch schön, sich den Wind über die Fellnase wehen zu lassen. Ach iss dies schön!

Was war das? Ich hörte ein Rauschen in meine Richtung kommen. Was iss das????????? Kenn zwar dieses leise Rauschen / Pfeiffen von dem Wind, er iss aber mein Freund und streichelt mich so schön. Was iss dieses Rauschen, es klingt irgendwie bedrohlich. Ich werd mal lieber wieder in die Stube gehen, dort ist es bestimmt sicher. Shit, ich stehe mit dem Kopf an der Wand und muss mich nun drehen. Dies ging ja früher auch, aber mein Herz schlägt sehr schnell, ich habe

AAAAAAAAAAAAAnnnnnnnnnnnnnnggggggggggsssssssssttttttttt !!!!!!!!!

Ich schaute nach unten, ohhhhhh war das eine Höhe. Mir fielen hier so viele Gedanken ein. Wenn du hier runterfällst, das war es dann. Dies wirst Du nicht überleben. Ich wollte aber bei Kim und Jens bleiben. Kim hatte mir schon ganz zart angedeutet, dass sie sich auch in mich verliebt hat, was wollt ich denn noch mehr. Hatte den Himmel hier auf Erden und wollte dieses nicht aufgeben. Noch mal ein Blick nach unten, huch, die Angst stieg immer weiter in mir hoch.

Nun schell umdrehen und zurück. Was packt mich da von der Seite. Ich bekomme einen vollen Schlag in die Seite, was war das???? Mist, ich verlier das Gleichgewicht, will mich mit meinen Krallen festhalten. Geht nicht auf dem Blech, Mist. Könnte ja nun nach Jens rufen, er würde mir bestimmt helfen. Aber ich trau mich nicht, hab Angst vor der Mecker, die er dann über mich loslässt. Da bekomm ich evtl. die nächste Zeit kein Schabefleisch und Kim ist dann die Bevorteilte hier bei uns. Nein, dies will ich auch nicht, ich muss es allein zurück schaffen, es sind ja nur knapp 3 Meter, dann bin ich wieder in der Stube.

Also allen Mut und alle Kraft zusammen genommen und versucht, mich vorsichtig zu drehen. Da bekomm ich wieder so einen Stoß in die Seite. Jetzt weis ich, wer mir diesen Stoß gibt, es ist der Wind. Hey Wind, bist Du nich mein Freund? Ich höre aus der Ferne leise den Wind reden: " Maxl, tut mir leid, ich bin es nicht. Es ist mein großer Bruder, der Sturm. Er nimmt auf nichts und Niemanden Rücksicht. Er macht was er will und hat auch keine Achtung vor den anderen Mitbewohnern der Erde. Ich kann Dir nicht helfen, leider. Verzeih mir dies bitte. Ruf doch Jens, er ist in dieser Situation stärker als mein großer Bruder, er kann dir helfen".

Ich merke, dass ich nun doch Jens rufen muss. Lieber das Gemecker, aber Hauptsache aus dieser misslichen Lage raus. Ich hole Luft und will laut miauen. Dort wo ich Luft hole höre ich den Sturm zu mir sagen: "Was, Du willst Hilfe holen um mich zu besiegen, mich besiegt keiner". Und dann spüre ich eine Stoß, welchen ich nicht mehr abfangen kann. Ich verliere nun endgültig das Gleichgewicht, meine Krallen schaben über das Metall des Fensterbretts und ich stürze in die Tiefe.

NNNNNNNNNNNNNNNeeeeeeeeeeeeeeiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinnnnnnnnnnnnnnnnnnn.

14 Etagen, eine riesige Katzenhöhe.

JJJJJJJJJJJJJJeeeeeeeeeeeennnnnnnnnnnnssssssssss,

hilf mir. Ich schau nach oben, sehe ihn aber nicht. Es geht alles rasend schnell, ich weis nicht, was passiert, kann es einfach nicht mehr realisieren, was nun geschieht.

