Homi mit Teufelchen und Bessi

Wie kam ich zu meinen Raubtieren? Eigentlich ganz einfach, wie so viele von uns. Ich muss dazu sagen, dass meine Tiere alles Problemfälle waren. Also beginnen wir mit Teufelchen, denn die ist schon am längsten bei mir.

Ich war im Sommer 1997 bei einem Kunden um dort ein Netzwerk einzurichten, da viel mir dieses kleine Wollknäuel auf, das ganz eingeschüchtert in einer Ecke saß. Der Kunde erzählte mir, dass er die Katze von einem Bekannten bekommen hat und sie sich nicht an seine anderen Katzen gewöhnen kann und von diesen regelmäßig vertrieben wird. Kein Wunder, was will eine 5 Monate alte Katze gegen 2 große Kater und eine ausgewachsene Katze schon ausrichten!?! Er bot mir an, das ich sie mitnehmen könnte, wenn ich möchte, denn bei mir ginge es ihr sicher besser. Gesagt getan, schon war ich Besitzer einer Katze! Und das ich wo ich zu der Zeit so gut wie nie zu Hause war.

Nach ein paar stressvollen Wochen und 10 – 15 Rollen Zewa haben Teufelchen und ich uns aber dann doch geeinigt und führten seitdem ein harmonisches Leben. Ich ging arbeiten und sie ging angeln, was mir jedoch nicht so recht war, denn meine Fische konnten sich mit dem Spieltrieb meiner Katze doch nicht so recht anfreunden.

Aber auch das ging irgendwann vorüber und die folgenden 2 1/2 Jahre waren ruhig. Doch auch diese Zeit sollte vergehen. Im Herbst 2000 rief mich eine Bekannte an die ehrenamtlich für „Boxer in Not“ arbeitet und fragte mich ob ich nicht Interesse an einem jungen Boxer hätte, das Tier müsste untergebracht werden, da es sonst im Tierheim landet. Ich bin mit Boxern aufgewachsen und so war für mich die Entscheidung sofort klar, das konnte ich nicht zulassen. Also rein ins Auto und Hund anschauen!

Na ja was soll ich sagen, da stand sie nun, eine 6 Monate alte Samtschnauze mit einem Blick der Steine schmelzen konnte. Also gab’s kein zurück mehr, sie musste einfach mit zu mir. Zu Hause angekommen erfuhr ich dann das Teufelchen nicht so ganz damit einverstanden ist einen weiteren Bewohner aufzunehmen. Aber egal, da muss sie nun durch dachte ich mir.

Also erst mal ein Eckchen gesucht, wo sich meine Samtschnauze ihr Nachtlager einrichten durfte. Danach ein kleiner Rundgang durch die Wohnung und dann kam er, der unumgängliche Moment wo sich Teufelchen und Bessi die Samtschnauze gegenüberstanden. Es lief auch wunderbar, Bessi freute sich jemanden gefunden zu haben, mit dem sie spielen kann und Teufelchen war beeindruckt von dem großen braunen „Etwas“, das da vor ihr stand, also wurde erst mal geschnuppert. Ich dachte bei mir „Mensch das ging ja besser als ich erwartet hatte“ und schon war der Gedanke auch wieder vorbei, denn Teufelchen meinte es wäre doch ganz gut Bessi erst mal zu zeigen, wer hier das Sagen hat. Also gab’s rechts und links eins auf die Backen! Hm nun gut, erst mal Rettungssanitäter spielen und das Schlachtfeld nach Überlebenden absuchen.

Bei Teufelchen war ich mir schnell sicher, dass da keine Hilfe von Nöten war, denn die stolzierte mit einem dermaßen arroganten Gang an mir vorbei, das ich schon dachte, sie geht gleich auf zwei Beinen :o)

Also hieß es nachsehen, was Bessi abbekommen hat? Und schnell stand fest ich sollte mich noch mal anziehen und wieder raus in die doch schon recht kühle Nacht, da Teufelchen in typischer Frauenmanier versucht hat Bessi die Augen auszukratzen. Einer der Kratzer im Auge war so tief, das er behandelt werden musste. Nun gut, also zum Tierarzt und wieder zurück. Nun wusste Bessi also das man sich mit Teufelchen nicht so einfach anfreunden kann und zog es vor ihr doch die erste Zeit aus dem Weg zu gehen.

Doch Teufelchen merkte immer mehr das so ein Hund auch Vorteile hat, besonders bei der Bekämpfung der Nachbarkatzen ;o)). Also suchte Teufelchen immer mehr die Nähe von Bessi und stellte bald schon fest, es gibt wohl keinen besseren Platz zum Schlafen als auch einem zusammengerollten Boxer. Bessi betrachtete das anfangs noch mit Misstrauen und traute sich nicht mehr zu bewegen, wenn Teufelchen es sich wieder mal bei ihr im Körbchen gemütlich machte. Und ich muss sagen es ist ein niedlicher Anblick, wenn man einem Boxer zusieht, wie er schläft. Ein Auge offen und die Bewegungen der Katze zu beobachten und der Rest pennt!

Aber über die nächsten Monate wurde das immer mehr zur Gewohnheit, das sich die Beiden gemeinsam irgendwo hinlegten und über den Tag träumten.

Und heute? Ich glaub manchmal ich bin überflüssig, Bessi begrüßt mich zwar noch, wenn ich nach Hause komme, aber von der Katze keine Spur. Nur wenn ich mit Bessi unterwegs war, dann steht Teufelchen an der Tür und wartet, doch sie wartet nicht auf mich, nein, weit gefehlt, Tür auf und erst mal Bessi begrüßen und um die Beine laufen. Und eh ich mich versehe, schwups sind Hund und Katze verschwunden und ich steh da wie blöd! Aber ich muss sagen, ich möchte keins meiner süßen Tierchen mehr missen.

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