25. Mai 2005 bis
06. Juni 2005
Nordsternchen goes Chicago um Hilke zu besuchen
   

Wer nun einen der üblichen Reiseberichte erwartet, indem beschrieben wird, wie man von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit hechtet und dazwischen nicht weniger hektisch versucht sich zu erholen, also der ist hier total falsch. Denn meine Reise in die USA war ja nicht als Erholungsurlaub mit Sightseeingprogramm gedacht, sondern als Besuch bei einer lieben Freundin, die ich endlich auch mal ganz real kennenlernen wollte.

Seinen Anfang nahm wohl alles im November 2002, da fand Hilke nämlich den Weg in Nordsternchens-Katzenforum und schnell wurde klar, die Frau weiß viel über Katzen zu berichten. Schnell wurde HilkeUSA, die deutsche Frau mit Hamburger Wurzeln, die schon seit etwa 40 Jahren in der USA  lebt, eine feste Institution im Forum und viele fragten nicht mehr allgemein im Forum, sondern sprachen ganz gezielt Hilke an, weil sie über eine langjährige Erfahrung mit Katzen berichten konnte. Bald war Hilke für mich nicht nur ein festes Bestandteil des Forums, sondern auch eine liebe Freundin, mit der ich in regelmäßigem E-Mail-Kontakt stand. Am Anfang war es bestimmt Faszination an der Person, denn mich begeisterte das sie erst mit 72 Jahren den Computer für sich entdeckte und nun das Internet vor ihr nicht mehr Sicher war, in dem Alter wo andere Damen von Liebesromanen schwärmen, erzählte sie mir, das sie absoluter Science-Fiction-Fan sei und auch sonst passte ihr Alter so gar nicht zu dem was sie machte und mochte. Aber sehr schnell stellte ich fest, es war nicht nur Faszination an der Person, nein, die Chemie stimmte einfach und so wurden die E-Mails freundschaftlicher und bald war es so, als würde man sich schon seit Jahren kennen und nicht so, als hätte man sich noch nie im Leben gesehen.

Mit der Zeit wurde bei mir der Wunsch immer größer, Hilke auch mal persönlich zu treffen. Einfach Klönschnack mit ihr zu halten, wie man es in Hamburg auszudrücken pflegt. Da Hilke sich strickt jeder Einladung widersetzt hatte nach Deutschland zu kommen, war mir klar, das ich dann wohl nach Amerika fliegen müsste. Hilke hegt großes Heimweh nach Hamburg, aber sie hat ihre ganze Familie in der USA und ein Besuch hier in Deutschland würde das Heimweh nur noch schlimmer machen. Da  Amerika aber nicht mal eben "umme Ecke" liegt, hat es bis zu diesem Jahr gedauert, bis es mit dem Besuch bei Hilke klappte.


Wellcome to America | Erst mal beschnuppern | Familientreffen | Nordsternchen im
Kaufrausch |
Feenhüte, Elfen sowie Gold und Silber | Wir sprechen Engerikatsch | Unterwegs in Sachen Katzen-News | Chicago here we come |
Kalle vs. Raccoon | Abschied nehmen | Und was sagt Hilke dazu?


Wellcome to America

Es ist ja schon ein komisches Gefühl, wenn man zu jemandem kommt, den man zwar über E-Mails sehr gut zu kennen glaubt, aber doch noch nie gesehen hat. Und so war es ein eigenartiges Gefühl zwischen Vorfreude, Unsicherheit und Bedenken wegen des weiten Fluges, als ich mich auf den Weg machte. Ich flog von Hamburg nach Amsterdam und dann von dort aus weiter nach Chicago. Alles klappte prima und die lange Zeit verflog im nu, weil ich immer wieder einschlief, schließlich war ich ja schon seit Tagen so aufgeregt, das der Schlaf doch ziemlich gelitten hatte.

Die Gegend rund um Chicago aus dem Flugzeug. Im Hintergrund ist sogar der Michigansee zu erkennen. Nur noch wenige Meter - Hilke ich komme!

Irgendwann zur Mittagszeit kam ich dann in Chicago am Flughafen O'Hare an, obwohl ich doch ziemlich mitgenommen vom langen Flug war, so wurde ich doch schlagartig wach, als ich beim Aussteigen aus dem Flugzeug den Militärton, der auch gut einem Bootcamp hätte entstammen können, einer resoluten Dame vernahm. Wow, wo war ich denn hier gelandet? Zum Glück der englischen Sprache mächtig, verstand ich ziemlich schnell, das diese Dame uns nur darauf aufmerksam machen wollte, das wir unsere Papiere offen bereitzuhalten hätten. Was die wohl getan hätte wenn ich erst noch nach meinen Papieren hätte in der Tasche kramen müssen, ob die mich dann verhaftet hätte? Na ja, ich war hellwach und aufmerksam, denn in dem selben Ton ging es weiter, Gesichtskontrolle mit Foto schießen, Fingerabdruck abgeben und wenn man diese um Freundlichkeit vergeblich bemühten Menschen nicht auf Anhieb verstand, dann konnte der Ton auch gerne noch mal ein wenig verschärft werden.

Oh wie war ich froh, als ich das hinter mir lassen konnte und sogar den Schnüffelhunden (goldige Beagle) entgangen war, schließlich hatte ich verbotener Weise ziemlich viele Katzenleckereien in meiner Tasche geschmuggelt *fg*. Na ja, diese Hürde war genommen und nichts stand dem Treffen mit Hilke im Weg.
 

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Erst mal beschnuppern

Schon durch die Tür am Flughafen sah ich Hilke, na schließlich hatten wir uns schon oft Bilder von uns gemailt, so dass es mit dem Erkennen gar nicht so schwer war. Aber Hilke wollte wohl auf Nummer Sicher gehen, sie hatte ein Plakat mitgebracht auf dem eine schöne handgemalte Katze war und ein kleinen botanischen Willkommensgruß hatte sie auch mit dabei. Päh, eigenartiges Gefühl oder Unsicherheit, wir nahmen uns in den Arm und plapperten sofort los *lol*. Ich sag ja, es war so als würden wir uns schon seit Ewigkeiten kennen.

