Humoriges Seite 4

Der Knigge für alle Katzen, die ihre
Dosenöffner schon gefunden haben
Test
Hat Deine Katze Dich im Griff?
Hinweise dass Deine Katze
intelligenter ist als Du denkst
Aus dem Katzenlexikon:
Der Mensch!
Alles, was ich wissen muss, lerne
ich von meiner Katze!
Ansprüche einer Katze an
die Schöpfung

 

Der Knigge für alle Katzen, die ihre Dosenöffner schon gefunden haben!

Die meisten Katzen wissen instinktiv wie man sich richtig zu benehmen hat, da aber auch Samtpfote nie auslernt, hier ein paar Benimmregeln, um ihr Repertoire, bei uns im besten Licht zu erscheinen zu erweitern.

Mahlzeiten:
Fresse niemals aus Deiner eigenen Schüssel, wenn Du Essen vom Tisch klauen kannst.
Trinke niemals aus Deiner Wasserschüssel, wenn irgendwo ein Glas Wasser (oder besser noch, mit Milch) steht, aus dem Du trinken kannst. Jammere niemals vor Hunger bevor die Leute das Futter aus dem Schrank nehmen. Schreie dann aber so, als ob Du seit Wochen nichts mehr zu fressen bekommen hättest.
Sobald das Futter in der Schüssel ist, sollte es erst mal ignoriert werden. Bevor Du Dich dann entschlossen hast zu fressen, verteile grundsätzlich die ersten drei bis vier Happen auf dem Boden vor der Fressnapfunterlage.

Gäste:
Setze eine überraschte und verletzte Mine auf, wenn Du beschimpft wirst, weil Du nach dem Essen auf dem Tisch zwischen dem Geschirr spazieren gehst. Der Ausdruck sollte besagen: "Aber wenn kein Besuch da ist, darf ich das doch auch!"
Wenn Du einen Schoß zum Sitzen aussuchst, achte immer darauf, dass dieser auch einen guten Kontrast zu Deiner Fellfarbe abgibt. Beispiel, eine weiße Katze sollte sich immer auf dunkle Schöße setzen.
Begleite Gäste immer auf die Toilette und beobachte, ob sie auch alles richtig machen.
Falls ein Gast sagen sollte, dass er Katzen liebe, behandle ihn mit hochmütigem Stolz, verhänge Deine Krallen in den Nylonstrümpfen (falls zutreffend), beiße ihn in den Fußknöchel oder wende eine Kombination der aufgeführten Möglichkeiten an.
Krieche grundsätzlich in die vom Gast mitgebrachten Taschen oder Aktenkoffer und durchwühle sie sorgfältig. Der Gast muss sich noch Wochen später über die darin hinterlassenen Haare freuen können.

Türen:
Toleriere keine geschlossenen Türen! Um die Tür zu öffnen, kann man entweder daran kratzen oder dagegen schlagen. Sobald die Tür geöffnet wird, darf man selbstverständlich nicht durchgehen.
Nachdem Du befohlen hast, dass eine nach draußen führende Tür für geöffnet wird, stehe auf der Schwelle, halb innen und halb außen und fange an, über alles mögliche nachzudenken. Das ist vor allem dann sehr wichtig, wenn es draußen entweder sehr kalt oder sehr heiß ist und während der Schnaken-Hochsaison.
Handelt es sich um Terrassentüren, warte mit der Kratzaktion bis diese frisch geputzt sind. Dann warte, bis es regnet, gehe kurz raus um Luft zu schnappen und wenn die Pfoten dann schön matschig und nass sind, kannst Du anfangen, durch Kratzbewegungen gegen die Scheibe, formschöne Bilder und Muster darauf zu gestalten.

Waschtag:
Setzte Dich niemals in den Wäschekorb mit dreckiger Wäsche, warte bis alles sauber ist und vielleicht sogar noch warm vom Trockner. Dies ist sehr wichtig, vor allem bei Handtüchern.
Helfe stets beim Wäschezusammenlegen! Zeige es den Menschen, wenn sie es Deiner Meinung nach nicht richtig gemacht haben, indem Du die Wäsche durch die Gegend schleifst.
Sei immer beim Bettenmachen behilflich! Laken und Bettbezüge müssen angegriffen und gebissen werden, um sie gefügig zu machen.

