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Diese kleine Liebesgeschichte widme ich meinem überaus geliebten Kater Peppé. |
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Es war an einem sehr kaltem Vormittag im Februar 1999 als ich durch ein
geschlossenes Fenster schaute in ein vollkommen leeres Zimmer. Dort lag eine
Decke am Boden, ein Napf mit Wasser und noch einer mit Resten von
Dosenfutter,
etwas abseits eine Katzentoilette. Die Sonne schien und es war sehr hell im
Zimmer trotzdem sah ich nur das beschriebene. Dann klopfte ich ans Fenster und
dann hörte ich ihn, bevor ich ihn sehen konnte, kläglich miauen.
Ich ging zum Nachbar und bat ihn, mich in diese Wohnung zu lassen. Die Wohnung
gehörte seinem Bruder; ja das junge Pärchen war ausgezogen und jetzt sitze er da
mit einer zurückgelassenen kleinen Katze... die leere Wohnung... die Heizkosten!
Ja gut, ich möchte aber die kleine Katze sehen, bat ich ihn. Er ging voraus und
öffnete mir die Tür, in einer Ecke saß der Kleine, ganz verängstigt, aber ich
ging ganz vorsichtig und langsam auf ihn zu, hob ihn auf und streichelte ihn.
Zuerst war er richtig zappelig, kletterte auf meine Schulter aber dann beruhigte
er sich und fing an zu schnurren.
Wie soll ich jetzt meine Gefühle von diesem
Augenblick damals beschreiben, das es sich nicht "ach so sentimental" anhört?
Aber es war so, ich wusste, "Der oder Keiner!" Dann haben wir das mit den
Heizkosten geklärt, ich konnte den Kleinen aber nicht mitnehmen, denn mein Mann
war krank und wir mussten nach Mainz - der Kleine blieb also bei dem Nachbar in
Heidelberg. Aus beruflichen Gründen hatten wir zwei Haushalte, meinen in Mainz
und den meines Mannes in Heidelberg.
Der Sommer kam und wir kamen zurück nach Heidelberg. Als Erstes fragte ich Kenan Aby (so hieß der Nachbar), wo der Kleine sei? "Oh, Pepper?", der ist irgendwo in den Gärten und kommt wenn er Hunger hat! Und von wegen der Kleine, jetzt war er ganz groß! Und er kam! Mit lautem Miauen rannte er durch den großen Hof, Kenan Aby holte eine Aldi-Dosenfutter und gab ihm zu fressen. Ich war sehr glücklich ihn wieder zu sehen!
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So gingen die Tage dahin und wir fütterten den "Hausstreuner"
gemeinsam, je nach dem, wer gerade da war oder zu wem der Kater sich
bequemte
nach Hause zu kommen. Es war nicht geregelt wem er jetzt gehörte, Kenan meinte,
"uns Allen". Dazu muss ich bemerken, es sind zwei Altbauhäuser (jetzt unter
Denkmalschutz), mit einer breiten Toreinfahrt von der Straße aus und einem
großen Innenhof, mit einer alten Scheune im hinterem Teil und dahinter die
Gärten der jeweiligen Häuser. Wir wohnten in diesen zwei Häusern, mein Mann und
ich sowie Kenan und mit seinem Bruder der nachts Taxi fuhr und Emi mit ihrem
Mann sowie deren zwei Söhnen und zwei Enkeln. Das ging dann etwa einen Monat so, Pepper kam und ging, schlief in der Scheune, er wollte in keiner der Wohnungen
bleiben. Schaute überall herein und dann wollte er wieder nach draußen.
Vielleicht währe es Heute noch so wenn...
Eines Tages kam Pepper aber nicht nach Hause.
Kenan meinte: "Das war schon paar mal, er kommt bestimmt." Ich war aber sehr
beunruhigt, ging ihn suchen und fragte die Nachbarn - Nichts! Dann
am dritten Tag, es war der 10.07.1999, saßen wir im Hof und mein Mann sagte auf
einmal: "Sei bitte still, ich habe so etwas wie ein Miauen gehört!" ich drehte
mich um und sah ihn auf unsere Mauer, die fast zwei Meter hoch ist, sitzen und
weinen. Ich ging zu ihm, nahm ihn von der Mauer und wunderte mich das er
sich so einfach halten ließ, bis ich sah das sein rechtes Hinterbein an ihm nur
so herunterhing. Er war total schmutzig und abgemagert. Ich gab ihm zu fressen,
das wollte er aber nicht, er trank nur etwas Wasser. Ja, was jetzt? "Pepper muss
aber zum Arzt!" sagte ich. Kenan meinte aber nur, "Besser ins Tierheim, jetzt
arbeitet kein Arzt, die machen gerade Pause." "Ich weiß aber nicht wo das
Tierheim ist." sagte ich und mein Mann sagte fast genervt: "Kenan hol die Box,
du fährst vor und Vera mit Pepper hinterher, das Tier leidet es braucht Hilfe
aber sofort!"