Hilkes Häuschen mit dem riesigen Vorgarten. Wirklich sehr einladend! Na das ist doch ein idyllisches Plätzchen zum Wohnen, oder? Und hier nun der Eingangsbereich, das ist doch Romantik pur!

Mit dem Taxi ging es dann zu Hilkes Haus, wo ich nicht schlecht staunte, ein schönes Häuschen mit einem wunderschönen Garten, vielen Blumen in einer doch sehr ländlich wirkenden Gegend mit ganz viel Grün drumherum. Wirklich sehr idyllisch und so gar nicht amerikanisch *fg*, auch im Haus eher ländliche Gemütlichkeit von Ikea, als bunter Kitsch und protzige Möbel, wie die Amerikaner es so lieben.  Ich fühlte mich gleich sehr wohl, zumal ich ja auch von Hilke und ihren Katzenfratzen so liebevoll empfangen wurde. Na ja, Ella war da noch etwas zurückhaltend, aber sie gewährte mir einen Blick in ihr kohlrabenschwarzes Gesicht und blinzelte mich sogar an.

Nachdem ich mich dann erst mal frisch gemacht hatte, war ich wieder topfit und als ich dann auch noch einen Kaffee und ein leckeres Stück Kuchen bekam, war die Welt wieder so wie ich sie gerne hab. Kalle und Willie beschnupperten mich ausgiebig und stellten schnell fest, das der Besuch aus Deutschland wohl ganz in Ordnung ist, schließlich lässt die sich ja sogar erweichen, was von ihrem Kuchenstück abzugeben *fg*, da kann man dann auch mal das Köpfchen hinhalten und sich Streicheln lassen.

Angekommen! Na jetzt aber erst mal Dreibein anrufen und berichten. Kalle und Willie kein bisschen scheu! Hilke genießt den ersten Kaffee aus der neuen Katzentasse.
Kalle ist die Ruhe selbst, ... ... na ja, Ella noch nicht ganz ... ... aber dafür Willie!

Hilke und ich verbrachten den ganzen Tag mit Sabbeln, es gab ja erst mal so viel zu erzählen und außerdem war ich ja nun doch auch zu geschlaucht um gleich den ersten Tag noch mit großartigen Aktionen zu verbringen. So verging der erste Tag im Fluge und ehe wir uns versahen, war es abends 23.00 Uhr und ich konnte todmüde, mit so vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen ins Bett fallen, schließlich war ich ja seit etwa 36 Stunden auf den Beinen gewesen.
 

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Familientreffen

Am zweiten Abend trafen wir uns mit Hannes und dessen Familie, das ist Hilkes älterer Sohn, den jüngeren Tymme sollte ich erst in der zweiten Woche kennenlernen. Wir gingen alle zusammen zum Essen in ein Restaurant, wo man ganz tollen Fisch essen konnte. Es war eine lustige Gesellschaft, denn außer Hilke, Hannes und mir, waren auch Hannes' Frau Tina und die beiden Kinder Alicia und Lukas, sowie Tina's Mutter Myra und Alex, Tina's Sohn aus erster Ehe und dessen Freundin Tiffany dabei. Es war also schon ein kleines Familientreffen an dem ich teilhaben durfte.

Joe's Crab Shack, schon von außen ziemlich außergewöhnlich. Beim Essen mit Hilke's Sohn Hannes und dessen Kindern Alicia und Lukas.

Besonders fasziniert war ich aber von dem Restaurant Joe's Crab Shack, da hingen an der Decke ganz viele interessante Dinge, so z. B. ein überdimensionaler weißer Hai und viele Sachen die einfach nur an Strandgut erinnerten. Einfach nur bunt, bunter, am buntesten *fg*! Und als wir dann dasaßen und uns unterhielten, ging auf einmal laute Musik los und die Kellner die uns eben noch bedient hatten, führten einen Tanz auf. Ich ließ mich dann aufklären, das dies ganz normales Prozedere sei in dem Lokal und das jeder der da arbeitet auch tanzen muss - wie verrückt! Aber solche Unterhaltungszeremonien scheinen bei den Amis wohl ganz normal, denn als ich mit Hilke ein paar Tage später im Shopping-Center war, sah ich auch da in einem Fast-Food-Restaurant auf einmal die Angestellten einen Gemeinschaftanz aufführen.
 

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Nordsternchen im Kaufrausch


Der Zeitpunkt für den Besuch bei Hilke, war unbewusst sehr gut gewählt, denn in der Zeit, als ich dort war, war auch das Memorial-Day-Weekend. Das ist eine Feiertag, an dem der Kriegsveteranen und auch der Gefallenen der vergangenen Kriege gedacht wird. Aber wer nun denkt, das sei ein sehr andächtiges und besinnliches Wochenende, weit gefehlt, denn dieses Wochenende wird zum größten Teil dafür genutzt, eine schöne Zeit mit der Familie zu verbringen und das dann mit einem Grillfest zu zelebrieren. Aber zu diesem Termin findet auch eine Art Ausverkauf statt, wohl mit unseren Sommer- oder Winterschlussverkäufen vergleichbar. Da werden besondere Angebote gemacht und man ist ganz darauf eingestellt, das die Familien frei und dadurch Zeit zum Einkaufen haben.

Ein riesiges Einkaufszentrum, mit allem was man braucht oder meint zu brauchen *lol*. Hilke freut sich über Nordsternchen im Kaufrausch *fg*! Und für diejenigen die sich hier nicht zurechtfinden, eine freundliche Information.

