Anämie (Blutarmut) |
Anfälle siehe Krämpfe |
Aortenthrombose |
Arthritis | Atemwegserkrankungen
Blasenentzündung (Zystitis) |
Blindheit
siehe Erblindung | Bronchitis siehe Atemwegserkrankung
Cushing-Syndrom |
Diabetes Mellitus | Erblindung |
Fettsucht | Gelbsucht |
Gleichgewichtsstörungen
Halsentzündung (Pharyngitis) |
Hautkrankheiten |
Hepatitis | Herzkrankheiten |
Inkontinenz
Katarrh (Rhinitis, Sinusitis)
| Krämpfe | Krallenschäden |
Krebs siehe Tumoren | Lähmungen
Lebererkrankungen siehe Gelbsucht, Hepatitis |
Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
siehe Katarrh Nierenkrankheiten |
Ohrenleiden | Parasiten |
Rhinitis
siehe Katarh | Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) |
Tumoren |
Verdauungsstörungen |
Verstopfung (Obstipation) |
Zahnerkrankungen
Anämie (Blutarmut)
Unter Anämie versteht man
einen abnormal niedrigen Gehalt von Hämoglobin, dem roten Pigment, das den
Sauerstofftransport im Blut besorgt. Anämie ist also keine eigenständige
Erkrankung, sondern nur Symptom einer vorliegenden Störung. Eine Untersuchung
des Hämoglobingehalts und der Größe der roten Blutkörperchen hilft dem
Tierarzt bei der Suche nach den Ursachen, die sehr vielfältig sein können:
Blutverlust, Störungen bei der Bildung neuer Blutkörperchen im Knochenmark,
oder übermäßiger Zelluntergang im Blutstrom. Bei alten Katzen rührt Blutarmut
meistens von einer Nierenerkrankung, einer Ansteckung mit dem Virus der
Katzenleukose oder Knochenmarkstumoren (siehe Tumoren) her. Auch manche Gifte
oder sogar Medikamente können die Produktion neuer roter Blutkörperchen
unterbinden. Die
sogenannte infektiöse Katzenanämie wird durch Mikroben, nämlich
Haemobartonella felis, ausgelöst; sie heften sich
an die roten Blutkörperchen an und regen den Wirtskörper dazu an, diese zu
zerstören. Man vermutet, dass Haemobartonellen durch Insektenstiche, vor allem
Flohstiche, übertragen werden.
Katzen, die an Anämie leiden,
zeigen Teilnahmslosigkeit und Lethargie. Das Zahnfleisch, normalerweise
hellrosa, sieht blass, in schweren Fällen sogar porzellanfarben aus. Für die
diagnostische Abklärung ist fast immer eine Blutuntersuchung erforderlich,
manchmal auch zusätzlich noch eine Knochenmarkspunktion. Dabei sediert man die
Katze durch eine Beruhigungsspritze oder eine Kurznarkose, um die Nadel in die
Markhöhle eines Knochens einführen zu können. Man entnimmt eine kleine
Markprobe, die es erlaubt, die Zellen unter dem Mikroskop zu untersuchen.
Zusätzlich zur Therapie des
ursächlichen Leidens sollten möglichst auch Vitamine und Mineralstoffe
verabreicht werden, besonders Eisen und Vitamin B 12, um dem Körper die
nötigen Stoffe zum Aufbau neuer Blutzellen zuzuführen. In schweren Fällen
kann mit Blut von einer Spenderkatze eine Bluttransfusion vorgenommen werden;
doch dieses Verfahren kommt in den tierärztlichen Praxen nicht häufig zur
Anwendung.
Anfälle siehe
Krämpfe
Aortenthrombose
Eine Thrombose ist die Bildung
von Blutklümpchen (Koagula), welche die Blutgefäße verstopfen. Sie tritt bei
älteren Tieren häufig auf und geht oft mit einer durch Herzkrankheiten
bedingten verlangsamten Blutzirkulation einher (siehe Herzkrankheiten). Die Blutkoagula bilden sich meist in den unteren Teilen der Hauptschlagader, die
die Hinterbeine der Katze mit Blut versorgt. Wird die Blutzufuhr plötzlich
unterbrochen, so treten schmerzhafte Muskelkrämpfe auf, und die Hinterbeine
sind völlig gelähmt.
Unter der Gabe von
schmerzstillenden Mitteln kommt die Blutzirkulation oft nach einiger Zeit
wieder in Gang, so dass die Hinterbeine wieder aktiviert werden können.
Aspirin wirkt vorbeugend gegen erneute Koagulabildung; die Dosierung muss
allerdings vom Tierarzt überwacht werden, damit es nicht zu
Vergiftungserscheinungen kommt. Der Zustand kann so qualvoll sein, dass es
sich oft - zumal wenn ihm ein Herzleiden zugrunde liegt - empfiehlt, das Tier
einzuschläfern.
Arthritis
Unter Arthritis versteht man
die Entzündung eines oder mehrerer Gelenke. Sie kann durch Verletzungen,
einen Vitamin-A-Überschuss oder Infektionen
ausgelöst werden; bei älteren Katzen stellt sie sich gewöhnlich als Folge von
Abnützungserscheinungen ein. Im Vergleich zu anderen Tierarten, zumal Hunden,
bekommen Katzen selten Arthritis und können, da sie klein und leicht sind,
ganz gut damit leben. Arthritis verursacht Schmerzen, Schwellungen und
Steifheit in den Gelenken, die sich häufig in einer Bewegungsunlust bemerkbar
macht. Viele der entzündungshemmenden Medikamente, die bei anderen Tierarten
zur Behandlung einer Arthritis zur Anwendung kommen, sind für Katzen giftig.
Deshalb ist es essentiell, dass jegliche Therapie nur nach Anweisung des
Tierarztes erfolgt. Bei der Arthritis gibt es keine Heilung, aber in aller
Regel bekommt man das Problem in den Griff, so dass die Katze ein normales
Leben führen kann.
Atemwegserkrankung
Die Atemwege der älteren Katze
werden von vielerlei Primärschäden in Mitleidenschaft gezogen. Bei
Herzinsuffizienz kann es zu einer Flüssigkeitsansammlung in der Lunge kommen,
und häufig siedeln sich Tumoren bzw. Krebsmetastasen in den Lungen an.
Als häufigste Ursache für eine
Lungenschädigung bei alten Katzen ist wohl die chronische Bronchitis
anzusehen, eine über lange Zeiträume bestehende Infektion der Bronchien,
welche die oberen Atemwege mit den Lungen verbinden. Sie ist durch einen
chronischen trockenen Husten gekennzeichnet. Katzen, die daran leiden, fühlen
sich gewöhnlich ansonsten wohl, aber ihre heftigen Hustenattacken wirken
immer wieder äußerst bedrohlich. Um andere Ursachen auszuschließen, ist eine
Röntgenaufnahme des Brustkorbs anzuraten. Die Behandlung besteht in einer
Langzeitgabe von Antibiotika, wodurch die Infektion gründlich bekämpft werden
soll. In einigen Fällen wird der Tierarzt unter Narkose mit einem Bronchoskop
eine Gewebsprobe entnehmen, um Hinweise auf die Art des Erregers zu bekommen
und ein optimal wirksames Antibiotikum einsetzen zu können.
Blasenentzündung
(Zystitis)
Sie tritt gewöhnlich als Folge
der Reizung durch Urinkristalle auf, die sich aus Verbindungen des Elements
Magnesium vorzugsweise in alkalischem Milieu bilden. Diese Kristalle können
sich in der Blase als regelrechte Steine ablagern oder die Harnröhre
verstopfen, durch die der Urin nach außen
gelangt. Das ist besonders häufig bei Katern
der Fall, da ihre Harnröhre sehr eng ist.
An Blasenentzündung leiden
Katzen aller Altersstufen, und nach einer Erkrankung ist die Gefahr von
Rückfällen groß. Die Katze spürt einen ständigen Harndrang, obwohl jeweils nur
geringe Mengen abgesetzt werden. Sie sucht sich dann mitunter ungewöhnliche
Plätze zum Urinieren aus, beispielsweise das Abflussrohr der Badewanne.