So war es dann und Pepper bekam sofort Hilfe, als
die Tierpflegerin hörte das er verletzt ist. Noch am selben Tag wurde er
operiert und obendrein noch seiner Männlichkeit beraubt (Dies meine ich wirklich
scherzhaft). Und ich habe unterschrieben, wenn er wieder gesund ist für ihn zu
sorgen für immer. Pepper war zu dieser Zeit genau 10 Monate alt.
Kurz darauf musste mein Mann Hans wieder ins Krankenhaus und damit ich nicht
so alleine sein musste, kam seine Tante Maria (79) um bei mir zu bleiben. Wir
haben Hans dann jeden Tag im Krankenhaus besucht und auf dem Rückweg Peppé der
noch im Tierheim bleiben
musste. Übrigens den Namen Peppè bekam der Kater auch von von Hans. So ging
es bis Hans uns für immer verließ, er überstand seine Bypassoperation am
03.11.99 leider nicht.
Dann war ich plötzlich allein, weil Peppé immer noch im Tierheim in Quarantäne
lag. Ich musste die Wohnung in Heidelberg auflösen, ich hatte ja noch meine
Wohnung in Mainz, aber zum Glück hatte ich viele gute Freunde die mir
halfen, allen voran Tante Maria.
Mitte November saß ich dann wirklich allein in Mainz. Das Tierheim wollte mich
anrufen, wann ich Peppé abholen kann. Ich konnte aber nicht warten, und so fuhr
ich dreimal in der Woche nach Heidelberg, nur um ihn zu sehen. Ich stand dann vor einem
40x40 cm vergittertem kleinem Fenster und konnte ihn nur mit einem Finger
berühren und liebkosen, ich sprach mit ihm, denn ich wollte, das er meine Stimme nicht
vergisst. Der
Abschied fiel mir jedes Mal schwer, ich musste manchmal an Parkplätzen anhalten
weil ich ganz einfach weinte und nicht weiterfahren konnte.
In der Zwischenzeit habe ich alles für sein Einzug vorbereitet und Katzenbücher
gelesen. Eigentlich hatte ich keine Ahnung was auf
mich zukommen würde und wie viele
andere Katzenliebhaber schreiben, "schon als Kind wünschte ich mir..." Ja, ich
auch, aber ich wollte es keinem Tier zumuten täglich 9 oder mehr Stunden
allein zu sein da ich arbeiten musste.
Am 29. Dezember riefen die Leute vom Tierheim dann an, ich könne
Peppé nun abholen. Natürlich war
ich sehr glücklich und holte ihn. Im Auto fing er an zu miauen, weil er das
Autofahren nicht
kannte und je mehr ich auf ihn einredete desto mehr Geschrei... Irgendwann habe
ich
dann gar nichts mehr gesagt, das Radio schön leise eingeschaltet und nach
etwa 30 Kilometern schlief mein Peppé ein in seiner Box auf dem Beifahrersitz wie ein
Baby.
Zu Hause angekommen, stellte ich die Box mitten ins Wohnzimmer und öffnete sie. Zaghaft kam er heraus und ging auf Erkundungstour, ich zeigte ihm seine Toilette und er benutzte diese auch gleich. Danach schlenderte er ganz langsam mit hocherhobenem Schwanz durch die ganze Wohnung, ich fragte mich, was er wohl denkt, "Ist das Beste gut genug für mich" oder "Es hätte auch schlimmer kommen können", heute weiß ich, er hat sich wohl gefühlt. Später hat er dann gefressen und noch viel mit mir gespielt und gar nicht mehr geweint!
Die Jahrtausendwende hat er verschlafen aber ich war bei ihm und schaute Fern. Mitte Februar 2000 zogen wir dann beide zusammen nach Heidelberg da ich dort eine passende Wohnung bekam und auch viel mehr Freunde hatte.
