Mimmie begegnet Santa Claus | Mimmie und der Schneemann | Mimmies erstes Weihnachtsfest
Von Rena Schachner

Mimmie begegnet Santa Claus

Eines Nachts streifte die Katze Mimmie durch die Straßen. Hell leuchteten Mond und Sterne auf die weiße Schneedecke, die Felder und Wiesen, sowie Bäume und Sträucher bedeckte. Im Schein des Mondes glitzerte der Schnee wie Silber. Mimmie, eine braun-weiße, wunderschöne Katze, machte jede Nacht ihren Spaziergang, egal ob Sommer oder Winter. Heute jedoch war irgendetwas anders, als sonst. Überall an den Häusern und Bäumen waren bunte Lichterketten und die Straßen waren hell erleuchtet.

Eine Weile trottete Mimmie vergnügt durch den Schnee und plötzlich hörte sie leise Glöckchen läuten. „Was ist denn das?“, dachte sich Mimmie erschrocken. Überrascht blickte sie sich um und sah schließlich etwas Seltsames oben am Himmel. Ängstlich versteckte sich die Katze mit einem weiten Sprung im nahen Gebüsch. Direkt vor ihr landete ein wunderschöner Schlitten, der von herrlich geschmückten Rentieren gezogen wurde und drinnen saß ein dicker Mann mit einem langen, weißen Bart. Der fremde Mann trug einen roten Anzug und auf dem Kopf hatte er eine rote Mütze. „Wer ist denn das?“, flüsterte Mimmie und duckte sich noch ein bisschen mehr in den Schnee. Aber der große, dicke Mann mit dem langen, weißen Bart hatte etwas gehört und sah sich um. „Ist da jemand?“, brummte er und stieg aus seinem Schlitten aus. Langsam bewegte er sich in die Richtung, aus der zuvor das Geräusch kam.

Die Katze zitterte vor Angst, als der bärtige Mann sie entdeckte. „Na, was bist du denn für ein hübsches Kätzchen“, brummte der Mann freundlich und lächelte die verschreckte Mieze an. „Du brauchst dich doch nicht zu fürchten, ich tu dir doch nichts“, sagte der Bärtige. Schließlich nahm Mimmie all ihren Mut zusammen und sagte ganz leise: „Ich heiße Mimmie und wer bist du?“ - „Ich“, lachte der Mann, „Ich bin `Santa Claus`, hast du noch nie etwas von mir gehört?“ „Nein“, flüsterte Mimmie, immer noch sehr ängstlich. „Nun ja, ich komme jedes Jahr mit meinem Schlitten angeflogen und beschenke die braven Kinder“, erzählte Santa Claus der zitternden Katze. „Du beschenkst die Kinder?“, neugierig kam Mimmie ganz aus ihrem Versteck heraus, denn wer Kinder beschenkt, wollte ganz gewiss auch Katzen nichts Böses. „Was machst du denn noch so spät draußen in der dunklen Nacht?“, wollte Santa Claus wissen. „Na, ich gehe immer vor dem Einschlafen noch eine kleine Runde spazieren“, erzählte Mimmie. Santa Claus lachte: „Meinst du nicht, dass du schön langsam ins Bettchen gehörst? Hast du es denn sehr weit zurück nach Hause?“ „Ich wohne dort drüben“, sagte Mimmie mutig. Santa Claus meinte freundlich:„Ach, in die Richtung muss ich ja auch und wenn du möchtest, dann nehme ich dich mit“.

Die Katzendame stieg in den Schlitten und los ging die Fahrt. Der Schlitten stieg hoch in den Himmel und wieder hörte man die kleinen Glöckchen. Mimmie blickte nach unten und alles sah so winzig aus. Vor Mimmies Haus landeten sie wieder sanft auf der Erde und die Katze sprang heraus. „Danke dir, Santa Claus, das war aber toll!“, bedankte sich Mimmie. Santa Claus lächelte: „Gern geschehen Mimmie! Ich wüsche dir noch eine gute Nacht! Jetzt muss ich mich aber beeilen.“ Dann griff er noch in den großen Sack mit den Geschenken und überlegte kurz. „Da hab ich natürlich auch noch etwas für dich“, lächelte er und überreichte Mimmie ein kleines Päckchen. „ Vielen Dank für alles“, flüsterte die Katze nochmals, aber Santa Claus´ Schlitten war schon wieder hoch in der Luft. Es war nur noch ein „Hoohooohooo“ zu hören.

Mimmie schlich sich mit ihrem Päckchen ganz leise in ins Haus und musste natürlich noch einen kleinen Happen zu sich nehmen. Aber gleich danach legte sie sich auf ihren Lieblingsplatz, kuschelte sich in ihre Decke und schlief glücklich und zufrieden ein.