Was war nun los? Ich fühlte mich auf einmal leicht und merkte, wie ich aus meinem Körper raustrat. Ich sah meinen Körper weiter nach unten fallen, fühlte aber eine unwahrscheinliche Wärme in mir. Meine Angst war mit einem Schlag weg, ich fühlte mich ruhig und entspannt. Was geschieht mit mir??? Ich weis es nicht, ich kann es nicht beschreiben. Ich sah hoch, und sah Jens, wie er mit einem sehr sorgenvollen Gesicht nach unten schaute. Hörte ihn laut nach mir rufen, antwortete ihm auch, aber irgendwie konnte er mich nicht hören. Ich sah runter auf die Erde und sah meinen leblosen Körper. Was war hier los??? Ich verstand nichts mehr. Hatte keine Schmerzen, obwohl ich diese haben müsste. Ich schaute wieder hoch, tja, das Fenster war noch offen, aber ich sah Jens nicht mehr. Es streifte mich ein warmer Hauch - nicht schon wieder! Da hörte ich die Stimme von dem Wind: "Hey Maxi, sei nicht traurig. Es tut mir leid, dass du nun von Kim und Jens getrennt bist, ich konnte es leider nicht verhindern. Aber sei nicht traurig, es geht eine neue, schöne Zeit los und irgendwann in der Zukunft wirst Du auch Kim und Jens wieder bei dir haben. Schau doch mal nach links und lass dich überraschen." Naja, war ja enttäuscht von dem Wind. Aber was konnt es nun noch schaden, einfach nach links zu schauen? Also schaute ich und ich sah einen großen Regenbogen.


Was war das für ein geheimnisvolles Tor? Was wollte der Wind mir hier damit sagen? Wenn ich ehrlich bin, ich verstand nur Bahnhof. Aber was wollte ich mit diesem Tor, ich wollt doch bei Kim und Jens bleiben. Also wand ich den Blick ab und schaute nach oben und unten. Oben sah ich Niemanden mehr, nicht mal Jens. Unten auf dem Boden sah ich meinen leblosen Körper, aber ich hatte keine Angst, irgendwie war ich ganz ruhig. Lag wohl an der wohligen, sanften Wärme, welche mich überkam. Dann sah ich Jens, wie er um die Ecke des Hauses rumkam. Er hatte den Katzenkorb dabei, was wollte er damit? Er kam zu meinem Körper und kniete sich davor. Er berührte mich leicht und dannnnnnnnnnn, was war dass? Er hatte Tränen in den Augen. Ich begriff, dass er irgendwie Kummer hatte. Ich wollte nun so schnell wie möglich wieder in meinen Körper kommen und ihn dann anschauen. Jeeeeeeeennnnnnnnnssssssss, ich liebe Dich. Mist, konnte versuchen was ich wollte, ich kam in meinem Körper nicht mehr rein, was war hier los, was wurde hier gespielt? Bin ich etwa in einem schlechten Traum? Jens hob meinen Körper dann sanft hoch und legte ihn in den Katzenkorb. Er ging dann wieder um die Ecke des Hauses. Hey, was iss hier los, verstand gar nichts mehr.

Auf einmal hörte ich Susi zu mir reden. Oder bilde ich mir dies nur ein, Susi kann doch gar nicht mehr zu mir reden, sie war ja zur Regenbogenbrücke gegangen. Regenbogenbrücke ????? Hatte nicht vorhin der Wind zu mir gesagt, ich solle nach links schauen und als ich dies tat, erblickte ich ein Tor und hinter diesem einen Regenbogen. War dies die Regenbogenbrücke? Ich schaute erneut nach links und erblickte dieses Tor mit dem Regenbogen dahinter. Aber ich sah auf einmal auch dort Susi am Anfang des Regenbogens sitzen. Sie schaute mich an und sprach ganz beruhigend, in einer warmen Stimmt zu mir:

„Hallo Maxi, schön mit Dir nun endlich reden zu können. Ich habe die Zeit über Euch immer beobachten können, konnte nur keinen Kontakt zu Euch aufnehmen. Auch Deine Eskapaden habe ich sehen können. Naja, kenn dich ja, versuchst ja immer deine eigenen Kopf durchzusetzen. Wie weit dies gehen kann, hast ja nun gemerkt. Du bist nun von der Welt gegangen, wie ich damals vor vielen Monden. Aber ängstig dich nicht, hier ist eine Welt, noch schöner, als du es jemals erlebt hast. Hier wirst du viele Bekannte / Freunde treffen, welche auch bereits diesen Weg gegangen sind. Komm einfach her und schau es Dir an, ich werde dir helfen, dich hier zurecht zu finden.“

Einerseits war ich neugierig auf das, was mir Susi sagte. Aber so richtig wollte ich auch nicht. Ich wollte zu Kim und Jens!!!!!!!! Auf einmal merkte ich, dass ich mich auch nach oben frei in der Luft bewegen konnte, eine ganz neue Erfahrung! Können wir Katzen dies eigentlich? Naja, egal, merk ja, dass ich es kann. Also kurzer Weg hoch in die Wohnung. Das Fenster war im angelehnten Zustand und ich konnte über den Spalt in die Wohnung gelangen. Was war hier los, alle in Trauer. Kim saß auf dem Fensterbrett und rief nach mir.

„Maxiiiiiiiiiiiiiiiiii, Maxiiiiiiiiiiiiii, wo bist Du?“ Hey Kim, ich bin ja hier. Was war los, ich konnte Kim sehr gut verstehen, aber sie rief weiter nach mir. Konnte sie mich nicht verstehen? Konnte sie mich nicht sehen? Ich schmiegte mich an Kim, keine Reaktion. Was war los????? Ich verstand die Welt nicht mehr. Dann hörte ich den Schlüssel in der Tür und sie ging auf. Ich gleich zur Tür gesaust um Jens zu begrüßen und zu sagen: „Hallo, hier bin ich“. Jens reagierte nicht auf mich, er hatte den Katzenkorb in der Hand und viele Tränen in den Augen. Dann sah ich in den Katzenkorb. Da lag mein lebloser Körper drin. Ich versuchte, in meinem Körper wieder zu gelangen, ging nicht.

Jens legte ein Tuch im Bad aus und legte dann ganz sanft meinen leblosen Körper darauf. Mann, was war hier los, bin ich wirklich in einem schlechten Traum?


Aus der Stube hörte ich Kim nach mir rufen, ich war doch hier, warum konnten mich Kim und Jens nicht hören, wenn ich antwortete? Ich begriff gar nichts mehr. Mir fielen in diesem Moment alle möglichen Gedanken ein, wie ich hier in dieser Wohnung gelebt habe. Es war doch schön, nachts mit Jens zu kuscheln. Es war alles hier so schön, aber ich hörte Susi auch rufen, komm rüber, hier iss nun Deine Welt. Es wird die Zeit kommen, wo du wieder mit Kim und Jens schmusen kannst. Aber nun komm endlich in diese neue Welt, die alte Welt gibt es nicht mehr für Dich. Es zogen so viele Bilder von meinem Leben bei Susi, Kim und Jens vorbei.

Ich hörte hier Susi wieder zu mir reden. Sie sagte, dass sie es versteht, dass ich nicht hier weggehen möchte. Aber dies sei der Lauf des Lebens, auch von Vertrautem wegzugehen und einen Neuanfang zu wagen. Da sie sah, dass ich immer noch sehr skeptisch war und mich nicht entscheiden wollte, erzählte sie mir die Geschichte von dem kleinen, roten Kater. Ach, ich lass dieses besser Susi erzählen, sie kann dies besser:

Der kleine rote Kater blieb plötzlich stehen. Hinter ihm spielten Kätzchen auf einer bunten Sommerwiese, jagten einander und rauften spielerisch. Es sah so fröhlich aus, aber vor ihm, im klaren ruhigen Wasser des Teiches, sah er seine Mami. Und sie weinte bitterlich. Er tapste ins Wasser und versuchte, sie zu berühren, als er das nicht konnte, hüpfte er hinein. Nun war er ganz nass und Mamis Bild tanzte auf den Wellen fort. "Mami" rief er. "Ist etwas nicht in Ordnung?" Der kleine rote Kater drehte sich um. Eine Damen stand am Ufer des Teiches, mit traurigen, aber liebevollen Augen. Der kleine rote Kater seufzte und kletterte aus dem Wasser. "Das muss ein Fehler sein," sagte er "Ich sollte nicht hier sein". Er sah zurück ins Wasser und das Bild seiner Mami spiegelte sich wieder darin. "Ich bin doch noch ein Baby. Mami sagt, das muss ein Irrtum sein. Sie sagt, ich darf gar nicht hier sein".

Die freundliche Dame setzte sich ins Gras. Der kleine rote Kater kletterte in ihren Schoß. Es war nicht Mamis Schoß, aber es war fast genauso gut. Als sie begann, ihn zu streicheln und genau dort unter dem Kinn zu kraulen, wo er es am liebsten mochte, fing er fast gegen seinen Willen zu schnurren an. "Ich fürchte, es ist kein Fehler. es ist dir bestimmt, hier zu sein, und deine Mami weis es tief in ihrem Herzen", sagte die Dame. "Aber es ist so traurig. Es tut mir so weh, sie so weinen zu hören, und auch Daddy ist traurig". " Aber sie wussten von Anfang an, das dies geschehen würde". "War ich den krank?" Das überraschte den kleinen roten Kater. Niemand hat jemals etwas darüber gesagt und er hatte oft zugehört wenn sie dachten, er schliefe. Sie sprachen stets nur darüber, wie süß er war und wie schnell er gewachsen war. "Nein, sie wussten nicht, dass du krank warst", sagte die freundliche Dame. "Aber dennoch wussten sie, dass sie die Tränen gewählt hatten". "Nein, das taten sie nicht", sagte der kleine rote Kater. " Wer würde schon Tränen wählen?"

Sanft küsste die Dame sein Köpfchen. Er fühlte sich sicher und warm und geliebt - aber er war noch immer voller Sorge um seine Mami. " Ich will dir eine Geschichte erzählen", sagte die Dame. Der kleine rote Kater sah auf und sah die anderen Tiere näher kommen. Katzen - Big Boy und Snowball, Shamus und Abby und auch Little Cleo und Robin. Merlin, Tobby und Iggy und Zachary, Swetty, Kamata und Obie. Hunde auch - Sally, Baby und Morgan, Rocky und Belle. Sogar eine Eidechse namens Clyde und einige Ratten und ein Hamster namens Odo. Alle legten sich erwartungsvoll ins Gras rund um die Dame und sahen erwartungsvoll zu ihr auf. Sie lächelte und begann.

"Vor langer, langer zeit gingen die kleinen Engel zum Oberengel und baten ihn um Hilfe, weil sie so einsam waren. Der Oberengel brachte sie zu einer großen Mauer mit vielen Fenstern und ließ sie aus dem ersten Fenster auf alle möglichen Dinge schauen - Puppen und Stofftieren und Spielzeugautos und vieles mehr. "Hier habt ihr etwas, das ihr lieben könnt", sagte der Engel " Diese Dinge werden euch eure Einsamkeit vertreiben". "Oh, vielen Dank", sagten die kleinen Engel. "Das ist gerade, was wir brauchen". "Ihr habt das Vergnügen gewählt", erklärte ihnen der Oberengel.

Aber nach einiger Zeit kamen die kleinen Engel zurück. "Dinge kann man schon lieben", meinten sie. "Aber sie kümmern sich nicht darum, dass wir sie lieben". Der Oberegel führte sie zum zweiten Fenster. Sie sahen hinaus und sahen alle möglichen Arten wilder Tiere. "Ihr könnt diese Tier lieben", sagte er. "Sie werden wissen, dass ihr sie liebt". Die kleinen Engel waren begeistert. Sie liefen hinaus zu den Tieren. Einer gründete, ein anderer ein Naturschutzgebiet, einige fütterten die Vögel. "Ihr habt die Befriedigung gewählt", sagte der Engel.

