Die sechzehn Pfoten der Familie Millack


Lisa, geboren im Sommer 2000

Ich, Lisa, bin die älteste, und darum darf ich unsere Geschichte erzählen. Wie alle meine Stiefgeschwister bin ich eine Fundkatze, daher weiß keiner unsere Geburtsdaten so ganz genau. Gefunden wurde ich irgendwann im Herbst 2000 draußen und halb verhungert, von eine netten Dame, die ein Katzenauffangstation betreibt. Bei ihr wohnten ganz viele Katzen, unter anderem auch die Susi (die damals aber noch keinen Namen hatte, genau wie ich). Eigentlich kannte ich die Susi nicht so gut, die war nämlich ziemlich quirlig und stöberte überall herum. Die hatte ja auch nicht so einen schlechten Start ins Leben und wurde "nur" als ungewollter Wurf mit ihren Geschwistern abgegeben. Ich habe mich lieber bei einem alten Kater verkrochen, der war nett und hat mich beschützt.

Dann kam der Sonntag im Dezember, wo meine neue Familie (die damals ja ganz fremd war) plötzlich bei uns auftauchte. Die wollten zwei junge Kätzchen haben und haben sich natürlich gleich in die Susi verguckt. Na ja, in mich konnte man sich auch nicht so gut vergucken, ich habe mich nämlich bei meinem Kater versteckt. Hat mir aber nix genützt, denn eine Woche später packte mich die nette Dame in so einen schrecklichen Transportkorb, und die Susi auch. Erst mit dem Auto rumfahren und dann bringt sie uns auch noch in eine fremdes Haus. Ich habe geschrieen, bis ich heiser wurde. Hat mir aber auch nicht genützt.
 


Susi, geboren im Herbst 2000
 

Zum Glück habe ich gleich ein gutes Versteck unter'm Regal gefunden, da bin ich erst mal ein paar Tage geblieben. Die Susi hat natürlich gleich alles untersucht. Naja, eigentlich war's ganz nett dort, aber sicherheitshalber bin ich erst mal einige Wochen in Deckung geblieben. Irgendwie kann ich da auch nicht so recht über meinen Schatten springen. Aber manchmal schmuse ich schon gern ein bisschen! Schließlich durften wir sogar raus und stellt Euch vor: Ich bin nicht weggelaufen! Jedenfalls zuerst nicht. Nach etwa einem Jahr Freigang fand ich es dann aber doch ein wenig langweilig, immer nur um die Häuser zu streifen, deshalb habe ich mal einen längeren Urlaub gemacht. Schließlich muss man doch mal austesten, wozu die Instinkte so gut sind. Meine Familie hat überall Zettel aufgehängt, aber wiedergekommen bin ich ganz alleine. Zugegeben, 5 Wochen war ein wenig lang. Die Susi fing schon an, sich wie eine Einzelkatze zu benehmen. Bei meinem 2. Urlaub bin ich deshalb auch nur 2 Wochen geblieben, aber das war später, nach den schrecklichen Veränderungen, die auf uns zukommen sollten.


Tina, geboren im Mai 2002

Komme ich doch eines Tages im Juli 2002 von meinem Freigang zurück und es riecht so komisch im Haus. Ich konnte mir das gar nicht erklären, es war alles wie sonst und nichts zu sehen. Dann nimmt die Dosi mich auf den Arm und ich rieche gleich: Die hat mit eine fremden Katze geschmust. Frechheit! Der habe ich erst mal eine gelangt. Langsam kam die ganze, schreckliche Wahrheit ans Licht: 2 Jungtiere! Zwei! Als ob das Futter nicht schon für Susi und mich reichlich knapp wäre! Also, meine waren das nicht! Wer weiß, was Susi in meiner Abwesenheit getrieben hat, aber da hätte sie ja auch mal besser aufpassen können! Der habe ich auch erst mal eine gelangt! Die Dosi behauptet zwar, Mecki und Tina wären genauso arme Fundkatzen wie ich, halbverhungert auf der Straße aufgelesen und so. Wer's glaubt...
 
Mannomann, das hat unser beschauliches Leben vielleicht durchgerüttelt! Die Tina ist ja eigentlich ganz nett. Die hat wohl von ihrer alten Familie auch schon ein paar Benimmregeln gelernt, zum Beispiel, dass Jungtiere sich unterordnen! Aber der Mecki! Sowas habe ich in meiner ganzen Zeit in der Auffangstation nicht erlebt! Eingebildet bis zum Geht-nicht-mehr und frech wie R... (sagt man ja nicht). Glaubt der doch, bloß weil er so ein anderes Dingbums-Chromosom hat, wäre er automatisch der Boss! Macho-Typ, der. Und dann diese unersättliche Fressgier. Susi und ich haben uns immer ein Doppelschälchen geteilt, aber das hat mit Tina und Mecki nicht geklappt. Der hat nämlich aus der einen Hälfte gefressen und die andere mit seiner Pfote blockiert. Vor lauter Ärger konnte ich gar nicht mehr in Ruhe fressen.


Mecki, geboren im Juni 2002


Ich habe schon geknurrt, wenn ich den Typen bloß gesehen habe. Aber die Dosi hat ziemlich schnell eingesehen, dass es so nicht geht, und vier Einzelschälchen gekauft - und meins steht immer gaaanz weit weg von Mecki. Inzwischen hat er sich auch ein bisschen gebessert und frisst nicht mehr, bis es wieder hochkommt. Und ich gehe ihm einfach aus dem Weg, dann ist Ruhe.

Wenn ihr mehr Fotos von uns sehen wollt, schaut doch mal auf unserer Webseite vorbei:
http://www.millack.de/Britta/Katzenfotos_Startseite/Katzen_Frameset.html
(Die schönen Augen auf der Titelseite sind übrigens von mir.)

 

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