 

Mimmie und der Schneemann  

An einem sonnigen, aber kalten Winternachmittag streifte die kleine Katze Mimmie durch den Garten. Blumenbeete und Sträucher waren von einer dicken weißen Schneedecke bedeckt und die Äste der Bäume bogen sich unter der Last des Schnees. Im Licht der Sonnenstrahlen glitzerte der Schnee so wunderschön, dass Mimmie vor entzücken kurz den Atem anhielt.

Aber dann entdeckte Mimmie plötzlich etwas sehr seltsames, so etwas hatte sie ja noch nie zuvor gesehen. Mitten im Garten stand eine weiße Gestalt mit einem alten schiefen Hut, schwarzen Augen und einer langen Nase. „Seltsam“, dachte sich Mimmie und schlich langsam und vorsichtig näher. Neugierig, wie Mimmie nun einmal war, wurde das seltsame Objekt sofort beschnuppert. „Hihi, das kitzelt“, kicherte plötzlich eine Stimme. Erschrocken wich Mimmie einige Schritte zurück. Jetzt lächelte der Fremde Mimmie vergnügt an. „Wer bist denn du?“, fragte Mimmie mutig. – „Ich heiße Frostie und ich bin ein Schneemann.“ Mimmie schüttelte verwundert den Kopf, denn sie hatte noch nie einen Schneemann gesehen, da es ihr erster Winter war. „Ich heiße Mimmie“, stellte sich die Katzendame höflich vor. „Wohnst du schon lange hier im Garten?“, wollte sie nun wissen. „Nein, erst seit gestern Nachmittag“, erzählte Frostie lächelnd.„Aha, und wo kommst du denn her?“, fragte Mimmie neugierig. „Die Kinder haben mich aus Schnee geformt“, erzählte Frostie fröhlich. „Aus Schnee?“ Mimmie war erstaunt. „Ist dir denn hier draußen gar nicht zu kalt?“ „Nein“, lachte der Schneemann, „Ich liebe die Kälte.“ „Ich eigentlich nicht, lieber mag ich es, wenn es schön warm ist“, verlegen leckte sich Mimmie ihre kalte Vorderpfote. „Ja, das glaube ich dir, aber ich bin aus Schnee und ich brauche die Kälte“, erzählte der Schneemann, „Denn wenn es zu warm ist, dann fange ich an zu schmelzen.“ „Oh, das ist ja schrecklich!“, Mimmie putzte sich nun auch die andere Pfote, denn so langsam wurde ihr wirklich zu kalt. Sie plauderten noch eine Weile miteinander. Inzwischen waren auch die letzten Sonnenstrahlen verschwunden und es wurde langsam dunkel und immer kälter.

„Mhh, ich glaube, dir ist kalt, vielleicht solltest du wieder ins Haus gehen“, meinte Frostie und sah Mimmie besorgt an. „Sehen wir uns denn Morgen wieder?“, wollte Mimmie wissen. „Klar, ich bin sicher noch einige Tage hier, denn ich glaube nicht, dass es bald wärmer wird.“ „Tschüss, Frostie, bis Morgen“, verabschiedete sich Mimmie. „Auf Wiedersehen, kleine Mimmie. Ich freu mich schon auf Morgen!“, rief ihr Frostie noch nach, denn die kleine Katze flitzte schnell durch die Katzenklappe. Zuerst putzte sie sich noch ausgiebig ihr Fell und machte es sich auf ihrem Lieblingsplatz, der Ofenbank, gemütlich. Lange dachte Mimmie noch an Frostie, ihren neuen Freund. „Hoffentlich sehen wir uns morgen wieder“, murmelte Mimmie müde, rollte sich zusammen und schlief ein.

 

 

Mimmies erstes Weihnachtsfest
„welch wunderbare Weihnachten“
 

Eines Tages, früh am Morgen, lag Mimmie noch kuschelig eingerollt in ihrem Körbchen im Wohnzimmer und hörte aus der Küche bereits Geräusche, wie das Klappern von Geschirr und Besteck. Sie spitze die Ohren und dachte sich: „Ah, Zeit fürs Frühstück…“

Die kleine Katze öffnete ihre Augen und gähnte, danach streckte sie sich noch ausgiebig und lief in die Küche. „Mhh, das duftet aber gut“, dachte sich Mimmie und sah sich um. Ihre Zweibeiner saßen bereits am Tisch und frühstückten. Der Duft von Kaffee, Brötchen und Marmelade erfüllte den Raum. „Guten Morgen, Mimmie“, wurde das Kätzchen in der Küche freundlich begrüßt. Sofort nahm Frauchen  Mimmies Fressnapf und füllte ihn mit leckerem Katzenfutter. Zur Begrüßung strich die kleine Katze gleich um Frauchens Beine und schnurrte. Leise hörten sie aus dem Radio eine Stimme: „Heute ist `Heilig Abend´ und wir wünschen unseren Hörerinnen und Hörern ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest.“ Nachdem Frauchen nun den vollen Napf wieder vor Mimmie auf den Boden gestellt hatte, begab sie sich wieder zu Tisch. Gemütlich speisten Frauchen, Herrchen und ihre Kinder Laura, 6 und Markus, 10 Jahre alt, weiter. Auch Mimmie ließ sich ihr Frühstück schmecken. „Lecker“, dachte sich das Kätzchen.