Aber nach einiger Zeit kamen die kleinen Engel zurück. Sie wissen das wir sie lieben" sagten sie, "aber sie lieben uns nicht wieder. Wir möchten auch geliebt werden". So führte sie der Oberengel zum dritten Fenster und zeigte ihnen die Menschen. " Hier sind die Menschen zum lieben", erklärte er ihnen. Die kleinen Engel eilten hinaus zu den Menschen. "Ihr habt die Verantwortung gewählt" sagte der Oberengel.

Aber bald waren sie wieder zurück. "Menschen kann man schon lieben", klagten sie, "aber oft hören sie auf, uns zu lieben und verlassen uns. Sie brechen unsre Herzen". Der große Engel schüttelte den Kopf. "Ich kann euch nicht mehr helfen. Ihr müsst mit dem zufrieden sein, was ich euch gegeben hab" Da entdeckte einer der kleinen Engel ein weiteres Fenster und sah kleine und große Hunde und Katzen, Eidechse, Hamster und Frettchen. Die anderen liefen herbei und bestaunten sie. "Was ist mit denen?" riefen sie. Aber der Oberengel schob sie vom Fenster weg. "Das sind Gefühlstrainer" sagte er " aber wir haben Probleme mit ihrem Operating System". "Würden sie wissen, dass wir sie lieben?" fragte einer. "Ja" erwiderte der Oberengel widerstrebend. "Und würden sie uns wiederlieben?" fragte ein anderer. "Ja" erwiderte der große Engel. "Werden sie je aufhören, uns zu lieben?" riefen sie. "Nein" gestand der große Engel. "Sie werden euch für immer lieben", "Dann sind sie genau das, was wir uns wünschen", riefen die kleinen Engel.

Aber der Oberengel war sehr aufgeregt. "Ihr versteht nicht", erklärte er ihnen. "Ihr müsst sie füttern, und ihr müsst ihre Umgebung reinigen und für immer für sie sorgen". "Das tun wir gerne" riefen die kleinen Engel Und sie hörten nicht zu. Sie beugten sich nieder und nahmen die zahmen Tiere in die Arme und die Liebe in ihrem Herzen spiegelte sich in den Augen der Tiere. " Sie sind nicht gut programmiert" rief der Oberengel, "es gibt keine Garantie für sie. Wir wissen nicht, wie lange sie halten. Manche hören sehr rasch auf zu funktionieren und manche halten länger!" Aber das kümmerte die kleinen Engel nicht. Sie drückten die warmen weichen Körperchen an sich und ihre Herzen füllten sich mit Liebe, so dass sie fast zersprangen. "Wir haben unsere Chance!" riefen sie. "Ihr versteht nicht", versuchte es der Oberengel zum letzten Mal. "Sie sind so gemacht, dass selbst der haltbarste von ihnen euch nicht überleben wird. Euer Schicksal wird sein, durch ihren Verlust zu leiden!" Die kleinen Engel betrachteten die Tiere in ihren Armen und schluckten. Dann sagten sie tapfer: "Das macht nichts. Es ist ein fairer Tausch für die Liebe, die sie uns geben". Der Oberengel sah ihnen nach und schüttelte den Kopf. " Nun habt ihr die Tränen gewählt flüsterte er.

"Und so ist es auch geblieben", meinte die freundliche Dame. "Und jede Mami und jeder Daddy weis das, wenn sie euch in ihr Herz schließen, dass ihr sie eines Tages verlassen werdet und sie weinen müssen." Der kleine rote Kater setzte sich auf. "Warum nehmen sie uns dann zu sich?" fragte er erstaunt. "Weil auch eine nur kurze Zeit eurer Liebe den Kummer wert ist". "Oh" sagte der kleine Kater und starrte wieder in den Teich. Da war noch immer das Bild seiner Mami, weinend. "Wird sie jemals aufhören zu weinen?" Sie nickte. "Sieh, der Oberengel bedauerte die kleinen Engel. Er konnte die Tränen nicht weg zaubern, aber er mochte sie besonders".