Eine Katze mit einem Harnstein
erweckt den Eindruck, als leide sie unter Verstopfung. In diesem Fall ist es
wichtig, sich zu vergewissern, ob sie normal uriniert. Ist dies nicht der
Fall, so muss eine Verlegung des Harnleiters angenommen werden, die als
Notfall gilt und eine sofortige Behandlung erfordert. Unter Narkose wird ein
Katheter eingeführt, durch den die Entleerung der Blase erfolgt.
Gegebenenfalls wird eine Röntgenaufnahme der Blase gemacht, um
festzustellen, ob größere Steine in der Blase vorhanden sind.
Die meisten Katzen sprechen
bei einer komplikationslosen Blasenentzündung sehr schnell auf eine
Behandlung mit Antibiotika an. Außerdem ist beim Tierarzt spezielles
Diätfutter erhältlich, das einerseits einen sehr geringen Magnesiumgehalt
aufweist und andererseits den Urin ansäuert, wodurch die Bildung von
Kristallen verhindert wird. Diese Diät ist besonders bei Rückfallgefahr zu
empfehlen; sie muss aber konsequent und ausschließlich gefüttert werden. Dann
ist sie durchaus wirkungsvoll und kann manche Katze vor ständig
wiederkehrenden Beschwerden bewahren.
Blindheit siehe
Erblindung
Bronchitis siehe
Atemwegserkrankung
Cushing-Syndrom
Diese Krankheit wird auch als
Hyperkortisolismus bezeichnet. Sie wird durch eine Überproduktion der
Nebenniere einer kleinen, neben der Niere befindlichen Drüse - an Steroiden
verursacht, was entweder durch Tumoren an der Nebenniere selbst bedingt sein
kann oder durch einen Tumor an der Hypophyse, die an der Hirnbasis sitzt und
die Cortisolproduktion kontrolliert. Auch eine längere Behandlung mit
cortisonhaltigen Medikamenten ist, besonders bei alten Katzen, als Ursache in
Erwägung zu ziehen. Das Syndrom löst Heißhunger und starken Durst aus und
verursacht außerdem Muskelschwund, eine Schwellung des Leibes und mitunter
Veränderungen der Haut.
Ist eine intensive Behandlung
mit Cortison die Ursache der Störung, dann sollte dieses, wenn irgend möglich,
unter strenger tierärztlicher Kontrolle schrittweise abgesetzt werden. Eine
operative Entfernung der Nebennieren- oder Hypophysentumoren ist äußerst
schwierig. Manchmal gelingt es, am Cushing-Syndrom erkrankte Katzen mit einem
Medikament zu behandeln, das selektiv Nebennierenrindengewebe abtötet und
somit die Produktion von Steroiden reduziert.
Diabetes Mellitus
Der Diabetes mellitus, auch
als Zuckerkrankheit bekannt, ist eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse. die
neben dem Magen liegt. Diese auch Pankreas genannte Drüse ist für die
Produktion des Hormons Insulin und der Verdauungsenzyme verantwortlich.
Insulin reguliert den Glukosespiegel im Blut. Bei einem Diabetes produziert
das Pankreas nicht genügend Insulin, weshalb der
Glukosespiegel steigt. Das führt zur Bildung von Giftstoffen im Körper, den
Ketonkörpern, die lebenswichtige Organe wie die Leber schädigen und in
schweren Fällen bis zum Koma führen können. Manche Katzen bekommen diese
Krankheit noch im Alter ohne ersichtlichen Grund; bei anderen wird sie durch
eine Langzeitbehandlung mit Corticosteroiden oder bestimmten Steroidhormonen
ausgelöst. Fettsucht kann auch zu ihrer Entwicklung beitragen.
Eine Katze, die an Diabetes
mellitus leidet, hat übergroßen Durst und anfangs übermäßigen Appetit; sie ist
nicht in der Lage, die Energie, die ihr durch die Nahrung zugeführt wird,
umzusetzen. In dem Maß, in dem der Ketonkörperspiegel im Blut ansteigt, wird
die Katze unpässlich, verweigert vielleicht die Nahrung. Ketone sind chemisch
mit Aceton verwandt, weshalb ein aufmerksamer Beobachter den
krankhaftsüßlichen Geruch nach Nagellackentferner im Atem der Katze
wahrnehmen kann. In schweren Fällen bekommt die Katze Krampfanfälle und fällt
in ein diabetisches Koma. Hat die Katze dieses Stadium erreicht, so sind die
Aussichten auf eine erfolgreiche Behandlung geringer. Der Urintest
zeigt dann hohe Glukosewerte. Zwar wird Glukose auch nach einer größeren
Mahlzeit oder als Folge von Stress gefunden; doch wenn zudem noch Ketonkörper
nachweisbar sind, ist die Diagnose gesichert. Eine Blutuntersuchung wird in
aller Regel zur Bestätigung vorgenommen, wenn es Schwierigkeiten mit dem
Sammeln der Urinprobe gibt.
Wir haben derzeit noch keine
sicher wirkenden Medikamente die oral verabreicht werden können, sondern sind
auf tägliche Insulininjektionen angewiesen. Viele Katzenbesitzer finden den
bloßen Gedanken daran erschreckend; man kann aber ganz feine Nadeln
verwenden, und meistens gelingt dann das Spritzen, nach einiger
Hilfestellung durch den Tierarzt, ohne Schwierigkeit. Von Bedeutung ist auch,
dass die Katze regelmäßig und mit möglichst gleichmäßigen Nahrungsmengen
gefüttert wird, denn die zur Aufrechterhaltung eines korrekten Glukosespiegels
erforderliche Insulinmenge hängt davon ab, welche Menge die Katze zu sich
nimmt und wie viel Energie sie verbrennt.
Eine einmal eingeleitete
lnsulinbehandlung muss konsequent täglich weitergeführt werden. Treffen Sie
also entsprechende Vorkehrungen, falls Sie selbst einmal abwesend sind.
Manche tierärztliche Praxen haben die Möglichkeit, therapiebedürftige Katzen
bei sich aufzunehmen, wenn ihre Besitzer in Urlaub sind.
Um die Glukosewerte zu
überwachen, sind regelmäßige Urinuntersuchungen nötig - anfangs zumindest
einmal pro Tag. Später, wenn die Katze auf täglich erforderliche Insulinmenge
eingestellt worden ist, können sie in größeren Abständen erfolgen. Die
Verwendung spezieller, mit Abflussrinnen versehener Katzenklos und einer
nichtabsorbierenden Streu ist dabei eine große Hilfe. Außerdem sind einfache
Teststreifen erhältlich, die in den Urin getaucht werden und sich nach Ablauf
einer bestimmten Frist verfärben. Der Vergleich mit der auf der Testpackung
befindlichen Farbskala gibt Auskunft über den Keton- und Glukosespiegel des
Urins.
In der ersten Zeit wird der
Tierarzt die täglichen Injektionen vornehmen. Er beginnt mit einer kleinen
Dosis und steigert die Menge langsam, bis die erforderlichen Werte erreicht
sind. Manche Tierärzte nehmen diese Einstellung stationär vor, doch die
meisten ziehen - außer in sehr fortgeschrittenen Fällen - eine ambulante
Behandlung vor, da eine plötzliche Rückkehr ins häusliche Milieu die in der
Klinik etablierte Routine gefährden könnte. Denn jede Art von Aufregung birgt
das Risiko, dass der Glukosespiegel zu stark abfällt und dem Gehirn die
notwendige Energie fehlt, was einen hypoglykämischen Krampf zur Folge hätte.
Ein solcher Anfall tritt oft auch dann auf, wenn Insulin gegeben wird, nachdem
die Katze längere Zeit nicht gefressen hat. Es ist also zweckmäßig, das
Insulin nach einer Mahlzeit zu geben und sich mit dem Tierarzt wegen einer
Reduzierung der Insulindosis zu beraten, falls das Tier aus irgendwelchen
Gründen nicht frisst. Man sollte auf jeden Fall immer Traubenzucker vorrätig
haben, der sich schnell in Wasser auflösen und der Katze einflößen lässt, sobald sie Anzeichen von Schwäche zeigt oder zu krampfen beginnt, um so den
Glukosespiegel wieder anzuheben.