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Mann könnte denken, hier endet die Geschichte.
Nein, ich habe beschlossen sie weiterzuerzählen. Am Umzugstag musste Peppé in
die Tierpension und blieb drei Tage dort, bis ich die Wohnung einigermaßen
bewohnbar gemachte hatte. Dazu muss ich sagen das ich nur das Nötigste aus Mainz
mitgenommen hatte, es standen nur Umzugskartons herum und der Fernseher
obendrauf. Ein
klappbares Gästebett (von Freunden ausgeliehen) und ein
Liegestuhl. Peppés Sachen waren aber alle da!
Dann habe ich ihn abgeholt. Ich war überglücklich
ihn wieder zuhaben. Er, beim Anblick der leeren Wohnung, aber wohl
weniger. Zum Glück kamen dann nach einer Woche die Möbel und die Welt war wieder
in Ordnung.
Mitte November 2000 musste ich zu Kur und Tante Maria kam um Peppé so lang zu
versorgen. Zum Glück
war ich nicht so weit weg und konnte jeden Sonntag nach
Hause um Peppé zu sehen. An einem Morgen, so erzählte Tante Maria, wachte sie
auf und sah Peppés Gesicht vor sich. Sie war sehr erstaunt, weil er sie
wohl die
ganze Zeit im Schlaf beobachtet aber nicht geweckt hatte. Peppé
schaute sie mit
einer Mine an, als wolle er sagen, "Was machst Du in meinem Bett?" Wir lachen
heute noch darüber, wenn wir daran denken.
So verging die Zeit, ich abbonierte und las Katzenzeitungen, wollte eine gute
Katzenmutti sein! Kaufte alles was das Katzenherz begehrt auch einen großen
Kratzbaum. Peppé benutzte diesen Kratzbaum aber kaum und nach einem Jahr landete
das gute Stück im Keller. Stattdessen zerfetzt er jetzt ein Sessel nach dem
anderen, da ich es Leid bin ewig in die Hände zu klatschen und "Nein lass das!"
zu rufen, er macht es trotzdem!
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2003 ist Peppé krank geworden, er hat gebrochen und ich brachte ihn sofort in die Tierklinik. Dort wurde er auf den Kopf gestellt, Blutuntersuchung, Ultraschall, Röntgen und nach alledem hieß es dann Herzschwäche. Peppé bekam auch Medikamente, Lanitop Miete täglich eine Tablette. Die Tabletten konnte ich ihm nur in pulverisiertem Zustand und in Malt Soft Paste eingerührt verabreichen. Zu dieser Zeit wog er 6 Kilo, wohlgemerkt er hat nur normale, handelsübliche Katzennahrung (Dosen, Schalen, Trockenfutter) und Wasser bekommen aber trotzdem hat er immer mehr zugenommen.
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Mitte April dieses Jahres hat er Durchfall bekommen und ich brachte ihn sofort
wieder in die Tierklinik. Es wurde eine Leberbiopsie
gemacht und wieder
gründlich untersucht, Verdacht auf Cushing Syndrom. Er bekam Diätfutter
verordnet und nach zwei Tagen konnte ich ihn wieder mit nach Hause nehmen. Die
Herztablette wurde abgesetzt. Im Juni kam dann die übliche Impfung und am
20.09.2006 folgte ein Termin für die Blutentnahme. Am Montag (25.09.06) wissen
wir mehr; ob Cushing oder nicht. Natürlich
bin ich besorgt um ihn und versuche
alles menschenmögliche zu tun das es ihm gut geht. Meiner Meinung
nach sollte
man mit Malt Soft und ähnlichen Präparaten vorsichtig sein, sie sind sehr
kalorienreich und regen den Appetit an.
Peppé ist aber sehr lieb, wehe wenn ich das tägliche
Kämmen vergesse! Er wartet
jeden Abend vor der Schlafzimmertür das wir zusammen schlafen gehen. Alle meine
Freunde und Bekannte lieben ihn auch, weil er sehr zutraulich und so neugierig
ist. Ihn kann Jeder auf den Arm nehmen und und mit ihm schmusen. Ich hoffe sehr
das uns noch ein paar schöne Jahre bleiben.
Vielen
herzlichen Dank an Verona Friessmann für diese Geschichte
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