Sie tauchte die Hand in den Teich und ließ das Wasser von ihren Fingern tropfen, "er machte heilende Tränen aus diesem Wasser. Jede Träne enthält ein bisschen von der glücklichen Zeit und all dem schnurren und streicheln und der Freude an dir. Wenn deine Mami weint, heilt ihr Herz. Es mag seine Zeit dauern, aber durch ihre Tränen fühlt sie sich besser. Nach einiger Zeit wird sie nicht mehr so traurig sein, wenn sie an dich denkt, und sich nur der schönen Zeit erinnern. Und sie wird ihr Herz wieder für ein neues Kätzchen öffnen". "Aber dann wird sie eines Tages wieder weinen!" Die Dame lächelte ihn an und stand auf. "Aber sie wird auch wieder jemanden lieb haben, daran wird sie denken".

Sie nahm Big Boy und Snowball in kraulte Morgan genau dort am Ohr, wo sie es mochte. "Sieh nur, die Schmetterlinge kommen. Sollen wir nicht spielen gehen?" Die anderen Tiere liefen voraus, aber der kleine rote Kater wollte seine Mami noch nicht verlassen. "Werden wir jemals wieder zusammen sein?" Die freundliche Dame nickte. " Du wirst in den Augen jeder Katze sein, die sie ansieht, und sie wird dich in jedem schnurren jeder Katze hören, die sie streichelt, und spät in der Nacht wenn sie einschläft, wirst du ihr nahe sein und ihr werdet beide Frieden haben. Und bald, eines Tages, wirst du ihr einen Regenbogen senden, damit sie weis, das du in Sicherheit bist und hier auf sie wartest", " Das gefällt mir", sagte der kleine rote Kater und warf einen letzten Blick auf seine Mami. Er sah ihr lächeln unter ihren Tränen und wusste, dass ihr eingefallen war, wie er fast in die Badewanne gefallen wäre. "Ich hab dich lieb. Mami", flüsterte er. " Es ist schon okay, wenn du weinst". Er blickte nach den anderen, die spielten, und lachten mit den Schmetterlingen. "Oh, Mami? Ich geh jetzt spielen, okay?"" Aber ich werde immer bei dir sein, das verspreche ich." Dann wandte er sich um und lief den anderen nach.

Diese Geschichte überzeugte mich. Es tut mir leid, dass ich nun Eure Welt verlassen werde, aber wir werden uns bestimmt am Fuße der Regenbogenbrücke wieder sehen. Ich ging daraufhin zu Susi und wir gingen dann gemeinsam zum Regenbogen, zu dieser neuen, mir unbekannten Welt. Susi zeigte mir kurz, wie es in dieser Welt war. All die vielen Tiere und Menschen und kein Hass, es war ein Bild der Liebe. Ich verstand, dass ich nun zu meinen bisherigen Begleitern auf der Erde adieu sagen musste. Ich werde Euch alle nicht vergessen und wir werden uns wieder sehen, ich freu mich schon darauf. Es war aber auch irgendwie schön, nun endlich wieder bei Susi zu sein. Auch freute es mich sehr, dass Susi nun keine Schmerzen mehr hatte und auch wieder rumtollen konnte. Bis bald, und vergesst mich nicht in Euren Herzen. Wir werden uns bestimmt wieder sehen, ich kann dieses mit Sicherheit nun sagen, da ich ja auch wieder Susi an meiner Seite habe.
 

 

Diese Geschichte wurde von Jens geschrieben. Wer mehr erfahren möchte, wie hat Max gelebt und wer waren seine Freunde, der sollte sich mal die Homepage  "Meine Katzen und ihr Leben hier auf dieser Erde" unter der URL www.catsmen.com anschauen.

 

 

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