Natürlich hat Hilke mich auch in eine der großen Shopping Malls geführt und zwar ins Woodfield-Shopping-Center. Na ja denkt ihr nun, was kann an einem Einkaufszentrum in USA schon viel anders sein - also, zuerst einmal wäre da wohl die Größe, denn dieses Shoppingcenter ist riesig und um alle Geschäfte zu besuchen, bräuchte man schon ein paar Tage. Aber was mich viel mehr immer wieder in Verzückung geraten ließ, waren die vielen Sachen, die ich da fand und die teilweise so viel günstiger waren, als hier in Deutschland. So konnte man sich die Preise für  Sportartikel und Designerjeans kaum vorstellen. Tolle Sport-Marken-T-Shirts in sehr guter Qualität waren da für unter 10 Dollar zu bekommen und da ich ja auch immer an mein Dreibein zuhause dachte, hab ich ihm gleich mal nen ganzen Stapel gekauft *fg*.

Aber auch ein Besuch in einem simplen Supermarkt wurde für mich zum Erlebnis, die Lebensmittel sahen alle so lecker ungesund aus *fg, so sind da himmelblaue oder quietschgrüne Kekse wohl völlig normal und Cremetorten in allen Variationen gehören zum normalen Warensortiment. Ich glaube auch, in den USA gibt es wohl kaum Single-Haushalte, denn alles war da in riesigen Familienpackungen zu kaufen, so waren die normalen Kartoffelchip-Tüten so groß, das sogar ich davon tagelang zehren konnte und glaubt mir ich bin ein Kartoffelchip-Fan.

Für alle die Jelly Bellys nicht kennen, so sehen sie aus und die schmecken sooooooo gut! Im Woodfield Shopping Center gibt es auch das Kaufhaus Sears. Ach ja, und diese Schuhe mußten es unbedingt sein! Puma Speed Cat Ballerinas!

Mein besonderes Highlight war auch essbar, ziemlich klein und in den USA sogar ziemlich gewöhnlich! Ich gestehe, ich bin ein Jelly-Belly-Fan und da war ich nun im Jelly-Belly-Ursprungsland *fg*, was für eine fatale Fügung! OK. Jelly Bellys gibt hier bei uns auch zu kaufen, aber sie sind so teuer, das ich sie mir nur selten leiste und als ich dann im Woodfield-Shopping-Center auch noch einen Candy-Shop sah, in dem es alle Sorten zu kaufen gab, war es um mich geschehen *lol*.

Fazit ist, das mein Kaufrausch nur durch den Gedanken gebremst werden konnte, das ich ja auch alles was ich einkaufte irgendwie nach Hause bringen musste. Hilke meinte zwar immer, das wäre doch gar kein Problem, sie würde mir noch einen Koffer geben, den ich mitnehmen könnte, aber ehrlich so durchgedreht wollte ich nun wirklich nicht enden *lol*.
 

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Feenhüte, Elfen sowie Gold und Silber


Aus Hilkes E-Mails und auch von den mitgeschickten Bildern wusste ich ja schon, das sie eine ganz große Liebe zu ihrem Garten pflegt, aber als ich dann bei ihr ankam, war ich geradezu entzückt von dem romantischen Bild, das sich mir bot. Da war kein Vergleich zu den sonst in USA so üblichen Gärten, die ein bisschen wie mit dem Lineal vermessen aussehen und wo kein Grashalm krumm wächst , der Mittelpunkt immer ein überdimensionaler Grill ist und mindestens eine amerikanische Flagge weht *fg*.

Die Elfe hält eine wassergefüllte Schale, die als Tränke für Vögel und Schmetterlinge dient. Eine der Elfen, die den Teich und damit auch Gold und Silber bewacht. Und dies ist die andere Elfe, die auch immer für frisches Wasser im Teich sorgt.

In diesem Garten war das anders, da dürfen Blumen wachsen, wie sie eben mögen, die Blüten vom Klee werden nicht als Unkraut sondern als Gartenzierde betrachtet und alte dörre Baumstämme dienen als Beeteinfassung. Den absoluten Blickfang bilden drei Elfen, die ausschauen, als würden sie jede Nacht, wenn es keiner sieht zum Leben erwachen und tanzend durch den Garten hüpfen. Tagsüber erstarren sie dann wieder und leisten Glockenblumen, Rosen, Feenhüten und vielen anderen hübschen Blüten Gesellschaft.

Willie fühlt sich katzwohl, denn irgendwo findet sich immer ein schattiges Plätzchen. Und hier ein Blick auf das Gesamtkunstwerk "Garten"! Ist das nicht eine Augenweide! So ein großer Garten muss gepflegt und vor allem auch gewässert werden.

Auch ein kleiner Teich ist in dem Garten zu finden, der ist das Zuhause von Gold und Silber den beiden Mini-Kois, die sich in der Gesellschaft von Insekten vertilgenden Kleinfischen und den Wasser spendenden Elfen sehr wohl fühlen. Allerdings leben sie nicht ganz ungefährlich, denn wenn Hilke nicht aufpasst, könnte ein munterer kleiner Geselle, der gerne in den Abendstunden zu Besuch kommt den Fischen bald nach dem Leben trachten. Aber von dem nächtlichen Besucher später mehr.

Kalle auf der Pirsch, was der wohl wieder gesehen hat *fg*. Diese Pflanze ringelt sich um einen Baum und schmückt diesen mit traumhaft schönen Blüten. Und wenn der Garten versorgt ist, dann kann Hilke auch mal so richtig entspannen.

Eine besondere Augenweide ist auch die Kupfersonne, welche Hilke und ich zusammen auf einem Kunst- und Handwerkermarkt ausgesucht haben. Wir haben an einem Sonntag den Arts and Crafts Market besucht, eine Veranstaltung auf der man alle möglichen Kunstgegenstände kaufen und anschauen konnte, da wir beide sehr kreative Menschen sind, war das für uns natürlich herrlich. Und da haben wir die Sonne gefunden, die nun den Mittelpunkt von Hilkes Garten bildet, sie ist aus Kupfer, das mit Hitze behandelt wurde und dadurch in den schönsten Regenbogen-Farben leuchtet. Wenn es nach Hilke gegangen wäre, hätte sie da auch noch eine Gottesanbeterin (ein heuschreckenartiges Insekt) erstanden, die etwa 2,5 m hoch, auch aus Kupfer und in der gleichen Technik wie die Sonne war, die hätte sie in ihren Vorgarten stellen wollen, um damit ihre Nachbarn zu schocken - ja ja so ist sie eben *lol*.
 