Büroarbeiten:
Wenn Deine Menschen beim Briefe schreiben oder ähnlichem sind, setzte Dich immer auf die Papiere, auf denen die gerade schreiben. Wenn sie Dich herunterheben, beobachte sie mit trauriger Mine.
Pass gut auf, ob vielleicht mit Tinte geschrieben wird, sobald Du noch feuchte Tinte auf Papier siehst, setzte Dich darauf.
Nach dem zweiten Herunterheben musst Du anfangen, Kugelschreiber und Bleistifte vom Tisch zu werfen. Aber bitte einzeln!
Schreibmaschinen sollte der Mensch nicht alleine bedienen müssen. Setze Dich auf den Schoß Deines Menschen und versuche die Typen zu fangen. Wenn es an der zeit ist, Papier zu zerbeißen, dann warte bis der Mensch ein perfekt getipptes Blatt aus der Maschine zieht.
Noch schöner sind Computer! Warte bis das Telefon klingelt und der Mensch den Computer verlässt und spiele „Katzen auf der Tastatur“. Du wirst staunen, was Du alles auf dem Bildschirm sehen kannst.
Wenn jemand am Computer sitzt, rette ihn vor Verspannungen. Schleich Dich heran, streck Dich von hinten an die Lehne und zieh die Krallen einmal knackend ins Leder. Der Mensch springt auf, Du wirst beachtet und er ist vor Verspannungen bewahrt.

Übelkeit:
Tabuisieren wir es nicht länger. Übelkeit kommt halt doch des Öfteren vor. Wenn Du Dich übergeben musst, ist es wichtig, dass Du schnell machst, es sei denn, Du liegst schon im Bett! Ansonsten versuch schnell ins Bett zu kommen. Falls die Zeit nicht, versuch einen Orientteppich zu erreichen, ein normaler Teppichboden tut es auch. Zumindest einen Sessel oder ein Sofa sollte man erreichen. Unbedingt zu vermeiden ist es, sich im Badezimmer, der Küche oder auf einem sonstigen kalten, gefliesten Boden zu übergeben. Ganz schlimm, wenn es einen auf dem Katzenklo erwischt!
Sieh in jedem Fall zu, dass Deine Pfütze die Größe eines nackten, menschlichen Fußes hat und dass Du es möglichst ungesehen erledigst.
Die perfekte Lösung der Platzfrage ist das Treffen der Tapete! Du musst nur dicht genug an die Wand kommen und ein bisschen Schwung holen. Wenn Dein Mensch nach der Gestaltung der Terrassentür immer noch an Deiner künstlerischen Ader zweifelt, versuch es noch mal.

Zusammenleben mit den Menschen:
Als allgemeine Regel gilt, dass man sich immer zu dem Menschen setzt, der beschäftigt ist und nicht zu dem, der im Moment nichts tut.
Liest einer Deiner Menschen ein Buch oder eine Zeitung, versuche immer, Dich darauf zu setzen, wenn das nicht möglich ist, setze Dich zwischen Buch und Gesicht.
Falls Dein Mensch strickt, setze sich ganz brav auf seinen Schoß. Vergiss aber nicht, ab und zu die Stricknadeln anzugreifen.
Wir Katzen wissen um die Wichtigkeit der Hygiene und verwenden einen großen Teil des Tages mit der akribischen Pflege unseres Fells. Unsere fast nackten Schutzbefohlenen jedoch, sind da arm dran! Ihre Zunge ist degeneriert und eignet sich nicht mehr zur Reinigung, so versuchen sie tapfer mit anderen Hilfsmitteln, wie künstlichen Zungen, auch Waschlappen genannt, unter der missbräuchlichen Verwendung von Wasser (das trinkt Katze doch höchstens) ihren nahezu haarlosen Körper sauber zu halten. Es ist unsere Aufgabe, sie dabei zu unterstützen und ihnen so unsere tiefempfundene Fürsorge zuteil werden zu lassen. Regelmäßiges Gesichtabschlecken ist also unumgänglich! Am einfachsten geht es, wenn sie schlafen, da halten sie meist still.
Denke immer daran Deinen Menschen ganz besonders aufmerksam zu begrüßen, wenn er mit gefüllten Einkaufstüten den ersten Schritt über die Türschwelle macht. Werfe Dich ihm direkt vor die Füße und sei fasziniert von der menschlichen Grazie bei dem verzweifelten Versuch, Dich nicht zu treten.
Denke daran, dass eine erfolgreiche Katze immer gut ausgeruht ist, schlafe deshalb fast den ganzen Tag, damit Du nachts um 3 Uhr fit bist, um auf dem Bett Bergsteigen oder Mäusefangen zu spielen.

