Ein lauter Ruf

An einem Dienstag, den 30. Oktober 2001 ist unser erster Kater, Mokwai, in der Tierklinik an Herzversagen gestorben. Das hat uns total hart getroffen. 16 Jahre lang hat er uns durch alle Höhen und Tiefen und in die neue große Wohnung begleitet und dann war die Wohnung auf einmal leer. Wir wussten auf jeden Fall, das wir wieder eine Katze oder auch zwei haben wollten und somit bin ich dann erst mal den Samstag alleine in unser örtliches Tierheim gefahren um mich mal umzuschauen. Es waren so viele Katzen dort, aber fast alles Freigänger und wir suchte eine reine Wohnungskatze. Ich wollte gerade das Katzenhaus verlassen, als ich an der Glastür der Neuzugangs Quarantäne vorbeikam und ich ein lautes Mauzen hörte. Ich schaute durch die Tür und aus der großen Jetbox schauten mich zwei bernsteinfarbene Augen an und ließen mich nicht mehr los. Ich fragte dann eine Tierpflegerin, ob ich mir den kleinen Schreihals mal ansehen darf. Wir gingen dann in das Zimmer und als ich in die große Box schaute saß ganz verschüchtert und wenig beeindruckt noch eine tricolor Katze zusammen mit dem rot/weißen Kater in der Box. Die Tierpflegerin schaute in die Impfpässe und sagte mir, das die Beiden Tinka und Gismo heißen und erst gestern im Tierheim abgegeben worden sind. Tinka ist im April 2001 und Gismo im Mai 2001 geboren und Montag werden sie kastriert.

Zuhause erzählte ich sofort meinem Freund von meiner Entdeckung und er meinte, dass wir am Montag Nachmittag dann mal zusammen dort hinfahren um uns die Beiden noch mal gemeinsam ansehen sollten. Gesagt getan. Am Montag waren wir dann wieder im Tierheim und eine sehr nette Pflegerin zeigte uns die zwei Stubentiger. Tinka war noch sehr schläfrig und ließ sich streicheln, während Gismo schon an uns hochkletterte und nur laut maunzte. Keine Frage, die Beiden nehmen wir mit nachhause.

Dienstag, den 6. November 2001 durften wir unsere kleinen Stubentiger dann abholen. Wir waren sogar sehr fasziniert wie schnell die in der Transportbox waren und wie lieb auf dem Weg in ihr neues Zuhause. Dort angekommen haben wir ihnen dann gezeigt wo das Katzenklo und die Fressnäpfe sind und sie dann laufen lassen. Tja was sollen wir sagen, das Bett haben sie als erstes gefunden.

Nach einer Woche Eingewöhnung haben wir dann mal wieder meinen Foxterrier Snoopy zu Besuch bei uns gehabt. Er stürmte wie immer in die Wohnung um Mokwai zu begrüßen, aber der war ja leider nicht mehr da und somit traf er auf einmal auf zwei nicht sehr entzückte Miezen. Wir können heute nicht mehr beurteilen wer sich mehr erschrocken hat von den Dreien, nur das sie sich, seit dem die erste Tüte Schmackos zur Freundschaft geöffnet wurde, gut verstehen. Die Sache hat natürlich auch einen Haken, denn wir müssen uns jetzt immer auf der Couch oder im Bett dünne machen, wenn die Drei mal wieder zusammen sind.

Wir erleben jeden Tag etwas neues mit den Beiden und haben gelernt, mit so kleinen Macken wie z.B. Klorollen zerfetzten umzugehen. Die kleine schüchterne Tinka ist allerdings alles andere als nur lieb, wir müssen bei ihr immer aufpassen, das sie uns nicht die Wurst vom Brot klaut oder die Milchschnitte aus der Hand krallt, außerdem meckert sie zurück wenn wir mit mal ihr schimpfen. Gismo ist ein ruhiger Vertreter und hat nur die etwas nervige Angewohnheit sich Abends mit auf`s Kopfkissen legen zu wollen oder natürlich vor oder auf die Tastatur, wenn man gerade am PC sitzt. Lieb sind sie Beide und hauen oder beißen nicht, wie es viele andere Katzen machen. Die Beiden sind echt unsere Goldstücke.
 

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