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Wir sprechen Engerikatsch
Englisch Amerikanisch Deutsch

In der zweiten Woche war Hilkes Sohn Tymme da, er kam extra aus Bloomington, immerhin fast 5 Stunden Autofahrt entfernt, um mit uns auch ein bisschen durch die Gegend zu fahren. Hilkes Elektro-Bike wäre für unsere Ausflüge wohl eher weniger geeignet gewesen *fg* und deshalb war es besonders nett von Tymme, das er sich anbot, das mit seinem Auto zu übernehmen.

Ob wir nun gerade beim Frühstück sind, ... ... oder am Telefon alles in Engerikatsch! "Häääääää? Ich versteh nur Bahnhof und Abfahrt!"

Natürlich übernahm Tymme nicht nur die Aufgabe eines vorzüglichen Reiseführers, nein er war auch ein sehr unterhaltsamer Gesprächspartner mit einem vorzüglichen schwarzen Humor! Wir drei haben oft zusammen gesessen und viel gelacht. Vor allem war es einfach nur zum piepen, in was für einem Kauderwelsch wir uns unterhielten, ich versuchte mich mal mehr mal weniger erfolgreich in Englisch, Tymme tat es mir mit der deutschen Sprache gleich und Hilke verlor irgendwann komplett den Überblick und sprach mit mir englisch mit Tymme deutsch und wurde von einem Taxifahrer aufgrund ihres Dialektes auch noch für eine Irin gehalten *lol*. Was für ein Kuddelmuddel, aber macht nichts, wir verstanden uns alle prima!

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Unterwegs in Sachen Katzen-News


Als Sklave meiner Katzen habe ich mich in diesem fremden Land natürlich auch genauestens über Neuigkeiten auf dem Haustiersektor mit dem Schwerpunkt Katze umgesehen. Einfach mal schauen, was die Amis ihren Fellbutzen so auftischen und womit man ihnen den so die Langeweile vertreibt.

Zuerst nahm mich Hilke mit in ihren kleinen Zooladen, ein kleines privat geführtes Zoofachgeschäft indem man sehr freundlich begrüßt wird, weil man sich eben kennt. Hilke erzählte das ich selbst zwei Katzen habe und unter anderem auch Webmaster der Katzenseite und des Forums sei, über das wir uns kennengelernt hatten. Ratzfatz waren wir in eine nette Unterhaltung verwickelt und ich wurde mit einer riesigen Tüte von Proben der diversen Trockenfuttersorten versorgt, die es in den USA gibt. Natürlich versprach die nette Verkäuferin auch, sich meine Homepage anzusehen, deren Adresse ich ihr aufschreiben musste, sie könne zwar kein Wort Deutsch, aber um sich Bilder anzusehen, muss man keinerlei Fremdsprachen beherrschen. Ach ja, sie war selbst selbst  Haustierbesitzerin und sie zeigte mir voller stolz Bilder ihrer Lieblinge - 18 Taranteln *schüttel*!

Da konnte ich nicht widerstehen und hab es meinen Dämlichkeiten mitgebracht. Extra Soße für's Futter mit Vitaminen und Anti-Hair-Ball. Bella und Muckie waren begeistert. Leider ist es hier nicht zu bekommen. Nordsternchen beim Studieren amerikanischer Katzenzeitschriften. Man muss ja wissen was es hier so gibt! Na so was tut ja nun wirklich nicht Not, oder? Sowas können sich nur die Amerikaner einfallen lassen, farbige Kappen für die Katzenkrallen, die verhindern sollen, das Möbel angekratzt werden.

Ein paar Tage später fuhren wir dann auch noch zu Petsmart, das ist ein ziemlich großer Laden, vergleichbar mit unserem Futterhaus oder Fressnapf. Da konnte ich mich dann von dem reichhaltigen Sortiment überzeugen, aber ehrlich, es ist unserem doch sehr ähnlich, es sind eben nur andere Sorten. Aber da bekam ich dann auch Mitbringsel für meine beiden Damen, einen Catcharmer, Sheba in der Sorte "Lobster" und zwei Flaschen mit Soße, die man über das Futter ohne eben diese geben kann. Dort fand ich aber auch ein paar Kuriositäten, so z. B. Hüllen, die man den Katzen über die Krallen steckt, damit sie die Möbel nicht verkratzen und weil das ja noch nicht verrückt genug ist, waren die in sämtlichen Modefarben zu haben, so das es aussehen würde, als hätte man den Katzen die Krallen lackiert. Also ehrlich da hört es für mich doch wirklich auf *grummel*!
 

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Chicago here we come

Hilke war der Meinung, das ich ja nicht den weiten Weg gemacht haben sollte ohne das ich wenigstens einen Tag Chicago-City war und so machten wir uns an einem Tag auf um Chicago zu erkunden. Tymme fuhr mit dem Auto, aber da es mit dem Parken in Chicago wohl noch viel schlimmer ist als in unseren deutschen Großstädten, entschlossen wir uns dazu, das Auto in einem Außenbezirk zu parken um dann mit der "L" in die Innenstadt zu fahren. Die Chicagoer Hochbahn (mit unseren S- und U-Bahnen vergleichbar) wird von den Einheimischen nur "L" genannt.

Die Chicagoer Hochbahn, welche von den Einheimischen nur "L" genannt wird. Dies war der erste Eindruck den ich hatte, als ich aus der U-Bahn kam, überwältigend! Eine Skulptur von Picasso, ein Geschenk an die Stadt Chicago.