Zur Überwachung eines Diabetes
mellitus sind regelmäßige tierärztliche Untersuchungen vonnöten, nicht
zuletzt, weil sich weitere Komplikationen einstellen können. Die häufigste
Folgeerkrankung ist Erblindung, entweder durch die Ausbildung von grauem Star
(siehe Erblindung) oder durch Schädigungen der kleinen Blutgefäße der
lichtempfindlichen Netzhaut bedingt. Auch eine Lebererkrankung kann
hinzukommen, die zu Verdauungsstörungen und schließlich zu Inappetenz führt.
All dies mag ziemlich
entmutigend klingen, und der Katzenhalter wird sich vor die Frage gestellt
sehen, ob die langfristige Therapie einer diabetischen Katze nicht ein
unrealistisches Unterfangen ist und er das Tier nicht lieber einschläfern
lassen sollte. Dagegen ist die Tatsache abzuwägen, dass Diabetes bei Katzen
nichts Ungewöhnliches ist. Vielen Haltern gelingt es, ihre Tiere durch
tägliche Insulinspritzen zu stabilisieren und ihr Leben um mindestens zwei
Jahre zu verlängern - manchmal auch beträchtlich länger. Außerdem gibt es
mittlerweile die Möglichkeit des Hometestings, diese ermöglicht dem Tierhalter
zu Hause die Ermittlung des Blutzuckerspiegels.
Helga Schoolmann, die eine ganz tolle Homepage zu dem Thema Diabetes bei Katzen ins Netzt gestellt hat, war so lieb das Hometesting zu erklären. Aber noch viel mehr Informationen zu dem Thema Diabetes bei Katzen findet man unter: http://www.katzendiabetes.de
Hometesting:
Zu wenig Insulin ist gefährlich, das kann in einer lebensgefährlichen
Ketoazidose münden. Der Stoffwechsel entgleist, das Tier überzuckert.
Zu viel Insulin ist ebenso gefährlich, das Tier bekommt sehr niedrige
Zuckerwerte, eine Hypoglykämie, kurz Hypo genannt. Es unterzuckert. Die
Blutzuckerwerte können so bedenklich sinken, dass das Tier ins Koma fällt,
stirbt oder bleibende neurologische Schäden behält.
Deshalb ist es wichtig, regelmäßig den Zuckerspiegel zu kontrollieren. Die
Urinzuckerkontrolle gibt nie einen aktuellen Wert her, man erhält nur einen
Mischwert der vergangenen Stunden, in denen sich der Urin in der Blase
angesammelt hat.
Das Messen beim TA ergibt leider oft viel zu hohe Zuckerwerte, da fast alle
Katzen beim TA zu Stresswerten neigen (Stresshyperglykämie).
Den aktuellen Blutzuckerwert kann man gut zu Hause selber messen. Man nennt
das Hometesting. Man misst mit einem normalen Glukometer für Menschen. Das
Blut wird aus dem Ohr des diabetischen Tieres entnommen. Das hört sich
schmerzhaft an, tut dem Tier aber kein bisschen weh. Mindestens zweimal am Tag
sollte man messen, VOR jeder Insulingabe, um auf Nummer Sicher zu gehen.
Besser ist noch eine weitere Kontrolle über Tag, so weit das zeitlich möglich
ist. Nicht alle Blutzuckergeräte eignen sich jedoch fürs Hometesting. Man
braucht ein Gerät, das das Blut ansaugt und vor allem einen möglichst kleinen
Tropfen benötigt (nicht mehr als 2 µl). Es sind mehrere geeignete Geräte auf
dem Markt.
Katzen gewöhnen sich sehr schnell an das tägliche Pieksen. Hometesting
beschleunigt die Einstellung, denn mit den gemessenen Zuckerwerten kann auch
der TA etwas anfangen, und es macht die Einstellung vor allem sicherer.
Erblindung
Die Hauptursachen für die
Erblindung älterer Katzen sind: Augenverletzungen; Tumoren am Auge selbst oder
den Teilen des Gehirns, die das Sehvermögen kontrollieren; grauer Star und
Erkrankungen der Netzhaut, der lichtempfindlichen Schicht in der Tiefe des
Auges.
Der graue Star (Katarakt) ist
eine Trübung der Augenlinse, die hinter der Pupille in der Augenmitte liegt.
Er entwickelt sich bis zu einem gewissen Grade mit zunehmendem Alter bei
allen Katzen, führt aber meist nicht zur Erblindung. Augenverletzungen oder
Krankheiten wie Diabetes können die Entwicklung von grauem Star begünstigen.
Obwohl man prinzipiell vom grauen Star befallene Linsen operativ entfernen
kann, wird dieses Verfahren bei Katzen in der Regel nicht angewendet.
Eine ganze Reihe von
Krankheiten kann die Netzhaut befallen. Nicht selten löst sich bei älteren
Katzen die Netzhaut vom Augenhintergrund, wodurch die Blutzufuhr unterbrochen
wird, die Funktion erlischt und die Pupille stark erweitert erscheint. Beim
grünen Star (Glaukom) steigt der Augendruck an und lässt den Augapfel
hervorquellen; auch dies kann die Netzhaut schädigen, kommt jedoch bei Katzen
glücklicherweise nur selten vor.
Es liegt auf der Hand, dass
jedes Augenproblem einer sofortigen Behandlung zuzuführen ist, bevor es sich
ausweitet und das Augenlicht gefährdet. Achten Sie deshalb auf Schwellungen
und Rötungen um das Auge herum, auf ungewöhnlichen Ausfluss, Trübungen der
Hornhaut (der durchsichtigen Oberfläche des
Auges) und eventuelle Anzeichen von Schmerzen oder Unbehagen. Die Behandlung
wird meistens darin bestehen, Tropfen oder Salbe in das Auge einzubringen.
Vergewissern Sie sich, dass Sie alle Anweisungen genau verstanden haben;
befolgen Sie diese ganz präzise. Ihr Tierarzt wird Ihnen gern zeigen, wie man
es macht, falls Sie unsicher sind.
Blindheit auf einem Auge ist
nicht allzu folgenreich für die Katze, sie lernt sehr rasch, wie sie mit nur
einem Auge zurechtkommen kann. Während Hunde stark auf ihren Geruchssinn
angewiesen sind, ist für Katzen das Sehvermögen ganz wesentlich, und manche
von ihnen können sich nicht damit abfinden, völlig blind zu sein. Ungeachtet
dieser Feststellung lässt sich beobachten, dass alte, nicht mehr so aktive
Katzen ganz gut damit fertig werden
Fettsucht
Katzen können ihre
Nahrungsaufnahme im allgemeinen sehr gut ihren Bedürfnissen anpassen. Zwar
werden sie leicht etwas pummelig, wenn sie kastriert worden sind, aber selten
werden sie so fett, dass ihre Gesundheit darunter zu leiden hätte. Das ist
umso erfreulicher, als es ziemlich schwierig ist, Katzen kalorienbewusst zu
füttern. Sie weigern sich oft, kalorienreduzierte, ballaststoffreiche Kost zu
sich zu nehmen, und suchen sich in der Nachbarschaft zusammen, was sie nicht
entbehren wollen. Katzen, die nicht ins Freie kommen, sind leichter zu
überwachen, aber eine hungrige Katze kann ihrem Besitzer so lange das Leben
zur Hölle machen, bis sie bekommt, was und soviel sie will.
Regelmäßiges Wiegen zeigt
ihnen sofort an, ob die Katze Gewicht zulegt. Es ist viel leichter, beizeiten
kleine Korrekturen am Speiseplan vorzunehmen und so die Fettsucht zu
verhindern, als in fortgeschrittenem Stadium einer fetten Katze mit einer
Rosskur zu Leibe zu gehen. Übergewichtigen Katzen gelingt es sehr gut, ihr
Körpergewicht zu halten, weil sie inaktiv sind und ihr Fettpolster die
Körperwärme bestens konserviert.
Gewöhnliches Trockenfutter ist
sehr viel kalorienreicher als Dosenfutter; allzu dicken Katzen sollte man also
nur kalorienreduziertes Trockenfutter geben. Wenn die Katze abnehmen muss und
das nicht allzu sehr spüren soll, kann man den Anteil an Ballaststoffen im
Futter erhöhen und den Fettgehalt niedrig halten.