 Zum Anfang

Teste Dich doch mal - Hat Deine Katze Dich im Griff?
Bei mehr als 5 Ja-Antworten, hat Deine Katze das Regiment schon übernommen.

Suchst Du Deine Freunde danach aus, ob Deine Katze sie mag oder nicht?

Säuberst Du das Katzenklo nach jedem Gang von Deiner Katze? Oder
stehst Du etwas sogar schon mit der Schaufel neben dem Katzenklo parat?
Findest Du es einfach nur sooooooooooo süüüüüüüüüüüüüß, wenn Deine
Katze die Gardinen hochklettert oder an der Butter leckt?
Schläfst Du die ganze Nacht in einer unbequemen Position, nur weil
Deine Katze sonst in ihrem seligen Schlummer gestört werden könnte,
da sie sich ja dicht an Dich schmiegt und durch eine Bewegung
von Dir geweckt werden könnte?
Fütterst Du Deine Katze mit Deiner Gabel? Sitzt Deine Katze beim Essen mit Dir am Tisch, oder gar auf dem Tisch?
Schaust Du Dir einen langweiligen Film an, nur weil die Katze auf der
Fernbedienung schläft?
Hast Du ein Video gekauft auf dem ein Aquarium mit Fischen zu sehen
ist, um Deine Katze zu unterhalten?
Stehst Du stundenlang – egal ob es stürmt oder schneit - an der
geöffneten Terrassentür, nur weil Deine Katze sich nicht entscheiden
kann, ob sie nun raus oder rein will?
Kaufst Du Deiner Katze Weihnachtsgeschenke? Und sind sie auch noch
teurer als die für Deinen Ehemann (-frau)?
Machst Du Dein Bett erst, wenn Deine Katze darin endlich ausgeschlafen hat? Kletterst Du über das Fußende in Dein Bett, weil Deine Katze schon darin
schläft und Du sie nicht wecken willst?
Kochst Du Deiner Katze ein spezielles Weihnachtsmenü? Ist das erste was beim Einkaufen in Deinem Wagen landet Katzenfutter
und Katzenstreu? Und überlegst Du dann ob noch genügend Geld
für Dein Essen übrig ist?
Trägst Du ein Photo von Deinem schnurrenden Liebling in der Brieftasche
und zeigst es Deinen Bekannten, wie die Dir die Bilder
ihrer Kinder präsentieren?
Wenn Du Besuch von neuen Bekannten bekommst, stellst Du ihnen
Deine Katze namentlich vor?
Hortest Du alte Kartons in Deiner Wohnung anstatt sie ins Altpapier zu
bringen, weil Deine Katze diese doch gerne als Schlafstätte nutzt?
Bleibt Dein Kleiderschrank den ganzen Tag offen stehen, weil Deine
Katze doch so gerne auf Deinen Pullovern liegt und
doch ein Nickerchen macht?
Das Lesen der Tageszeitung dauert bei Dir durchschnittlich drei Stunden, weil
Deine Katze es sich immer wieder auf den Seiten gemütlich macht
und Du nicht umblättern kannst?
Hast Du immer genügend Katzenstreu im Haus, aber hin und
wieder klingelst Du bei der Nachbarin um Dir ein Rolle
Klopapier zu borgen?
Beim Chatten stehst Du am PC, weil Deine Katze es sich auf dem
Bürostuhl gemütlich gemacht hat?
Schläfst Du zwar gesund, aber ungemütlich ohne Kopfkissen,
weil dies Deiner Katze als Unterlage dient?
Wenn Du das Haus verlässt, wird jede Deiner Katzen über Deine
voraussichtliche Rückkehrzeit informiert? Solltest Du Dich dennoch verspäten,
entschuldigst Du Dich auch bei ihnen dafür?
 

Zum Anfang

Hinweise dass Deine Katze intelligenter ist als Du denkst

Sie holt die Post aus dem Briefkasten und sortiert die Werbung. Alles außer „Whiskas“, „Sheba“ und „Kittekat“ wird sofort entsorgt.

Sie hat das Patent auf pfotengerechte Dosenöffner.

Sie macht die Whiskas-Dose schneller auf, als Du eine Flasche Bier.