Ich glaube der prägenste Eindruck von Chicago wird bei mir wohl der erste Blick bleiben! Als wir mit der "L" unterirdisch in der City ankamen, mussten wir erst mal ein paar Treppen nach oben steigen und mein Blick viel dabei nach oben und noch weiter nach oben und noch ein bisschen weiter nach oben... - und dann musste ich mich erst einmal an einer Mauer anlehnen um meinen Kopf noch weiter in den Nacken zu legen und auch wirklich das Ende der gigantischen Wolkenkratzer zu erblicken, ohne dabei nach hinten wegzukippen! Wow! Ich kam mir vor wie eine Ameise, um mich herum ein Gewusel von Menschen, eine Geräuschkulisse, die ich bis dahin noch nicht kannte und überall nur Häuserfassaden. Um den Himmel zu sehen musste man seine Nase schon wirklich steil in die Luft strecken.  Ich war einfach überwältigt von der Größe dieser Gebäude!

Überall Hochhäuser, soweit das Auge reicht und die Menschen wie Ameisen so klein. Häuserschluchten, durch die gerade mal eine Maus passt, ein genialer Anblick. Und immer wieder alte und neue Gebäude im Kontrast. Verwunderlich aber doch eine gelungene Mischung.
Ein unüberschaubares Gewusel an Autos ... Tymme erzählt mir vieles zur Architektur der Gebäude. ... und Menschen!

Nachdem ich meine eigentliche Größe wiedergefunden hatte, marschierten wir los "Chicago here we come"! Wir machten uns auf in Richtung Millenium-Park, vorbei an eindrucksvollen alten und neuen Wolkenkratzern, zu denen mir Tymme sehr viel erzählen konnte, denn er interessiert sich sehr für Architektur. Außerdem sind Hilke und Tymme auch sehr gut darin zu den Sehenswürdigkeiten kleine Anekdoten zu erzählen, eben die perfekten Fremdenführer. So bekam ich z. B. so tolle Gebäude wie den "Chicago Tribune Tower", das "Wrigley's Building" und den Chicagoer "Historic Water Tower" zu sehen.

Chicago Tribune Tower
(Postkartenphoto)
Historic Water Tower Historic Water Tower Wrigley's Building
(Postkartenphoto)

Am Millenium-Park angekommen, wird man erst mal von der riesigen, futuristischen Bühnenkonstruktion fasziniert, die schon von weitem zu erkennen ist. Wenn man dann durch den Park läuft, fallen einem immer wieder Kunstobjekte oder künstlerische Installationen auf, von denen man kaum erahnen kann, was sie bezwecken sollen, aber sie haben jedes für sich schon eine ganz besondere Anziehungskraft. So wie die Kugel, oder das Ei, oder was auch immer es darstellen soll *fg*! Wenn man vor dieser Kugel steht und in deren Spiegelbild schaut, kann man sich selbst winzig klein vor der Skyline Chicagos erkennen - da war es wieder, dieses Gefühl einer winzigen Ameise!

So viel Laufen macht hungrig! Eine gigantische Bühne im Millenium Park. Hmmm Thunfisch-Sandwich, lecker!
Der Blick vom Millenium Park auf die ersten Häuser der Stadt, der Park liegt zwischen See und Stadt. Leider war eine der Attraktionen des Parks wegen Instandhaltungsarbeiten halb verhüllt. Steht man direkt vor der Kugel, spiegelt sich die Skyline im Hintergrund des Bildes.

Vom Millenium-Park ging es dann weiter Richtung Buckingham Fountain, eine wunderschöne Brunnenanlage, die geradewegs aus dem Schlosspark von Versailles hätte stammen können. Die Brunnenanlage mit den tollen Figuren und der gepflegten Grünanlage drum herum liegt direkt am Ufer des Michigan-See und bildet mit den alten Wolkenkratzern im Hintergrund eine tolle Kulisse für Fotos, was natürlich auch ich mir nicht entgehen ließ.

"Buckingham Fountain", wie alles hier in USA ziemlich groß und beeindruckend *fg*! Tymme ganz konzentriert, er macht Detailaufnahmen vom Wasser, wie es so danhinplätschert. Na Hilke, das ist was anderes als Deine wassergurgelnden Elfen im Garten *fg*!
Mien Jung! Machst Du das auch richtig? Mutter und Sohn bei Photoanalysen *fg*. Und schon wieder entsteht ein neues Hochhaus, da muss wohl jeder Maurer Schwindelfrei sein! Natürlich mache auch ich Bilder und dabei hat mich Hilke hinterrücks geknipst *fg*.

Aber nicht lange verweilen, denn schließlich wollten wir ja noch viel mehr sehen und so marschierten wir weiter am Ufer des Sees entlang zum Navy Pier, wobei wir mittels einer alten klapprigen Stahlbrücke den Chicago-River überquerten. Ach ja, Hilke erzählte mir das der Chicago-River zum St. Patricks Day komplett giftgrün gefärbt wird. Glaubt Ihr nicht, ich konnte es auch fast nicht glauben, aber ich habe Bilder dazu im Netz gefunden, also überzeugt Euch selbst.

Chicago-River zum St. Patricks Day Die Mündung des Chicago-River in den Michigan See

Der Navy Pier ist eigentlich eine Vergnügungsmeile, eine Art Rummelplatz, auf dem man sich die Zeit mit verschiedenen Fahrgeschäften vertreiben oder aber nach Herzenslust schlemmen kann. Das mit dem Schlemmen haben wir uns natürlich auch nicht nehmen lassen und haben uns dort ein kleines Eis gegönnt. Ich hab noch nie so ein großes "kleines Eis" gegessen, aber keine Sorge, natürlich war es kein Problem es zu verdrücken, zumal es ausgesprochen lecker war. Habt Ihr schon mal Eis gegessen, in dem Minipralinen waren - Nein - dann kann ich Euch das in Chicago am Navy Pier nur empfehlen *fg*.