Gelbsucht
Bei der Gelbsucht führt eine
Pigmentvermehrung in der Haut und anderen Geweben zu einer gelblichen
Verfärbung, die man am deutlichsten im Weiß des Auges erkennen kann. Diese
Gallenfarbstoffe, wie sie genannt werden, fallen normalerweise beim Abbau des
Hämoglobins der roten Blutkörperchen in der Leber an und werden anschließend
über die Gallengänge und die Gallenblase in den Darm ausgeschieden.
Gelbsucht kann also durch
einen exzessiven Abbau roter Blutkörperchen bedingt sein (etwa bei der
infektiösen Katzenanämie – siehe Anämie), ferner durch eine Leberkrankheit
oder eine Behinderung das Abflusses von Gallensaft.
Im ersten Fall erscheint der Kot infolge des hohen Galleanteils dunkler als
sonst, während er im Fall eines Gallengangverschlusses hell gefärbt ist.
Beim Menschen sind
Gallensteine eine häufige Ursache für Gelbsucht, bei Katzen treten sie jedoch
selten auf. Die Gelbsucht älterer Katzen ist meist durch Lebertumoren
bedingt, die eine sehr schlechte Prognose haben, oder durch eine lymphozytäre
Cholangitis, eine Entzündung der feinen Gallengänge in der Leber, die eine
starke Leberschwellung mit sich bringt. Wodurch diese Krankheit hervorgerufen
wird, ist nicht bekannt, doch lässt sie sich manchmal mit hohen Dosen
entzündungshemmender Medikamente behandeln. Selbst wenn es gelungen ist, die
Ursache der Gelbsucht zu beseitigen, kann es mehrere Wochen dauern, bis die
gelbe Verfärbung abklingt.
Gleichgewichtsstörungen
Gleichgewichtsstörungen sind
vorwiegend Folge einer Innenohrinfektion, die sich vom äußeren Gehörgang über
das Trommelfell ausbreitet und das Gleichgewichtsorgan im Innenohr befällt,
oder eines «Schlaganfalls», der bei älteren Katzen ziemlich häufig auftritt.
Es handelt sich, genaugenommen, nicht um die gleiche Art von Schlaganfällen,
wie sie den Menschen ereilen, aber die Symptome sind ähnlich: Durch eine
plötzliche Unterbrechung der Blutversorgung bestimmter Hirnareale wird die
Kontrollfunktion des Gleichgewichtssinns außer Kraft gesetzt.
In beiden Fällen verliert die
Katze plötzlich ihren Gleichgewichtssinn, läuft fortgesetzt in einer Richtung
im Kreis oder verliert ihr Stehvermögen völlig. In leichteren Fällen, oder
beim Abklingen des Syndroms, hält die Katze einfach den Kopf schief.
Hirntumore können bei älteren Katzen ähnliche Symptome hervorrufen, die
allerdings meist nicht ganz so plötzlich, sondern allmählich auftreten. War
eine Unterbrechung der Blutzufuhr das auslösende Moment, so kann sich
der Zustand langsam bessern, und viele Katzen behalten zwar die
Kopfschiefhaltung hei, fühlen sich aber sonst wieder ganz wohl. Im Fall eines
Hirntumors ist natürlich die Prognose schlecht, wenn auch in manchen Fällen
durch Medikamente noch eine durchaus lebenswerte Frist gewonnen werden kann.
Wenn eine Infektion des Ohres
vorliegt, ist meist eine Behandlung mit einem Antibiotikum erfolgreich. Wenn
der Entzündungsherd sehr tief im Ohr ist, kann eine Operation erforderlich
sein, um Eiter aus den knöchernen Gehörgängen tief im Ohrkanal spülen zu
können.
Halsentzündung
(Pharyngitis)
Die Halsentzündung, eine
Entzündung des Rachenraums, tritt oft gemeinsam mit einer
Zahnfleischentzündung (siehe Zahnerkrankungen) auf und kann durch
vielerlei Reizmittel und Infektionen hervorgerufen werden. Die Zähne kommen
ebenfalls als Ursache in Frage, obwohl mitunter auch Tiere mit völlig intaktem
Gebiss an so schweren chronischen Entzündungen der Maulhöhle leiden, dass sie
nicht mehr in der Lage sind zu fressen.
Manchmal erweckt eine
Wucherung an der Hinterwand des Rachens den Eindruck, als sei dieser schwer
entzündet. Diese Fälle gehen jedoch vielfach auf eine Infektion mit den
Erregern der Katzenleukose oder Katzenimmunschwäche zurück, weshalb eine
Blutuntersuchung und notfalls auch eine Gewebsentnahme aus dem Rachenraum
weiterhelfen können. Manche Fälle verbessern sich durch eine längere
Behandlung mit Antibiotika, andere sprechen auf Therapie mit
entzündungshemmenden Substanzen an, doch sind solche Erkrankungen schwierig
auszuheilen, und oft besteht die Behandlung mehr in einer Kontrolle als in
einer Heilung.
Hautkrankheiten
Häufig sind insbesondere die
Flohallergien, bei denen es entweder zu räudigen Flecken, der sogenannten Miliardermatitis, kommt, oder zu kahlen Stellen, an denen sich die Katze
durch ständiges Lecken die Haare ausgerissen hat. Hauttumoren kommen sehr
selten vor; nur Katzen mit weißen Ohren sind sehr anfällig für Sonnenbrände
auf der ungeschützten Haut, aus denen sich bösartige, schuppende Tumoren an
den Ohrspitzen entwickeln können.
Das Fell wird besonders dann
zum Problem, wenn die Katze nicht mehr in der Lage ist oder keine Lust mehr
hat, sich regelmäßig zu
putzen. Daran können arthritische
Beschwerden der Halswirbelsäule oder auch ein wundes Maul (siehe
Halsentzündung) schuld sein. Sogar eine Kurzhaarkatze, die ihr Leben
lang ihr Fell in Ordnung gehalten hat, kann auf ihre alten Tage Hilfe bei der
Haarpflege brauchen. Hat sich das Fell zu sehr verfilzt, so muss man den
Tierarzt zuziehen, der unter einer leichten Betäubung oder Sedierung die
Haarknoten ausbürstet oder herausschneidet.
Eine nahrhafte Kost trägt dazu
bei, das Fellkleid auch im Alter in gutem Zustand zu erhalten, und sollte
durch den Zusatz von Vitaminen und Spurenelementen ergänzt werden.
Nachtkerzenöl ist besonders gut für das Fell, denn es besitzt einen hohen
Gehalt an Gammalinolsäure, einer essentiellen Fettsäure, und manches deutet
darauf hin, dass alte Katzen nicht mehr in ausreichendem Maße Fettsäuren aus
der Nahrung resorbieren können.
Hepatitis
Die Leber ist die chemische
Fabrik des Körpers, und unter Hepatitis versteht man eine Entzündung der
Leber, die durch eine Vielzahl von Schädigungen - Gifte, Krankheitserreger,
Schrumpfung des Lebergewebes (Zirrhose) - verursacht wird. Leberkranke Katzen
sind meist teilnahmslos und appetitlos und sind anfällig für
Magenbeschwerden, da ja die Leber eine wichtige Funktion bei der Verdauung
ausübt. Manchmal lässt sich die Ursache behandeln, zum Beispiel durch Absetzen
aller potentiell lebertoxischen Medikamente oder, bei bakterieller Infektion,
durch die Gabe von Antibiotika. In anderen Fällen kann man nichts tun, als
die Leber durch eine fettarme, leicht verdauliche Diät mit Zusätzen von
Vitamin B und der Aminosäure Methionin zu stützen. Die Leber besitzt in
erstaunlichem Maß die Fähigkeit zur Regeneration.
Herzkrankheiten
Angeborene Herzfehler wie «ein
Loch im Herzen» kommen bei Katzen äußerst selten vor. Sind sie gravierend,
dann verursachen sie schon beim jungen Tier Beschwerden. Hunde neigen im Alter
zur Degeneration der Herzklappen; bei Katzen ist auch das eine Seltenheit.
