Advent 2009

Adventszeit

Eine deutliche Veränderung des Brauchtums ist im Advent seit dem 20. Jahrhundert zu beobachten. Wurde er ursprünglich als Fastenzeit begangen, wird in der Gegenwart das zu erwartende Weihnachtsfest (nicht zuletzt durch verschiedene Marketingaktionen und -instrumente) zunehmend in den Advent vorverlegt.

Für den Advent typisch ist das Backen von Plätzchen, wie z.B. Butterplätzchen. Der Teig wird dünn ausgerollt, und zu Hause stechen dann oft Kinder mit vorgefertigten Formen weihnachtliche Motive wie Sterne, Tannenbäume, Schneemänner usw. heraus. Christstollen, die ältesten deutschen Weihnachtsgebäcke (bereits anno 1329/30 urkundlich erwähnt), müssen aufgrund der reichhaltigen Zutaten viele Wochen vor dem Genuss „reifen“. Hierbei geben die in Rum getränkten Sultaninen Geschmacks- und Zuckerstoffe an den umgebenden Teig ab. Diese verändern Konsistenz und Geschmack des Stollens auf angenehme Weise. Zum Reifen werden die Stollen nach dem Backen gut verpackt an einem kühlen und trockenen Platz gelagert.

In den Vorgärten einiger Häuser erstrahlen an Bäumen Lichterketten. In vielen Fenstern werden Schwibbogen mit Lichterketten aufgestellt, die die Geburt Jesu Christi, Bergbauszenen oder Tiere im Winterwald zum Motiv haben. Mancherorts finden Weihnachtsmärkte statt, man bietet Kunsthandwerk, Weihnachtsdekorationen und Geschenkartikel, sowie für den Winter und gegebenenfalls auch für eine Region in dieser Jahreszeit typische Speisen und Getränke wie Lebkuchen oder Glühwein an. In vielen Teilen Österreichs, Deutschlands und der Schweiz werden in der Adventszeit im jeweiligen Ort, bzw. einer Siedlung, Fenster mit der entsprechenden Nummer versehen, geschmückt und am Abend beleuchtet. An dem zugeordneten Tag sammeln sich die Gäste vor dem Haus mit diesem sog. Adventfenster. Es werden Glühwein, Punsch, Brötchen, selbstgebackenes angeboten.

In den Wohnungen wird traditionell auf dem stehenden oder hängenden Adventskränzen von Sonntag zu Sonntag von den vier Kerzen immer ein Licht mehr angezündet. Die modernere Variante sind die Weihnachtsgestecke, die aus Nadelzweigen, Kerzen und anderen Accessoires bestehen. Kinder erfreut ein Adventskalender, bei dem sie jeden Tag ein Fenster öffnen und eine kleine Süßigkeit oder ein winziges Geschenk finden. Es ist zudem Sitte, Weihnachtsgrüße an Verwandte, Freunde und Geschäftspartner zu verfassen sowie Kinder zum Auswendiglernen von Gedichten anzuhalten.

Betriebe, Vereine, Verbände und andere Organisationen, aber auch öffentliche Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen und Altenheime veranstalten in der Adventszeit Weihnachtsfeiern. Zur Feier können dann, ganz im Gegensatz zur familiären Weihnachtsfeier, auch humorvolle Einlagen gehören, sowie Weihnachtsansprachen. Oft haben diese Weihnachtsfeiern den Charakter von Feiern zum Jahresende.

   
 
 
   
 

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