Wow, na das nenn ich mal ein Eis! Dieses Schild fand ich am Navy Pier! Navy Pier die Vergnügungsmeile!

Vom Navy Pier aus kann man auch Ausflugsfahrten mit dem Schiff auf dem Michigan-See machen. Die Fahrten dauern etwa eine dreiviertel Stunde und man bekommt dabei eine tolle Aussicht auf die Skyline von Chicago geboten. Leider hatten wir an dem Tag keine so klare Sicht, aber trotzdem war die Skyline gut zu erkennen und hatte vielleicht gerade wegen des Dunstschleiers eine ganz besondere Wirkung. Die unterschiedlichen Größen der Gebäude waren dabei sehr gut auszumachen und man hatte auf einen Blick auf die beiden höchsten Gebäude der Stadt, nämlich den Sears Tower (Höhe mit Mast 527,3 m) und das John Hancock Center (Höhe mit Mast 458,0 m). Außerdem ging die Fahrt mit dem Ausflugsboot auch raus zum Leuchtturm, der klein und romantisch den Wolkenkratzern und der imposanten Stadt quasi zu Füßen liegt.

Eine Fahrt auf dem Michigan See! Und endlich mal alle drei zusammen! Ein Teil der Skyline vom Boot aus ....
... und hier eine andere Richtung der Stadtansicht. Der romantische Leuchtturm aus der Nähe. Man sieht, wir hatten keine gute Fernsicht.
Und wieder beim Fotografieren erwischt, aber das Motiv musste einfach sein. Und hier noch mal ein Teil vom Navy Pier vom Wasser aus. Diese Spaßkanone XXL hat das ganze Boot mit seinem Schabernack aufgemischt *fg*

Nach der gemütlichen Bootsfahrt sollte nun das Highlight des Chicago-Ausflugs folgen, nämlich ein Besuch des John Hancock Buildings. Weil uns mittlerweile doch die Füße schon ziemlich schmerzten, nahmen wir erst mal den Bus vom Navy Pier zum John Hancock Building. Angekommen vor dem zweitgrößten Ungetüm der Stadt, stand ich mal wieder davor und versucht krampfhaft das Ende des Gebäudes zu erblicken und vielleicht ein Foto zu machen - keine Chance, das Gebäude bekam ich immer nur stückchenweise aufs Bild *fg*. Und da wollten wir hoch? Na ja ich bin ja keine Bangbüx, also los! Hinein ins Gebäude und schon die Eingangshalle ist ja eine Augenweide, alles in Marmor, es blitzt und blinkt überall nur so vor Chrom und Messing. Mit dem Aufzug ging es hoch in den 96 Stock von 100 Stockwerken und das in Sekunden! Oben angekommen, musste ich mich erst mal festhalten und einen Moment stillstehen, denn mir war wohl die rasante Fahrt mit dem Aufzug ein wenig auf den Kreislauf geschlagen *lol*.

Das John Hancock Building oder, ... ... das was davon aufs Bild ging! Geht doch - OK, ist ne Postkarte!

Da war ich nun im 96. Stock eines Wolkenkratzers in Chicago und stand mitten in einer tollen Bar, in der Signature Lounge. Hilke hatte mir nicht zuviel versprochen, dabei hatte ich das Ausmaß der Aussicht von dort oben noch nicht mal annähernd wahrgenommen. Wir suchten uns einen tollen Tisch am Fenster und bestellten uns erst mal einen kühlen Drink, den hatten wir uns verdient, schließlich waren wir schon seit Stunden unterwegs. Aber irgendwie konnte ich vor lauter Aufregung den Drink gar nicht so recht mit Ruhe genießen, immer wieder drückte ich meine Nase an die Scheibe um runter zu schauen. Wow! Ich konnte auf die Dächer der umliegenden Wolkenkratzer schauen, die von hier oben nun ziemlich winzig aussahen und ich war ja so begeistert, denn ich hätte mir nicht im Traum gedacht, das die Dächer dieser Gebäude so reizvoll aussehen. Viele der umliegenden Hochhäuser hatten Swimmingpools auf den Dächern, begrünte Dachterrassen und sogar einen Tennisplatz hab ich auf einem der Häuser gesehen. Das war ja alles so aufregend! Tymme erzählte mir das eines dieser Hochhäuser sogar ein Gefängnis wäre und das die Gefangenen auf dem Dach des Hauses ihren Hofgang machen. Na ob ich das wohl wirklich glauben soll *fg*! Eine der Dachterrassen faszinierte mich besonders und ich erfuhr, das dies das Apartment mit riesiger Terrasse, von Hugh Heffner war. Ob da wohl einige der legendären Playboy-Party's stattgefunden haben?

Man beachte den Schwimmingpool in schwindelerregender Höhe! Von hier oben sieht der Strand von Chicago doch winzig aus. Dachterrasse von Hugh Heffner, der hat ne Aussicht, gell?
Tymme genießt sein Guinnes, die Ruhepause und die Aussicht. Dieses Gebäude mit mit den vier Türmchen gefiel mir besonders gut. Eine nette Dame machte ein Foto von Hilke und mir bei Rundgang mit Aussicht.

Irgendwann machte Hilke sich auf den Wasserspielen der Signature Lounge einen Besuch abzustatten. Als sie zurückkam, meinte sie zu mir "Pati, Du musst auf Toilette! Jetzt sofort!" und lachte dabei. Na ja, zum Pieseln muss ich mich meist nicht lange überreden lassen, schließlich habe ich durch mein Konfirmandenblase schon die Keramikabteilungen rund um den Erdball kennengelernt *lol*, aber das ich so mit Nachdruck dazu genötigt werde auf's Klo zu gehen, also wirklich! Na ja, da ich artig und höflich bin, tat ich wie mir geheißen und trabte los. Das war doch wohl kaum zu glauben, das Stille Örtchen der Signature Lounge war gar nicht so still, denn selbst von dort aus genoss man einen wunderbaren Ausblick auf die Skyline und dementsprechend drückten dort die Damen nicht nur ihr Bläschen leer, sondern auch die Auslöser ihrer Kameras *lol*. Na so was gibt es wohl wirklich nur in USA, ein Klo mit Aussicht *fg*!