Die häufigste Herzkrankheit
ist bei Katzen die Kardiomyopathie, eine Degeneration des Herzmuskels. Man hat
festgestellt, dass sie oft durch einen Mangel an Taurin bedingt ist, einer
Aminosäure, die mit der Nahrung aufgenommen wird. Durch mit Taurin
angereichertes Spezialfutter kann diesem Mangel abgeholfen werden. Auch eine
Schilddrüsenüberfunktion kann eine Rolle spielen; jedoch kann in vielen Fällen
die Ursache noch nicht geklärt werden.
Der geschwächte Herzmuskel ist
unfähig, Blut in ausreichender Menge in den Körper zu pumpen, was meist zu
Flüssigkeitsansammlungen in den Lungen und schweren Atemstörungen führt. Über
eine Aortenthrombose (siehe dort) kann es auch zu einer akuten Lähmung der
Hinterbeine kommen. Eine Diagnose dieses Krankheitsbildes der Kardiomyopathie
kann oft mit Hilfe einer Röntgenaufnahme gestellt werden, wobei es unter
Umständen nötig ist, den Thoraxerguss zum Teil zu punktieren, um die Umrisse
des Herzens deutlich erkennen zu können. Auch fortschrittlichere
Untersuchungstechniken wie die Sonographie helfen weiter.
Diuretika, die die
Ausscheidungsfunktion der Nieren anregen, können wesentlich zur Besserung
eines Lungenödems beitragen. Sie führen oft in Kombination mit Medikamenten,
die den Puls verlangsamen, das Blut verdünnen und den Gerinnungsfaktor
herabsetzen, zu einer Besserung. Sind Mängel in der Ernährung als Ursache
anzusehen, können sie durch spezielle Zusätze zur Nahrung behoben werden.
Allerdings ist eine Schwäche des Herzmuskels nicht reversibel, so dass die
Langzeitprognose nicht günstig ist.
Inkontinenz
kann Harn- und Kotinkontinenz
sein, oder auch beides zusammen. Krankheiten des Harntrakts (siehe
Blasenentzündung) führen dazu, dass eine normalerweise saubere Katze
nicht warten kann, bis sie ins Freie kommt, sondern im Haus uriniert, und
Durchfälle (siehe Verdauungsstörungen) lösen ebenfalls eine
entsprechende Störung aus. Jede Krankheit, die übermäßigen Durst verursacht,
kann auch die Ursache sein, dass die Katze ihren Urin nicht allzu lange halten
kann. Ergibt eine tierärztliche Untersuchung keinen Hinweis auf eine
körperliche Ursache der Inkontinenz, dann muss man auch psychologische Gründe
in Betracht ziehen.
Katarrh (Rhinitis,
Sinusitis)
Beim Katarrh handelt es sich
um eine Entzündung der Nasenschleimhaut, die von einer Infektion mit Erregern
des Katzenschnupfens oder durch die Nasenlöcher eingedrungenen Fremdkörpern
hervorgerufen werden kann. Betrifft sie auch die Nasennebenhöhlen, dann heißt
sie präziser Sinusitis. Bei der alten Katze löst Katarrh oft das sogenannte
Schnüffeln aus: Sie schnieft und niest in einem fort, wobei sie Sekret
auswirft. Die Krankheit kann auf eine schwere Atemwegsinfektion in früheren
Jahren zurückgehen, die zu einer dauerhaften Schädigung der Nasenschleimhaut
geführt hat. Auch Pilzinfektionen oder Tumoren im inneren Nasenbereich sind
mögliche Ursachen. Bei Katzen mit chronischen Infekten des Innenohrs können
sich Polypen entwickeln; sie wachsen vom Mittelohr aus durch die schmale
Eustachische Röhre, die das Ohr mit dem rückwärtigen Teil des Rachens
verbindet, hindurch und breiten sich im Rachenraum aus, wo sie die gleichen
Symptome wie ein chronischer Katarrh verursachen.
Als erstes Mittel wird man in
der Regel Antibiotika einsetzen. Dabei kann bei langwierigen Erkrankungen
eine Langzeitbehandlung erforderlich sein. Wenn die Behandlung nicht
anspricht, ist eine Inspektion des Rachens in Narkose und eine
Röntgenaufnahme ratsam, um anderweitige Ursachen auszuschließen. Aber auch in
Fällen einer eindeutigen Infektion kommt es nach der Behandlung oft wieder zu
Rückfällen.
Krämpfe
Krämpfe werden gewöhnlich als
Anfälle bezeichnet. Sie sind unkontrollierte Verkrampfungen und Entspannungen
der Muskeln, die sich als unkoordinierte «Ruder»-Bewegungen der Beine äußern.
Es gibt eine ganze Reihe von Ursachen dafür: Hirntumoren, Gifte wie Metaldehyd
(«Schneckenkorn»), Leberkrankheiten, Niereninsuffizienz oder Diabetes (siehe
jeweils dort). Einige Tiere erkranken auch an idiopathischer Epilepsie, bei
der ohne ersichtlichen Grund regelmäßig Anfälle auftreten. Freilich liegen
dabei manchmal Verletzungen oder frühere Erkrankungen als mögliche Schädigung
des Gehirns vor. Bei älteren Katzen ist das Auftreten einer idiopathischen
Epilepsie sehr unwahrscheinlich.
Erleidet eine Katze einen
akuten Anfall, dann ist es am besten, möglichst nicht einzugreifen. Man lässt
sie an einen ruhigen, abgedunkelten Platz und achtet darauf, dass keine
Gegenstände in der Nähe sind, an denen sie sich verletzen könnte. Die meisten
Anfälle dauern nur einige Minuten. Sollten sie länger als zehn Minuten
anhalten, so muss unverzüglich der Tierarzt hinzugezogen werden.
Nach dem Abklingen des Anfalls
sollte man das Tier vom Tierarzt untersuchen lassen, um die Ursache der
Krämpfe festzustellen und zu behandeln. Hören die Anfälle nicht von selbst auf
oder wiederholen sie sich immer wieder, so kann man sie nur in den Griff
bekommen, indem man die Katze mit antikonvulsiven Medikamenten behandelt.
Lässt sich die Ursache beheben, so genügt eine vorübergehende Gabe von
Antikonvulsiva, doch oft ist es nötig, das Tier auf eine Dauermedikation
einzustellen. Es ist wichtig, dass die Medikamente regelmäßig eingenommen und
nicht ohne ärztliche Aufsicht abgesetzt werden, weil sonst besonders schwere
Krämpfe auftreten können.
Krallenschäden
Die Krallen einer Katze sind
nicht kompakt wie die des Hundes, sondern vielschichtig wie eine Zwiebel. Sie
werden beim Laufen nicht abgeschliffen, da sie normalerweise eingezogen sind.
Die äußere Schicht wird abgerieben, wenn die Katze die Krallen wetzt, und die
neue, scharfe Kralle tritt darunter hervor. Einer jungen, aktiven Katze sollte
man die Krallen nicht schneiden, denn sie muss sie für die Jagd, zum Klettern
und zur Selbstverteidigung scharf halten. Auch neigen die Krallen beim
Schneiden zum Splittern.
Manchmal allerdings haben alte
Katzen einfach zu lange Krallen, und selbst wenn ihnen ein «Kratzbaum» zur
Verfügung steht, fühlen sie sich nicht bemüßigt, ihn zu benutzen. Das führt
günstigenfalls dazu, dass sie die Polstermöbel zu diesem Zweck beschädigen;
allzu leicht aber wachsen die Krallen dann kreisförmig in die Zehenballen ein,
was Schmerzen und Entzündungen hervorruft. Man sollte deshalb die Krallen
älterer Katzen regelmäßig überprüfen und, wenn nötig, zurückschneiden.
Krebs siehe
Tumoren
Lähmungen
Bei Hunden, vor allem bei
Rassen mit langem Rücken, sind Lähmungen der Hinterbeine infolge von
Bandscheibenschäden häufig, bei Katzen hingegen treten sie nur selten auf und
sind meistens eine Folge von Verkehrsunfällen. Aber auch verstopfte Blutgefäße
in den Hinterbeinen können Lähmungen zur Folge haben (siehe
Aortenthrombose); in diesem Fall ist eine Behandlung durch den Tierarzt
möglich.
