Leela


Es war Anfang Juni 1983 in Chicago, als wir im strömenden Regen ein kleines, zitterndes Fellbündel vor unserer Haustür fanden. Sie war so winzig, dass sie in die hohle Hand passte, wir schätzten ihr Alter auf 6-8 Wochen. Da sie - so klein wie sie war - unsere vier älteren Katzen anknurrte wie ein Rottweiler, wurde sie "Leela" genannt (nach einer kriegerischen Heldin aus der Science-Fiction Serie "Dr. Who").

Als sie schon 18 Jahre alt war, mit arthrosesteifen Beinchen und sooo dünn, hörte ich eines Abends einen entsetzlichen, wilden Katzenschrei - oh mein Gott! Leela! Ich flog die sieben Stufen zum Schlafzimmer hoch- und da stand sie: ihr schöner schwarzer Rückenstreifen hatte sich in eine hohe, aufrechte Bürste verwandelt, ihr Schwanz war wie ein dicker Staubwedel, die Augen sprühten smaragdgrünes Feuer und aus ihrer Minibrust kam ein tiefes, drohendes Grollen! Draußen aber, vor der Balkontür, stand ein total verunsichert aussehender, schwarz maskierter Räuber - ein großer Waschbär, der starrte die kleine Furie entgeistert an.

Hierzulande würde sich keine Katze mit einem Raccoon anlegen, nur meine verrückte Leela!
Ohne die Glastür dazwischen, hätte sie ihn angegriffen - ohne Rücksicht auf Verluste.

Sie ist mit 19 Jahren, hier in meinen Armen gestorben und ruht jetzt, hinten im Garten, unter Vergissmeinnicht und Waldmeister...

Geschrieben von Hilke garden-omi@attbi.com
 

...hier noch ein paar mehr Bilder von Leela:

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