Und das ist die Aussicht des "Stillen Örtchens" in der Signature Lounge. Von der Küste Chicagos ist leider wegen der schlechten Fernsicht kaum was auszumachen. Eine riesige Kreuzung winzig klein und mittendrin der Watertower.

Nach dem Besuch auf dem John Hancock Building machten wir uns dann auf den Weg zurück zum Auto, wir waren doch alle drei ziemlich angeschlagen, es war ein langer anstrengender Tag mit so vielen Eindrücken, die erst mal verarbeitet werden mußten. Aber so ganz war das Abenteuer Chicago ja noch nicht vorbei, denn am Auto angekommen, machte Tymme den Vorschlag, noch ein bisschen mit dem Auto herumzufahren und mir noch China-Town zu zeigen. Natürlich sagte ich nicht Nein, ich war ja viel zu neugierig. OK. auf nach Chinatown.

Der Stadtteil von Chicago, der überwiegend von Chinesen bewohnt wird, ist zwar nicht so besonders groß, aber man fühlt sich doch in eine ganz andere Welt versetzt. Kleine chinesische Geschäfte in denen von Lebensmitteln bis hin zum Kitsch alles verkauft wird und natürlich chinesische Restaurants, die traditionelle Gerichte anbieten. Die Gebäude sind reichlich mit goldenen Ornamenten geschmückt und überall wimmelt es nur so von chinesischen Drachen, egal ob an Hauseingängen oder auf Dächern. Leider war es schon ziemlich spät und die meisten der Geschäfte geschlossen, aber trotzdem war es doch sehr eindrucksvoll.

Winzige Geschäfte und ... Was für eine Stromversorgung!?! ... Restaurants China Town.

Bevor wir dann endgültig wieder Richtung Schaumburg fuhren, machte Tymme auch noch einen Abstecher ins Vergnügungsviertel von Chicago. Ja ich geb's ja zu, ich hab gefragt ob es so was denn überhaupt gibt und wie das wohl in Chicago aussieht - ich bin eben neugierig und das Nachtleben von Großstädten ist doch auch immer ganz besonders interessant, zumal mir Chicago, ja schon am hellerlichten Tag wie ein Tollhaus vorkam *fg*. Wir krochen also mit dem Auto über die Partymeile von Chicago, fahren war aufgrund des Verkehrs nicht mehr möglich! Ein Club reihte sich an den nächsten und die Leute standen mit ihren Drinks auf den Straßen, wo genauso gefeiert wurde, wie wohl in den Clubs selbst. Die Musik dröhnte bis auf die Straße und die aufgemotzten Autos mit partywilligen jungen Leuten, die wohl aus reinem Imponiergehabe dort lang fuhren, versuchten mit ihren Musikanlagen dagegen zu halten. Na ja, aber letztendlich war das Nachtleben in Chicago wohl doch nicht viel anders als auch in europäischen Metropolen.

Nach so viel Erlebtem ging es dann aber endgültig wieder zurück nach Schaumburg. Ich war zwar total erschossen, die Beine taten mir weh und in meinem Kopf fuhren die Erlebnisse des Tages gemeinsam Karussell, aber es war ein absolut genialer Tag mit schönen Eindrücken und viel Spaß, an den ich wohl immer wieder gerne zurückdenken werde.
 

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Kalle vs. Raccoon

An einem frühen Abend ging ich wie so oft in den Garten um dort eine Zigarette zu rauchen und Kalle wollte mich begleiten was ja auch nichts ungewöhnliches ist. Als ich dann fertig war und wieder ins Haus ging, gab Kalle mir zu verstehen, das er doch lieber noch ein bisschen draußen bleiben wollte. Na gut, ich ging ins Haus und schloss nur die Innentür, wenn Kalle die Schnute voll hatte würde er sich wohl wie immer in den Vorraum zwischen Wohnzimmer und Garten legen, denn diese Tür hatte ich offen gelassen. Etwas später wollte ich nachschauen ob Kalle nun nicht doch ins Haus wollte. Ich ging zur Tür zum Garten, aber Kalle saß nicht in dem Vorraum.

Dann sah ich ihn, wie er in der Nähe des Teiches saß und wie versteinert etwas fixierte. Was starrte er denn da so an, war es ein Insekt, vielleicht eine Maus oder ein Vogel? Auch mit einem Eichhörnchen hatte ich gerechnet, aber als ich meinen Blick dann dem Kalle's folgen ließ stellte ich fest, das etwa drei Meter neben mir ein kleiner pummeliger Kerl mit dem Gesicht eines Panzerknackers stand. Ein Waschbär!

"*uähhhh* Was ist es doch langweilig, gegen ein bisschen Aktion hätte ich jetzt nichts einzuwenden!" "Heee ihr zwei Weiber, lasst mich sofort wieder raus, dem Eindringling werd ist was geben *grrrr*!" "Oh man, endlich passiert mal was aufregendes und ich darf erst wieder raus, wenn alles vorbei ist."

Einen Moment stand ich wohl genau so versteinert da wie Kalle *lol*, doch dann wusste ich ehrlich gesagt nicht was ich zuerst tun sollte, Kalle in Sicherheit bringen, nach Hilke brüllen oder den bösen Buben (war es eigentlich ein Bube *fg*) aus dem Garten vertreiben. Ich entschied mich für Schritt eins und zwei gleichzeitig, während ich versuchte Kalle ins Haus zu jagen brüllte ich: "Hiiiiiiiiiiiilkeeeeeeeeeee Du hast nen Waschbären im Garten!" Kalle der gar nicht im Traum daran dachte den interessanten Schauplatz zu verlassen, gebärdete sich wie ein trotziges kleines Kind, in Windesseile kam Hilke in den Garten gespurtet und der Waschbär zog es dann doch vor dieses Revier nicht als das seine zu beanspruchen.