Gelegentlich bilden sich bei
alten Katzen Tumoren an der Wirbelsäule, die in den meisten Fällen inoperabel
sind. Fahrgestelle für die Hinterbeine können bei Hunden gute Dienste tun und
sind auch bei Katzen ausprobiert worden. Doch die Katze ist ein so aktives
Tier und springt so gern herum, dass solche Maßnahmen eigentlich nicht
unbedingt vertretbar sind.
Lebererkrankungen
siehe Gelbsucht, Hepatitis
Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis) siehe Katarrh
Nierenerkrankheiten
Es gibt verschiedene Arten von
Nierenerkrankungen bei älteren Katzen, deren Symptome zwar ähnlich sind, die
sich aber durch die erforderlichen Therapien merklich voneinander
unterscheiden. Sehr häufig ist eine Vernarbung des Nierengewebes, die sich
über viele Jahre hinweg entwickelt. Auch Nierentumoren treten im hohen Alter
häufig auf, und zwar gewöhnlich als Folge einer früheren Infektion mit dem Katzenleukose-Virus. Eine andere, eher ungewöhnliche Krankheit kommt durch die
Schädigung der Glomeruli zustande, jener Teile der Niere, die das Blut filtern
und den Urin produzieren. Sind sie geschädigt, so können Proteine aus dem Blut
in den Urin gelangen, was zum Absinken des Proteinspiegels im Blut führt und
Flüssigkeitsansammlungen im Unterhautgewebe, sogenannte subkutane Ödeme,
hervorruft. Gelegentlich können sich auch Steine in der Niere bilden, obgleich
dies häufiger im unteren Harntrakt, zum Beispiel in der Blase, vorkommt.
Die ersten Anzeichen einer
Nierenerkrankung sind die Ausscheidung einer vermehrten, weil weniger
konzentrierten Hammenge und ein gesteigerter Flüssigkeitsbedarf, der unter
Umständen gar nicht leicht festzustellen ist. Hinzu kommen allmählicher
Gewichtsverlust und eine Verschlechterung der körperlichen Verfassung, bis
die Katze schließlich nicht mehr fressen mag und im Endstadium, auch keine
Flüssigkeit mehr zu sich nimmt.
Die Nieren sind für die
Ausscheidung von Abfallprodukten des Stoffwechsels zuständig, im Besonderen
von Harnstoff, einem Nebenprodukt des Proteinabbaus. Im späteren Stadium des
Nierenversagens steigt der Harnstoffspiegel im Blut, wodurch weitere Organe
geschädigt werden. Die Katze fühlt sich nicht wohl, und ihr Atem hat einen
etwas unangenehmen Geruch. Ferner besteht die Tendenz, dass reichlich Kalzium
in den Urin ausgeschieden und Phosphor im Blut zurückgehalten wird, was zu
einer Entkalkung der Knochen führt.
Viele Katzenhalter erkennen
die alarmierenden Zeichen einer Nierenkrankheit erst, wenn sie schon weit
fortgeschritten ist und die Katze nicht mehr frisst. Die ersten warnenden
Symptome treten ja erst auf, wenn schon mehr als zwei Drittel des
funktionstüchtigen Nierengewebes geschädigt sind. Nichtsdestoweniger ist die
Prognose umso günstiger, je früher die Diagnose feststeht, die sich anhand der
auftretenden Symptome in Verbindung mit einer Blutuntersuchung stellen lässt.
Ein Urintest bestimmt den Proteinspiegel im Urin, und auch die Konzentration
des Urins ist ein nützlicher Anhaltspunkt. Vermuten Sie eine Nierenkrankheit,
sollten Sie zur Untersuchung beim Tierarzt eine Urinprobe mitnehmen. Eine
Röntgenaufnahme kann den Verdacht auf einen Tumor oder auf Nierensteine
klären. Der Tierarzt kann auch ein Kontrastmittel ins Blut injizieren, das die
Gewebsstruktur der Nieren auf dem Röntgenbild zur Darstellung bringt, oder als
letztes Mittel durch eine Biopsie etwas Nierengewebe entnehmen, indem er unter
Betäubung durch einen kleinen Schnitt in der Bauchdecke eine Spezialnadel
einführt.
Das therapeutische Vorgehen
hängt von der Ursache der Krankheit ab. Nierensteine können chirurgisch
entfernt oder durch eine besondere Diät aufgelöst werden. Die meisten alten
Katzen leiden jedoch an einer Schrumpfniere, und dagegen gibt es kein
Heilmittel. Man kann nur versuchen, ihnen zu helfen, so gut wie möglich mit
dem noch funktionsfähigen Nierengewebe zu leben, und weitere Schäden zu
minimieren.
Da die Hauptsymptome der
Krankheit aus einem Überschuss an Harnstoff und Phosphat im Blut resultieren,
kann viel erreicht werden, wenn man auf eine Diät mit mäßig eingeschränktem
Protein- und Phosphatgehalt umstellt. Dies ist freilich bei allzu
großen Proteinverlusten der Niere ein Problem. In solchen Fällen muss man
größere Proteinmengen verabreichen, auch wenn sie letzten Endes eine
schädliche Wirkung haben. Doch das sind Ausnahmesituationen; im Allgemeinen
verlangen Nierenleiden eine eiweißarme Ernährung. Um eventuellem
Gewichtsverlust zu begegnen, kann man dem Futter auch Anabolika und
zusätzliche Gaben von Vitaminen, besonders der B-Gruppe, zusetzen.
Die Pflege spielt eine große
Rolle bei der Behandlung der Nierenkrankheiten. Eine Katze mit akutem
Nierenversagen benötigt eine intensive Behandlung, wenn sie eine Chance haben
soll, die Krise zu überstehen. Eine solche Behandlung bedeutet in erster Linie
intravenöse Flüssigkeitszufuhr, um die Toxine aus dem Körper auszuschwemmen
und der Austrocknung entgegenzuwirken. Ein sehr feiner Nasenkatheter
ermöglicht es, flüssige Nahrung direkt in den Magen des Tiers einzuleiten.
Man sollte sich mit dem
Tierarzt beraten und sehr sorgfältig abwägen, ob eine solche
Intensivbehandlung sinnvoll ist. Jeder einzelne Fall erfordert eine
individuelle Beurteilung. Bei chronisch verlaufenden Fällen besteht die
Hauptschwierigkeit oft darin, der Katze das Futter schmackhaft zu machen, das
für sie am besten ist. Gelingt die Einstellung auf Diätkost in einem frühen
Stadium der Krankheit, so bestehen Aussichten auf Erfolg; ein ernstlich
krankes Tier wird man nicht mehr dazu bringen, seine Essensgewohnheiten zu
ändern. Die meisten Katzen lieben eiweißreiche Kost und man muss sich
etwas einfallen lassen, damit sie ihre Diät fressen. Man bekommt Diätfutter,
das die optimale Ausgewogenheit von Proteinen und anderen Nährstoffen
gewährleistet, beim Tierarzt. Falls Ihre Katze es nicht frisst, müssen Sie
womöglich Ihre Zuflucht zu eigenen Rezepten nehmen.
Hat man die Krankheit nicht
schon in einem sehr frühen Stadium erfasst, ist die Langzeitprognose eher
ungünstig, da sonst ca. zwei Drittel des Nierengewebes irreparabel geschädigt
ist. Trotzdem sprechen manche Katzen so gut auf eine Behandlung an, dass sie
selbst mit einer fortgeschrittenen Nierenkrankheit noch zwei oder drei
glückliche Jahre vor sich haben können.
Ohrenleiden
Ohrinfektionen kommen bei
Katzen aller Altersstufen häufig vor. Sie können sich vom Außenohr bis zum
Gleichgewichtsorgan im Innenohr ausbreiten (siehe
Gleichgewichtsstörungen). Altere Katzen entwickeln oft im Gehörgang
Wucherungen, die Sekret absondern und sich infizieren, gewöhnlich aber nicht
bösartig sind. Man kann sie durch eine operative Eröffnung der Seitenwand des
Gehörgangs entfernen. Diese sogenannte Ohrbehandlung nach Zepp wird auch
durchgeführt, um bei chronischen Infektionen die Belüftung des Gehörgangs zu
verbessern, besonders wenn er sich aufgrund ständiger Entzündungen verengt
hat.
