Thai

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Manch einer mag sich in die Siamzucht-Szene der 50er Jahre zurückversetzt fühlen. Wenn er in die tiefblauen Augen einer Thaikatze blickt. Die große robuste Katze mit einem betont runden Kopf erinnert an eine frühe Form der Siamkatze, die nur noch wenig mit den Zielen der modernen Siamzucht gemein hat. Thaikatzen sind insgesamt robuster gebaut, wobei sie dennoch elegant und keinesfalls plump wirken. Ausgewogene rundliche Proportionen und eine kräftige Muskulatur verleihen ihnen einen athletischen Körperbau. Ihre gerundete Kopfform ist besonders markant und trug dazu bei, dass Thaikatzen in den USA auch als „Appleheads“ (Apfelköpfe) bezeichnet werden. Allerdings sind auch die Rassebezeichnungen „Traditional Siamese“ und „Classic Siamese“ geläufig.

Anfang der 60er Jahre vollzog sich der erste vehemente Einschnitt innerhalb der Siamzucht: Immer mehr Richter und Züchter favorisierten auf einmal extrem schlanke Siamkatzen; robuste Exemplare fielen zunehmend in Ungnade. Viele Liebhaber des alten Typs zogen sich enttäuscht aus dem Ausstellungsleben zurück. – Ihre Tiere hatten ohnehin keine Chance auf Erfolg. Dieser Trend überdauerte fast 20 Jahre. Erst 1986 konnte man wieder Siamkatzen des alten Typs auf Ausstellungen in den USA bewundern.

Diese Wende ist der unermüdlichen Zuchtarbeit einiger weniger Züchter zu verdanken, die den Glauben an eine traditionelle Siamkatze nicht verloren haben: Die Abspaltung von der modernen Siamzucht vollzog sich nur langsam und erstreckte sich über die letzen drei Jahrzehnte. Ein kleiner, überwiegend in den USA beheimateter Züchterkreis erachtete die immer extremer werdende Form der Siamkatze als bedenklich und entschloss sich dazu, eine gegenläufige Zuchtbewegung zu initiieren. Die Anhänger der traditionellen Siamvariante orientierten sich an Exemplaren, die in den 50er Jahren für begeisterten Applaus auf Katzenausstellungen gesorgt hatten. Die Gründung der Traditional Cat Association (TCA) trug dazu bei, den traditionellen Siamtyp vor dem Aussterben zu bewahren.

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Fell:
Das Fell der Thai sollte fest, griffig und enganliegend, aber nicht flach sein. Es ist noch so dünn wie typisches Siamfell (dennoch wirkt es seidig und zart!) und verfügt über etwas mehr Unterwolle.

Kopf:
Gerundet nicht eingefallen, mit betonten Wangen und Stirn. Die Nase zeigt eine konvexe Linie, die von der gewölbten Stirn ausgeht und eine leichte Einbuchtung in Augenhöhe hat.

Ohren:
Mittelgroß, breit, leicht seitlich angesetzt und mäßig gerundet.

Augen:
Mittelgroß, weit auseinanderstehend mit mandelförmigem Oberlid und rundem Unterlid.

Körper:
Mittelgroß, gut entwickelte kräftige Muskulatur, solide und gut strukturiert.

Schwanz:
Zum Körper passend, am Ansatz breiter als an der Spitze und zum Ende hin auslaufend.

Beine und Pfoten:
Die Beine sind muskulös, mittellang, mit exzellenten Proportionen in Harmonie zum Körper. Die Pfoten sind leicht gerundet.

Wesen:
Thaikatzen gelten als ausgesprochen anhänglich und menschenbezogen. Sie erobern die Herzen der Zweibeiner mit ihrem unwiderstehlichen Charme, lautem Schnurren und einem überaus stürmischen Temperament. Eine ausgeprägte Intelligenz, Freundlichkeit und Redefreudigkeit sind weitere Wesensmerkmale, die Freunde dieser Rasse ganz besonders schätzen. Allerdings gibt es auch Thaikatzen, die sich als ausgewachsene „Lausbuben“ erweisen: Sind sie der Meinung, ihr Zweibeiner schenke ihnen zu wenig Aufmerksamkeit, lassen sie sich bisweilen Aufsehen erregende Methoden einfallen, um wieder im Mittelpunkt des Interesses zu stehen. Sobald Besuch naht, erklimmen sie mit Vorliebe eine erhöhte Position, um das gesamte Geschehen im Auge behalten zu können. Thaikatzen sind eben äußerst gesellig und mögen es nicht, im Abseits zu stehen. Wer Langeweile bei seiner Katze vorbeugen möchte, sollte in Erwägung ziehen, mehrere Stubentiger zu halten. Thais leben gerne im Katzenrudel und erweisen sich auch im Umgang mit anderen Haustieren als sehr verträglich. Mit Geduld, Liebe und Leckerchen kann man bei einer Thaikatze fast alles erreichen. Wenn sie Lust dazu hat, wird sie eventuell sogar das eine oder andere Kunststückchen erlernen
 

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Andreas van de Langenberg & Jessica Habuch für die Bereitstellung der Fotos und die Zusammenarbeit bedanken.

 

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