Kalle wurde von Hilke und mir erst mal widerwillig ins Haus verfrachtet, von wo aus er uns dann total empört am Fenster beobachtete. Dann gingen wir in die Richtung, in die wir den Waschbären rennen sahen und kaum zu glauben, da saß er noch, geschützt von den riesigen Farnen. Aber als er uns dann auf sich zukommen sah, da zog der Frechdachs es doch vor die Fluchtsocken anzuziehen und kletterte den Zaun hinauf, - gaaaaaaaaanz langsam und behäbig - oben angekommen, sah er sich zu uns um, als wolle er sagen: "Also ehrlich ihr Weiber ich versteh die ganze Aufregung um mich gar nicht!" Dann kletterte er langsam auf der anderen Seite wieder runter und wetzte er davon.
 

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Abschied nehmen

Leider kommt der Tag des Abschiednehmens ja immer viel zu früh und wenn man sich so wohl fühlt, wie ich es bei Hilke getan habe, dann fällt das Abschied nehmen doppelt so schwer. Obwohl wir doch 12 Tage hatten um viele ausgiebige Schwätzchen zu halten, tolle Erlebnisse zu teilen und festzustellen, das die Chemie zwischen uns stimmte, machte es auf einmal "peng" und der Tag des Abschiedes war da. Na ja, ich geb ja zu, ich freute mich sehr darauf nach Hause zu meinem Dreibein und den Dämlichkeiten zu kommen, aber trotzdem fiel es mir sehr schwer, mich von Hilke zu verabschieden. Ich kam als Besuch aus Deutschland den man über eine Internet-Katzenseite kennengelernt hatte und wurde empfangen und behandelt, wie jemand der zur Familie gehört. Ich hatte nicht nur die Gelegenheit Hilke persönlich zu treffen und festzustellen, das wir uns gut verstehen, nein, als ich wieder nach Hause flog, wusste ich, dass ich auf jeden Fall wiederkommen werde und das ich dann keine Bekannte aus dem Forum besuche, sondern eine liebe Freundin!

Ella hat mich akzeptiert und lieb gewonnen, ob sie mich wohl vermissen wird? Noch ein letztes Bild von Hilke vor ihrer Haustür, mit der wunderschönen Clematis. Und Hilke macht ein letztes Foto von mir, wie ich meine letzen Sachen ins Auto lade.
Und bevor der Flieger endgültig abhebt, noch schnell die letzten Bilder.

Ich danke Hilke und ihrer Familie dafür, das sie mich so lieb aufgenommen und mir die Zeit in Schaumburg und natürlich Chicago unvergesslich gestaltet haben. Ich hoffe das ich mich vielleicht irgendwann mal dafür revanchieren kann, vielleicht indem ich Hilkes Sohn meine Gastfreundschaft anbieten kann, denn ich habe ihm in den höchsten Tönen von Kiel, den vielen Segelbooten, der Ostsee und der Kieler Woche vorgeschwärmt *fg*.

Danke Euch allen, Hilke, Tymme, Hannes und auch Hilkes Mann Dick, der sich jeden Tag telefonisch erkundigt hat, was wir denn zu unternehmen gedenken.
 

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Und was sagt Hilke dazu?

...Da - im Gewimmel des Flughafens - kommt sie mir entgegen - viel zierlicher, als ich sie mir vorgestellt hatte, es dauerte kaum ein paar Minuten und es kam mir so vor, als wäre sie gerade wiedergekommen, statt noch "nie-hiergewesen"...
Kalle und Willie begrüßten sie genauso mit einem Gefühl von "hallo da - kennen wir schon" - und Ella, die sich Niemanden - aber auch NIEMANDEN außer mir - näher anguckt, lag bald auf ihrem Schoß!

Viel konnte ich Nordsternchen hier in Schaumburg ja nicht bieten - ein Supermarkt und ein Shoppingcenter, allerdings das größte und schönste im ganzen Mittelwesten von Amerika! Einen "Ortssinn" hat die Frau - unübertrefflich! Einheimische können sich da verlaufen, aber ich überließ schließlich ihr die Führung :o).

Ach - da passierte noch etwas :o( ...als wir einen Starbuck's Kaffe trinken wollten, da habe ich doch tatsächlich den Becher mit schwarzem Kaffe auf Nordsternchen's schöne, schicke, neue, weiße Jacke geschwabbt! Ach du Schreck!! Ein großer Fleck!! Naja, als wir uns dann setzten, rutschte mir der Becher noch mal aus und nun waren da Kaffeespritzer auf ihren Jeans und auf den neuen T-Shirts, die sie für Arno gerade erst gekauft hatte. Am Abend konnte Tymme es, mit schnell gekauften Mitteln und mit viel Sorgfalt, alles wieder beseitigen - Aufatmen besonders meinerseits!

Es hat Spaß gemacht Nordsternchen zuzusehen, wie sie über all die Dinge begeistert war, die für mich lange ein alter Hut waren und "Jelly Bellies", die ich für "nee lass man - amerikanischen Candy mag ich nicht" hielt, habe ich - dank Nordsternchen - endlich auch mal versucht, ACH die schmecken gut!
 
Habe lange nicht mehr Jemanden um mich gehabt mit einem so endlosen Wissensdurst und der Besuch hat mir so einige Lebensgeister wiedererweckt ;o) ...Hinten im Garten hängt ein wunderschönes Windspiel unter dem Rosenbogen - da wo die Elfe steht - ein Geschenk von einer liebe Freundin aus Kiel - und wenn es wie silberhelle Glöckchen klingt, werde ich an den Besuch vom Nordsternchen erinnert. Danke liebe Pati - es war wunderschön!
 

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