Inzwischen nahm sich Mimmies Herrchen seine Tageszeitung und schlug diese auf. Die kleine Katze hatte ihren Napf geleert und strich nun  schnurrend um Herrchens Beine. Dieser lachte und sagte: „He Mimmie, komm auf meinen Schoß, dann lesen wir zusammen.“ Sofort sprang Mimmie auf Herrchens Schoß und leckte ihm gleich die Wange. Liebevoll wurde sie ausgiebig gestreichelt. Herrchen fing an zu lesen, aber er hörte nicht auf, Mimmie zu kraulen. Schnurrend machte es sich das Kätzchen auf Herrchens Schoß gemütlich. Die Kinder lachten vergnügt. „Papa, kommt heute das Christkind?“, fragte die kleine Laura und biss von ihrem Brot ab.   „Na, mal sehen“, meinte Frauchen und sah ihre Kinder liebevoll an.   „Wenn ihr schön brav wart, wird das Christkind schon das eine oder andere Päckchen bringen“, sagte Mimmies Herrchen un
d las weiter. „Wir sind doch immer brav“, stellte Markus, der ältere fest.  „Na, wir werden ja sehen, ob es heute Geschenke für euch gibt“, lächelte Herrchen. Mimmie rieb ihr Köpfchen an Herrchens Nase und schnurrte laut. „He, das kitzelt“, lachte er.   „Glaubst du, das Christkind bringt auch Mimmie etwas?“, wollte Laura wissen. „Vielleicht“, meldete sich nun Frauchen zu Wort, „denn Mimmie ist ja auch immer brav gewesen.“  Mimmie hörte ihren Namen und blickte ihr Frauchen an. „Na ja“, dachte sich Mimmie, „ein oder zwei Blumenvasen habe ich ja schon kaputt gemacht“, aber zum Glück erwähnte das heute niemand.

Nach dem Frühstück standen alle auf, um den Tisch abzuräumen. Mimmie sprang von Herrchens Schoß und lief ins Wohnzimmer, dort spielte sie ausgiebig mit einem ihrer Bällchen. Als alles verräumt war, gingen die Kinder ins Bad, wuschen sich und zogen sich an. Dann läutete es. „Das sind Oma Anna und Opa Heinz“, sagte Mimmies Herrchen zu seinen Kindern. „Ihr dürft heute den ganzen Tag bei Oma und Opa bleiben.“ - „Juhui!“, riefen Markus und seine kleine Schwester.  „Guten Morgen, allerseits“, begrüßten Oma Anna und Opa Heinz alle und Mimmie strich  ihnen abwechselnd schnurrend um die Beine und wurde liebevoll gekrault.  Nach wenigen Minuten waren die Großeltern mit ihren Enkelkindern aus dem Haus. Auch Mimmie  huschte durch die Katzenklappe nach draußen in den Garten. Einige Zeit später kam sie wieder zurück ins Haus, sie war müde und wollte ins Wohnzimmer in ihr Körbchen. Aber die Türe war zu und ihr Körbchen stand nun auf der Küchenbank. Verwundert sprang sie aber doch auf die Bank, legte sich in ihr Kuschelkörbchen und schlief ein. Inzwischen aßen Frauchen und Herrchen zu Mittag. Am Nachmittag lief Mimmie noch einmal nach draußen und watete durch den Schnee. Nach einem ausgiebigen Spaziergang kam das Kätzchen wieder zurück ins Haus. Merkwürdig war, dass Mimmie den ganzen Tag nicht ins Wohnzimmer durfte. All ihre Spielsachen waren in der Küche.  Frauchen und Herrchen spielten mir ihr und Mimmie genoss es sichtlich. Als es langsam dunkel wurde, kamen Oma Anna, Opa Heinz und die Kinder Markus und Laura wieder nach Hause.