Taubheit ist bei älteren
Katzen nicht ungewöhnlich und beruht auf einer Degeneration des Gehörorgans im
Innenohr. Für diese Behinderung gibt es in der Regel keine Behandlung. Sie
wird oft lange nicht bemerkt - die meisten Katzen neigen ohnedies dazu, die
Rufe ihrer Frauchen und Herrchen zu ignorieren! Die größte Gefahr dabei ist,
dass die Tiere den Autoverkehr nicht mehr hören können; man sollte sie also
möglichst in der Wohnung oder in einem umzäunten Garten halten.
Parasiten
Die Parasiten, von denen
Katzen befallen werden, können in zwei Kategorien eingeteilt werden: die Ektoparasiten, die auf der Haut leben, und die Endoparasiten, die sich im
Körper ansiedeln. Keine der beiden Arten ist ein besonderes Problem für
ältere Katzen; nur bei geschwächten Tieren können sie sich einnisten und eine
Gefahr darstellen. Da Vorsorge nie verkehrt ist, sollten Sie Ihre Katze
regelmäßig mit einem Flohbekämpfungsmittel behandeln und sie zumindest alle
halbe Jahre entwurmen; letzteres kann auch öfter nötig sein, falls Sie Spuren
der langen, runden Spulwürmer oder die flachen, reiskornförmigen
Bandwurmsegmente entdecken. Die wirksamsten Präparate zur Bekämpfung der
Parasiten bekommen Sie bei Ihrem Tierarzt.
Rhinitis
siehe Katarh
Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
Die Ursache der bei älteren
Katzen sehr verbreiteten Überaktivität der Schilddrüse ist nicht bekannt. Die
beiden Schilddrüsenlappen liegen im Hals zu beiden Seiten und unterhalb des
Kehlkopfs. Normalerweise sind sie nicht tastbar. Nur wenn sie vergrößert
sind, wie im Falle der Hyperthyreose, kann eine
erfahrene Hand sie fühlen. Diese Vergrößerung ist in der Regel nicht
bösartig.
Man kann sich die Schilddrüse
als Gaspedal des Körpers vorstellen: Das von ihr produzierte Hormon bestimmt
die Geschwindigkeit des Stoffwechsels. Eine Katze mit Schilddrüsenüberfunktion
verbrennt deshalb übermäßig Energie und ist in typischer Weise überaktiv,
gefräßig und immer durstig. Dabei magert sie trotz ihres Heißhungers stark ab.
Die ständig verpuffende Energie versetzt sie in einen nervös überreizten
Zustand, ihr Puls rast. Manchmal wird sie inkontinent und leidet unter
Erbrechen. In einem fortgeschrittenen Stadium der Krankheit wird das Herz
infolge der schnell aufeinanderfolgenden Kontraktionen geschädigt; die Katze
wird träge und verliert den Appetit. Wird dieser Zustand nicht behandelt, so
stirbt sie an Herzversagen.
Übermäßiger Durst und
Gewichtsverlust sind Symptome, die auch an eine Nierenkrankheit denken lassen,
doch eine Blutuntersuchung zur Bestimmung des Schilddrüsenhormonspiegels kann
die Diagnose ohne weiteres klären. Die Prognose ist sehr viel besser als bei
Nierenerkrankungen. Viele Halter bringen ihre alte, dünne Katze zum Tierarzt
in der Befürchtung, sie müsse nun eingeschläfert werden, und sind sehr
erleichtert zu hören, dass ihrem Liebling durch eine Behandlung ein neues
Leben geschenkt werden kann.
Es gibt thyreostatische
Medikamente, die jedoch für Katzen mit gefährlichen Nebenwirkungen verbunden
sind und möglichst nur kurze Zeit gegeben werden sollen, bis der Hormonspiegel
sich normalisiert hat. Daneben können auch Medikamente zur Verlangsamung der
Herzfrequenz und zur Vorbeugung gegen Herzschäden gegeben werden. Auch bei
einer alten Katze ist die operative Resektion eines oder beider
Schilddrüsenlappen das Mittel der Wahl, wenn vorher Medikamente eingesetzt
wurden, um die Symptomatik zu stoppen und das Narkoserisiko zu reduzieren.
Gar nicht selten befällt der Krankheitsprozess beide Lappen, aber der Tierarzt
wird möglicherweise zunächst nur einen resezieren, um den Schock für das
System möglichst gering zu halten. Werden beide Lappen entfernt, dann kann es
nötig werden, Schilddrüsenhormone zu substituieren, um den Folgen einer
Unterfunktion vorzubeugen.
Tumoren
Es gibt vielerlei Arten von
Tumoren, die wir in zwei Kategorien einteilen: gutartige Tumoren, die im
allgemeinen langsam wachsen und sich nicht auf
andere Teile des Körpers ausbreiten. und bösartige Tumoren, auch Krebs
genannt. «Krebs» ist ein stark emotionsgeladener Begriff; doch viele Formen
des Krebses können heutzutage beim Menschen erfolgreich behandelt werden, und
das gleiche gilt für Katzen. Tumoren treten vor allem bei älteren Katzen auf.
Wenn sie sich bei jüngeren Tieren entwickeln, sind sie eher aggressiv und
schwieriger zu behandeln.
Die häufigste Krebsart bei der
Katze ist das Lymphosarkom, auch Blutkrebs genannt, das die weißen
Blutkörperchen attackiert und oft durch eine Ansteckung mit dem
Katzenleukose-Virus ausgelöst wird. Es kann in verschiedenen Formen auftreten.
Bei der jungen Katze befällt es häufig die Thymusdrüse in der Brust, was zu
Flüssigkeitsansammlungen in der Brust und schweren Atemstörungen führt. Bei
älteren Tieren hingegen befällt es vornehmlich die verschiedenen Lymphdrüsen
des Körpers, die enorm anschwellen können, oder die weißen Blutkörperchen im
Blut und im Knochenmark. Das Krankheitsbild ist dem der Leukämie beim
Menschen sehr ähnlich. Schuppende Karzinome - eine Form des Hautkrebses -
bilden sich bei Katzen ebenfalls häufig, und zwar besonders bei Katzen mit
weißem Fell. Sie entstehen infolge von chronischen Sonnenbränden im und um
das Maul herum und an den Ohren.
Glücklicherweise ist der
Brustkrebs sehr selten geworden, weil sich die operative Entfernung der
Eierstöcke weitgehend durchgesetzt hat; nach längerfristigen
Hormonbehandlungen tritt er aber noch gelegentlich auf. Die vielen anderen
Krebsarten, die so ziemlich jeden Teil des Körpers befallen können, füllen
viele tiermedizinische Lehrbücher und sollen hier nicht näher erörtert
werden.
Die frühzeitige Diagnose ist
entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung. Zögern Sie also nicht, mit
Ihrer Katze zum Tierarzt zu gehen, wenn Sie Knoten an ihr entdeckt haben.
Gutartige Tumoren können vom Chirurgen entfernt oder auch belassen werden,
soweit sie klein sind und keine Körperfunktion beeinträchtigen. Bestehen
Zweifel an ihrer Natur, so wird der Tierarzt eine Gewebeprobe des Tumors zur
mikroskopischen Untersuchung an ein Labor schicken. Manche bösartigen Tumoren
lassen sich sehr gut chirurgisch behandeln: doch es kommt darauf an, den
Tumor, wenn irgend möglich, in
einer einzigen Sitzung total zu entfernen, da andernfalls die nicht
erfassten Zellen um so schneller wachsen.