Deine Katze sitzt während „Wer wird Millionär“ vor dem Fernseher und spielt „Miau-Joker“.

Jedes Mal, wenn Du eine Hundebesitzerin abgeschleppt hast, tauchen plötzlich Deine gynäkologischen Magazine wie von selbst auf dem Sofa auf.

Du findest die Konstruktionszeichnungen einer Mausefalle unter ihrer Kuscheldecke.

Als sie dasselbe studieren wollte wie Du, hieltest Du das noch für haustierliche Schwärmerei für Dich. Aber dass sie jetzt Tutor in Deiner Übungsgruppe ist, geht dann doch zu weit!

Mir fällt nichts mehr ein – ich muss meine Katze fragen!

Der Hund Deines Nachbarn gehorcht ihr besser als ihm selbst.

Der beste Hinweis, dass Deine Katze intelligenter ist, als Du denkst:
Wer geht denn den ganzen Tag arbeiten , rackert sich ab und kommt abends total ausgebrannt nach Hause?
Und wer hängt den ganzen Tag faul zu Hause rum, mampft nur das teuerste Essen und lässt es sich gut gehen?

Zum Anfang

Aus dem Katzenlexikon - Der Mensch!
Mensch, der; (-en): unter Fell-phenie (-mangel) leidende Zweibeiner.

Viele eigenen sich verhältnismäßig gut zum Zusammenleben. Können lernen, Dosen zu öffnen, Klos zu säubern, zu streicheln und zu spielen. Die Lernfähigkeit ist ansonsten begrenzt. Wirre Artikulation. Menschen sind ausnahmslos Freigänger! Zur reinen Wohnungshaltung absolut nicht geeignet, da unangenehme Verhaltensauffälligkeiten entstehen können. Menschen leiden allesamt unter fehlerhafter Realitätswahrnehmung. Sie denken, die Wohnung sei ihre und sie hätten uns zu sich geholt. Menschen unbedingt in diesem Glauben lassen, ansonsten können unangenehme Verhaltensauffälligkeiten und gesteigerte geistige Verwirrung auftreten. Eine Kastration ist nicht unbedingt notwendig, da die Nachkommenzahl sehr gering ist. Die Nachkommen sind in den ersten Jahren nicht zu gebrauchen und verfügen nur über unkoordinierte Bewegungen. Nach ein paar Jahren sind die Nachkommen eingeschränkt einsatzfähig. Menschen sind insgesamt zur Unterhaltung geeignet.
 

Zum Anfang

Alles, was ich wissen muss, lerne ich von meiner Katze!

Es ist ok, jeden Tag das gleiche zu tragen

Find jemand anderen, der Dir das Badezimmer saubermacht
Wenn Du nicht hungrig bist, spiele mit Deinem Essen Jage Schmetterlinge
Mach Dir Deinen eigenen Zeitplan Zerfetze alle Dokumente und Zeitungen
Tu so, als hättest Du nie was von Seide und Tapeten gehört Beanspruche Deinen eigenen Sessel
Lade Dich selbst zum Essen ein Nerve Deine Dosenöffner bei Tisch
Wackle mit den Ohren Benutze ein warmes Bett


Zum Anfang

Ansprüche einer Katze an die Schöpfung

Am späten Samstagabend der Schöpfung blickte der Allmächtige auf sein Werk und legte die Füße hoch. Er freute sich auf seinen ersten Ruhetag; der erste Sonntag der Menschheitsgeschichte konnte kommen. Der Allmächtige war zufrieden. Plötzlich aber vernahm er an der Tür ein seltsames Geräusch, er stand auf, um nachzusehen. Es war die Katze.

"Großer Herr", sprach die Katze und strich dem Allmächtigen dabei um die Beine. "Deine Schöpfung ist gar wunderlich und schön, und auch ich bin zufrieden. Du gabst mir ein prächtiges Fell, das mich vor Kälte schützt, Du gabst mir schöne weiche Pfoten, mit denen ich mich lautlos anschleichen kann, und Du gabst mir scharfe Krallen und einen biegsamen Körper, der mich zum guten Jäger und Kletterer macht. Und trotzdem kann ich nicht verhehlen, dass mir noch eine Kleinigkeit fehlt." Der alte Herr legte die Stirn in Falten und überlegte, was er vergessen haben könnte. Die Katzentür konnte es nicht sein; deren Erfindung war erst für später vorgesehen. Dasselbe galt für das Katzenstreu, dem erst die Domestizierung vorausgehen musste.