Irgendwie war heute etwas anders als sonst, das spürte Mimmie ganz genau, denn auch Markus und Laura durften nicht ins Wohnzimmer, da die Türe zugesperrt war. Die Kinder wurden  immer aufgeregter. Aus dem Radio klangen Weihnachtslieder und  um 18.30 Uhr gab es Abendessen. Markus fragte Opa Heinz: „Opa, glaubst du, das Christkind kommt wirklich vorbei und bringt uns etwas?“ Opa Heinz lächelte seinen Enkel an und sagte: „Wir werden ja sehen.“   Nach dem Essen räumte Frauchen mit Oma Anna den Tisch ab und Opa Heinz las den Kindern eine Geschichte vor. Mimmie hatte es sich in ihrem Kuschelkörbchen gemütlich gemacht und hörte gespannt zu. Gerade als die Geschichte zu Ende war, läutete im Wohnzimmer plötzlich leise ein Glöckchen . Frauchen sagte: „Na, ich glaube, das war das Christkind, sehen wir mal nach, ob es auch etwas gebracht hat.“

Sofort stürmten die Kinder ins Wohnzimmer. Herrchen nahm Mimmie auf den Arm und ging ihnen nach. Die Kinderaugen leuchteten mit den Kerzen am Christbaum um die Wette. So etwas Wunderschönes hatte Mimmie noch nie gesehen. Frauchen nahm ihre Gitarre und stimmte das Lied `Stille Nacht, heilige Nacht´ an und alle sangen mit. Mimmie betrachtete den Christbaum, lauschte den Klängen der Gitarre und den Stimmen ihrer Menschen. Nach dem Lied durften die Kinder zum Christbaum gehen um nachzusehen, ob das Christkind all ihre Wünsche erfüllt hatte. Mimmie schlich ihnen nach und setzte sich vor den Baum um alles  zu beschnuppern. Vorsichtig hob sie ihr Näschen an die Tannenzweige und an die glänzenden Kugeln, die dort hingen.

„Da sind noch zwei Päckchen“, meinte die kleine Laura aufgeregt und reichte sie an Markus weiter.  Markus las vor: „Für Mimmie!“, und dreht sich zu Mimmie um. Sofort wurden die Päckchen von Mimmie beschnuppert.  „Darf ich sie für Mimmie aufmachen“, fragte die kleine Laura.  „Aber natürlich“, sagte Frauchen fröhlich. Schnell entfernte Laura das weihnachtliche Geschenkpapier und legte zwei kleine Geschenkkartons vor Mimmie auf den Boden.  „Du musst für Mimmie schon die Kartons auch aufmachen“, meinte Markus lachend. Neugierig wartete Mimmie, bis Laura die beiden kleinen Kartons geöffnet hatte. Schnurrend kam sie näher um zu sehen, was denn das Christkind für sie gebracht hatte: Eine lustige Spielmaus und ein Schneemann aus Stoff, die  herrlich die nach Katzenminze dufteten, war das erste Geschenk und dann noch vier bunte Bälle  und ganz viele Leckerlis! Mimmie stupste die Stoffmaus und den Schneemann gleich mit ihrer Pfote an. So was Lustiges hatte sie ja noch nie bekommen. Der Fotoapparat blitzte auf und  alles wurde bildlich festgehalten. Die Kinder fingen an, mit ihren Geschenken zu spielen: Markus hatte eine tolle Autorennbahn bekommen mit sehr viel Zubehör. Laura eine neue Puppe mit vielen Kleidchen, die sie ihrer neuen Puppe sofort anprobierte. Die Erwachsenen machten es sich bei einem Gläschen Rotwein und den leckeren Weihnachtskeksen gemütlich. Jeder packte seine Geschenke aus. Frauchen bekam einen neuen Pullover, eine wunderschöne Kette und ein teures Parfum. Herrchen packte ein dickes, großes Buch, eine schöne Uhr und neue Schuhe aus. Oma Anna lächelte, als sie ihr Päckchen öffnete, denn es war genau die Winterjacke, die sie sich so sehr gewünscht hatte und Opa Heinz bekam vom Christkind einen blauen Pullover und einen neuen Wintermantel. Alle waren glücklich und zufrieden. Mimmie schnappte sich die neue Stoffmaus und brachte sie ihrem Herrchen, der sich zum Spielen aufgefordert fühlte und für Mimmie die Stoffmaus immer wieder warf. Die Kinder lachten und ihre Augen strahlten. Die Erwachsenen unterhielten sich prächtig und spielten abwechselnd mit dem kleinen Kätzchen. Schließlich wurden die Kinder ins Bett gebracht und auch Mimmie wurde müde. Ihr Körbchen war wieder im Wohnzimmer und sie kuschelte sich hinein. Die Zweibeiner nahmen ihre Weingläser sowie die Kekse und machten es sich noch in der Küche gemütlich. Mimmie betrachtete noch eine Weile den wunderschönen Baum und dann fielen ihr die Augen zu. „Welch wunderbare Weihnachten“, dachte sie sich noch und schlief glücklich ein.

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