In einigen Behandlungszentren
gibt es die Möglichkeit der Strahlentherapie, die auf jeden Fall bei
schuppenden Karzinomen, die nicht völlig entfernt werden konnten,
aussichtsreich ist. Das Lymphosarkom spricht ausgesprochen gut auf
Chemotherapie (Behandlung mit Medikamenten) an. Während sie beim Menschen in
hoher Dosierung verabreicht wird, um eine lebenslange Heilung zu erreichen,
versucht man es bei Katzen mit niedrigeren Dosen, um eine möglichst lange
Remissionsphase zu gewinnen und sie nicht allzu sehr durch Nebenwirkungen zu
beeinträchtigen. Unbehandelt sterben Katzen meist innerhalb von Wochen,
während sie nach einer Behandlung noch einige Zeit leben können. Die Diagnose
«Krebs» ist in der Humanmedizin keineswegs mehr gleichbedeutend mit einem
Todesurteil, und auch für Katzen mit malignen Tumoren kann inzwischen vieles
erreicht werden - wenn nicht die Heilung, so zumindest eine Verlängerung der
Lebensspanne.
Verdauungsstörungen
Wenn die Katze altert, wird
ihr Verdauungssystem zunehmend weniger mit üppiger oder einseitiger Nahrung
fertig. Die meisten Halter haben über die Jahre hinweg in Erfahrung gebracht,
was ihrer Katze zuträglich ist oder nicht. Viele Katzen bekommen Durchfall,
wenn sie rohe Leber fressen, während andere keine Milch vertragen. Manchmal
können sie im Alter die Dosennahrung nicht mehr richtig verdauen, obwohl sie
ihr Leben lang damit gefüttert wurden; sie müssen erbrechen und bekommen
Durchfall, im schlimmsten Fall beides auf einmal. Dann muss auf leichte,
frische Kost umgestellt werden. Natürlich können Erbrechen und Durchfall auch
der Ausdruck organischer Erkrankungen sein (siehe Hepatitis, Gelbsucht,
Nierenleiden).
Wenn eine Katze erbrochen hat,
sollte man sie 24 Stunden fasten lassen, ihr währenddessen aber öfter kleinere
Mengen Wasser vorsetzen, in dem man Rehydrationssalze aufgelöst hat, um den
Verlust an Glukose und bestimmten Mineralien zu ersetzen. Man bekommt das
Pulver beim Tierarzt. Hat der Magen sich beruhigt, beginnt man langsam eine
leichte Kost - Reis mit Hüttenkäse und Hühnchen - zu füttern. Eine Katze, die
wiederholt erbricht und sehr blass ist, sollte unverzüglich dem Tierarzt
vorgestellt werden, da die Gefahr einer raschen Austrocknung und eines
(Volumen-) Schocks besteht, dem man durch eine Infusion begegnen kann.
Durchfall ist im Allgemeinen
weniger lebensbedrohlich. Es lohnt
den Versuch, die Katze ein paar Tage auf
leichte Diät zu setzen und ihr außerdem 2x täglich einen Teelöffel Kaolin (aus
der Apotheke) zu verabreichen - vorausgesetzt, es stellen sich keine Zeichen
einer ernsten Erkrankung ein. Die Umstellung auf normale Kost nimmt man
allmählich vor, indem man der Diät von Tag zu Tag mehr normales Futter
beimischt. Tritt die Störung erneut auf, so muss man wiederum zur Diät
zurückkehren, und zwar für einen längeren Zeitraum.
Verstopfung
(Obstipation)
Verstopfung ist eine häufige
Störung bei alten Katzen, die von einer Verhärtung des Kotes im Enddarm
herrührt. Trockenfutter kann aufgrund seines niedrigen Feuchtigkeitsgehalts
die Entwicklung einer Verstopfung fördern. Meistens wird die Katze sich
anstrengen, den Stuhlgang zu befördern, doch es kommt auch vor, dass sie keine
entsprechenden Anstalten trifft, sondern einfach nicht mehr frisst und
unpässlich wird. In manchen Fällen gelingt es ihr, kleinere Mengen wässrigen
Sekrets auszuscheiden, der an dem verhärteten Kot vorbeigepresst wird.
Haare verdichten den
Darminhalt und verschlimmern so die Verstopfung. Deshalb müssen ältere
Katzen, die stark haaren, regelmäßig gebürstet werden, damit sie nicht zu viel
loses Haar schlucken.
Ein Teelöffel Paraffin, etwas
Lebertran oder Lactulose können den Stuhl geschmeidiger machen. Man darf diese
Mittel aber nicht auf Dauer verabreichen, da sie die Eigenschaft haben, dem
Körper fettlösliche Vitamine wie das Vitamin A zu entziehen, was zu
Mangelerscheinungen führt. Ballaststoffe, etwa Agioloax oder Weizenkleie,
lockern den Stuhl auf und eignen sich außerdem für eine Langzeitbehandlung,
so dass sie auch vorbeugend - nach Absprache mit dem Tierarzt - gegeben werden
können. Bei sehr schweren Obstipationen kann ein Einlauf nötig sein. Die Katze
bekommt dabei eine Narkose, und der Tierarzt zerkleinert die Stuhlbrocken,
damit sie den Enddarm passieren können.
Wenn Ihre Katze sich auf der
Toilette plagt, ist es sehr wichtig dass Sie - vor allem bei männlichen Katzen
- unterscheiden können, ob es sich bei dem Problem wirklich um Verstopfung und
nicht um eine Behinderung des Harnabflusses von der Blase handelt. Solch eine
Harnabflussstörung (siehe Blasenentzündung) ist ein akuter Notfall. der sofort
beim Tierarzt behandelt werden muss.
Zahnerkrankungen
Die meisten älteren Katzen
werden von Zahnproblemen geplagt, die in den meisten Fällen durch die
Ansammlung von hartem, braunem Zahnstein verursacht werden. Er setzt sich im
Lauf der Jahre an und ruft eine Entzündung des Zahnfleischs hervor. Bei
manchen Katzen spielt sich dieser Vorgang schneller ab als bei anderen, wobei
sicherlich die Art der Ernährung eine Rolle spielt. Wird die Entzündung nicht
behandelt, dann führt sie zu Zahnfleischschwund und der Bildung von Taschen,
in denen sich Bakterien ansammeln und Infektionen festsetzen. So wird langsam
das Gewebe zerstört, das die Zähne in ihren Höhlen festhält, sie werden locker
und fallen aus. Anzeichen solcher entzündlicher Prozesse sind Mundgeruch,
Rötung und Schwellung des Zahnfleischs und mitunter Schwierigkeiten beim
Fressen. Mitunter wird auch starkes Speicheln beobachtet.
Weitere Zahnschäden können
abgebrochene Zähne sein, die sich infizieren, oder eine Abnützung, wobei die
Zahnkrone beim Fressen so weit abgewetzt wird, bis der Zahn schließlich
bricht. Über die Ursachen hierfür wissen wir nichts. An Karies scheinen
Katzen jedenfalls nicht zu leiden, und deshalb brauchen ihre Zähne auch keine
Füllungen.
Je eher Zahnbeschwerden
behandelt werden, desto größer ist die Chance, die Zähne erhalten und
Extraktionen vermeiden zu können. Die Bildung von Zahnstein an den Zahnkronen
könnte man lediglich als kosmetische Beeinträchtigung betrachten. wenn sie
nicht Zahnfleischentzündungen nach sich zögen. Manche Katzenhalter sträuben
sich, einer alten Katze wegen relativ geringer Beschwerden eine Narkose
zuzumuten, aber zum einen ist dies heute selbst für sehr alte Katzen kein so
großes Risiko mehr, und zum anderen sollte man solche Störungen beheben.
bevor sie ernstlich zum Problem werden.
Die Katze wird also leicht
betäubt, und der Zahnstein wird mit einem Ultraschallgerät entfernt, das bei
sehr schneller Vibration die Zähne mit Wasserpartikeln beschießt. Der
Zahnstein lockert sich und wird abgewaschen. Stark infizierte Zähne wird man
in der Regel ziehen müssen. Die Oberflächen der intakten Zähne werden glatt
poliert, um einem allzu raschen neuerlichen Ansatz von Zahnstein
entgegenzuwirken.
Unsere Katzen können uns nicht
Bescheid sagen, wenn ihnen ihre Zähne wehtun. Viele Katzenhalter berichten
aber, dass ihre Tiere nach der Behandlung viel vergnügter sind - selbst wenn
ihnen vorher keine Zahnschmerzen anzumerken gewesen waren.
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