"Sprich !" forderte der Allmächtige seine Besucherin auf. "Was fehlt Dir?"
"Es ist nur eine Kleinigkeit, Herr", sprach die Katze und wischte sich vor Aufregung mit der Pfote über die Barthaare. " Es soll ja auch keine Kritik sein ... "

"Frei heraus damit !" befahl der Allmächtige leicht ungehalten, weil er seine Sonntagsruhe gefährdet sah. "Was ist es?" "Nun", sprach die Katze und ringelte ihren Schwanz um die Vorderfüße. "Ich bin nicht wehrhaft genug! Meine Krallen und Zähne sind zwar hervorragende Waffen gegen Mäuse und andere Nagetiere, und mit meiner Sprungkraft kann ich manchem Vogel einen Schrecken einjagen. Aber dem Menschen bin ich machtlos ausgeliefert" Unruhig schaute der Allmächtige auf seine Uhr, die Katze nutzte die Pause, um fortzufahren. "Dem Löwen und dem Tiger hast Du Übergroße Reißzähne und furchtgebietende Pranken gegeben, die Schlange kann sich mit Gift zur Wehr setzen, und selbst der Igel kann mit seinen Stacheln den Menschen in Schach halten. Nur ich, Herr, ich bin wehrlos und deshalb ein wenig unglücklich." "Was schwebt Dir vor?" fragte der Allmächtige. "Willst Du Flügel wie die Vögel haben oder Dich wie der Wurm in der Erde verkriechen können?" "Ich weiß es nicht", sagte die Katze traurig. "Vielleicht wäre ein großer Stoßzahn wie beim Elefanten oder beim Nashorn gut." "Wie Du willst", sprach der Herr und verpasste der Katze zwei mächtige Hauer aus edelstem Elfenbein. Sofort verlor das Tier das Gleichgewicht und fiel bewegungsunfähig vornüber. "Ich glaube, Stoßzähne sind doch nicht das Richtige", klagte die Katze noch unglücklicher als zuvor. "Wenn sie nur nicht so groß wären! Vielleicht wäre ein spitzer Schnabel besser" Wieder erfüllte der Herr ihren Wunsch und ersetzte die kleine Stupsnase durch einen wuchtigen, dolchartigen Schnabel. Aber ach, die Katze war erneut nicht zufrieden. "Ich glaube, ein Schnabel ist doch nicht das Richtige", jammerte sie und hackte unbeholfen auf den Boden. "Wie soll ich denn jetzt mein Fell pflegen? Vielleicht wäre ein schwerer Echsenpanzer besser !" Und wieder erfüllte der Herr ihren Wunsch, und wieder war die Katze unzufrieden, und wieder wünschte sie sich etwas anderes.

Aber ganz gleich, was ihr der Allmächtige auf den Leib schneiderte, die Katze wurde immer trauriger. Inzwischen war es bereits eine Minute vor Mitternacht, der siebte Tag, an dem die Schöpfung abgeschlossen sein sollte und der Allmächtige ruhen wollte, rückte erbarmungslos näher. Da schaute der Herr auf das arme Kätzchen und sprach: "Um mit dem Menschen fertig zu werden, brauchst Du keine Stoßzähne, keinen Schnabel und auch keinen Panzer. Ich gebe Dir jetzt nämlich eine Waffe, die wirkungsvoller ist als jede Pranke oder jedes Gift ! Die Menschen werden Dir ehrfürchtig zu Füßen liegen : ich schenke Dir das Schnurren !" Im selben Augenblick schlug die Uhr zwölf, begleitet von einem wohligen Laut, der aus der Tiefe einer überglücklichen Katzenkehle kam.

Da sah der Herr, dass es gut war, nahm den schnurrenden Pelzknäuel auf den Schoß und sagte: "Ich habe sechs Tage lang schwer gearbeitet und brauche jetzt ein wenig Entspannung. Meinen ersten Sonntag will ich gemeinsam mit Dir verbringen." Sprachs und rollte sich mit dem Kätzchen zu einem Schläfchen aufs Sofa!

(Verfasser leider nicht bekannt)
 

zur Startseite (Nordsternchens-Katzen)   zur Auswahl Humoriges

Copyright 2005 www.nordsternchens-katzen.de